Der Bergfried zwei Tage im Belagerungszustand

Von: bel
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Besucher ließen sich im Ritte
Besucher ließen sich im Ritterraum gerne über mittelalterliche Waffen aufklären. Foto: bel

Nideggen. Etwas weniger Aussteller und Händler auf dem Hof von Burg Nideggen taten dem Gesamteindruck keinen Abbruch. Nach Aussage der Leiterin des Burgenmuseums, Luzia Schlösser, habe man in diesem Jahr eine Verdichtung angestrebt, so dass das Aktionswochenende unter der Überschrift „Der Burgherr lädt zum Feste” als qualitativ hochwertig in die Annalen des Burgenmuseums eingehen werde. Das Fest fand innen und außen statt.

Vor dem Bergfried hatten Ritter ihr Lager aufgeschlagen. Nahezu alles war authentisch nachgestellt, so dass sich Jung und Alt vorstellen konnten, wie es im Inneren einer Burg im Belagerungszustand zuging. Selbst die Feuerstelle, auf der sich die Ritter ihren Kaffee brauten, war zünftig nachgebaut.

Die Ritterschaft „Ordo Equester” lagerte im alten Rittersaal vor den riesigen Fenstern. Sie stellte, wenn sie nicht gerade an der Tafel speisten, die berühmte Schlacht von Worringen nach. In einem Lehmofen, den Originalöfen des Mittelalters nachgebaut, backten Frauen knackige Flammkuchen.

Weitere Anlaufpunkte boten ein Kettenhemdmacher, ein Lederer, eine Filzerin, ein Kräuterweiblein und Buchbinder Diethelm Büscher, für den das Handwerk Hobby und Broterwerb gleichermaßen ist. Auch am Stand mit den Heilsteinen nach Hildegard von Bingen fanden sich immer wieder interessierte Zuhörer ein.

Mittelalterliche Musikinstrumente konnten ausprobiert werden oder man konnte sie, eine gute Alternative, in einem tollen Konzert mit dem „Mhylesteyn Duo” hören. Die Musiker spielten Stücke vom 10. bis 16. Jahrhundert.

Einer der Höhepunkte war der Auftritt des mittelalterlichen Burggeistes, des „Schluffjanns”, der offenbar noch immer um Mitternacht den Bergfried unsicher macht. Spieler des Mundarttheaters „Bösche Maar” und des „Rur- theaters Düren” spielten am Sonntag in Zusammenarbeit mit dem „Ersten Dürener Rundfunkverein (EDR)” die Sage „Schluffjann, der Burggeist von Nideggen”. Sie ist konzipiert nach dem Mundartstück von Heimatdichter Tillmann Gottschalk.

„Unser Konzept, Lebenssituationen für die heutigen Menschen begreifbar zu machen, ist sehr erfolgreich”, resümierte Luzia Schlösser. Das erfahre sie immer wieder, wenn sie entsprechende Rückmeldungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bekomme.
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