Der alte und neue CDU-Stadtparteivorsitzende Thomas Floßdorf

Von: Jörg Abels
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Zum vierten Mal als CDU-Stadtparteichef wiedergewählt: Thomas Flossdorf (40). Foto: Abels

Düren. Eine gewisse Erleichterung will Thomas Floßdorf nicht verhehlen. Dass der 40-Jährige vor wenigen Tagen knapp 96 Prozent der Stimmen zum vierten Mal als Vorsitzender des gut 700 Mitglieder starken CDU-Stadtverbands Düren bestätigt wurde, war in dieser Deutlichkeit keineswegs zu erwarten. Schließlich musste er seine Ämter 2015 nach privaten Turbulenzen aus gesundheitlichen Gründen für ein halbes Jahr ruhen lassen.

Doch das scheint abgehakt. „Dass sehr gute Wahlergebnis hat sicher auch damit zu tun, dass sich die Parteimitglieder damit identifizieren, das ich eine klare Meinung habe und Stellung beziehe“, ist Floßdorf überzeugt. Und damit, dass sich die Dreier-Spitze mit Fraktionschef Stefan Weschke und Bürgermeister Paul Larue bewährt habe, ist er überzeugt: „Wenn wir gemeinsam argumentieren und abstimmen, gerät die ‚Ampel‘ unter Druck.“

Nur das war zuletzt nicht immer so. Erst im jüngsten Hauptausschuss stimmte Larue gegen seine Fraktion, als es um die zusätzliche Aufwandsentschädigung für die Vorsitzende des selten tagenden Bürgerausschusses ging, den die Fraktion seit seiner Einführung im Herbst 2014 für überflüssig hält.

Von ernsthaften Differenzen zwischen Partei und Fraktion auf der einen und dem Bürgermeister auf der anderen Seite aber könne keine Rede sein. Das wird deutlich, wenn Floßdorf auf die Bürgermeisterwahl 2020 angesprochen wird.

„Selbstverständlich hat ein Amtsinhaber, der viermal überragend die Wahl gewonnen hat die volle Rückendeckung des Vorsitzenden, wenn er das Gefühl hat, noch einmal antreten zu wollen“, betont Floßdorf. „Aber das werden wir 2019 ganz in Ruhe entscheiden.“ Zu eigenen Ambitionen schweigt der 40-Jährige: „Ich weiß es im Moment wirklich nicht.“

Was er weiß ist, dass er mit Blick auf die Kommunalwahl 2020 neue Gesichter präsentieren muss. Mindestens eine Handvoll der 20 CDU-Stadtratsmitglieder wird wohl nicht erneut kandidieren, eventuell sogar mehr. Da gilt es, frühzeitig personelle Alternativen in Stellung zu bringen.

Floßdorf spricht von Kandidaten, „die vor Ort, aber auch thematisch ein Gesicht haben“, von einer guten Mischung aus jungen und erfahrenen Kräften. Sein Ziel für 2020 ist klar: „Die CDU soll weiter stärkste Fraktion im Stadtrat bleiben, möglichst in einer Mehrheitskoalition und weiterhin den Bürgermeister stellen.“

Floßdorf ist überzeugt, dass die Bürger honorieren werden, dass „wir seit 2014 als stärkste Fraktion Akzente setzen konnten“. Das Wort Opposition nimmt er bewusst nicht in die Hand.

Floßdorf erinnert an die Schulentwicklungsplanung, bei der sich die CDU mit ihrem Festhalten am bestehenden System ebenso durchsetzen konnte wie bei der Umgestaltung des Kaiserplatzes im Zuge des Masterplans, der zentraler Busstopp und damit Frequenzbringer für den Innenstadthandel bleibt, gleichzeitig aber auch Veranstaltungsort und zusätzliche Aufenthaltsqualität erhält.

Und Floßdorf verweist auf die erfolgreiche Einführung des von der CDU geforderten Sicherheits- und Ordnungsdienstes, der personell weiter aufgestockt werden soll.

Und welche inhaltlichen Schwerpunkte sieht er in den kommenden Jahren? „Ein ganz wichtiger Punkt ist die Aufstellung des neuen Flächennutzungsplans. Wenn die Vorschläge für die einzelnen Stadtteile vorliegen, wollen wir sie mit unserem Netzwerk vor Ort diskutieren.“ Floßdorf spricht von den zehn Ortsverbänden, an denen er auf jeden Fall festhalten will.

Zusammenlegungen werde es nicht geben, „dann würden wir Einfluss und Gewicht vor Ort verlieren“. Die Ausweisung neuer interkommunaler Gewerbegebiete hat für ihn ebenso Priorität. Jedoch betont er auch, dass der Schwerlastdurchgangsverkehr aus der Stadt herausgehalten werden müsse, um die Luftqualität zu verbessern.

Daher sei es wichtig, sich nach der Ostumgehung (B 56n) auch weiterhin für die Nordumgehung (B 399n) einzusetzen, aber auch in ein Kartennetzwerk zu investieren, damit die Navigationsgeräte die LKW nicht mehr über Schleichwege durch die Stadt führen.

Beim Thema Offene Ganztagsgrundschule (OGS) fordert Floßdorf weiterhin „1000 Plätze bis 2020“. Aktuell hat die Stadt 813 und auch die Schaffung einheitlicher Qualitätsstandards in den OGS. Angesichts des wachsenden Leerstandes in der Innenstadt fordert Floßdorf eine Imagekampagne, mit der Händler angelockt werden sollen, schließlich könne sich die Innenstadt nach der Umsetzung des Masterplans sehen lassen.

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