Der Achterbahn-Fan strebt einen Politikwechsel an

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
10519911.jpg
Will Bürgermeister Heinrich Göbbels am 13. September ablösen: Uwe Endrigkeit (SPD). Foto: Abels

Langerwehe. Uwe Endrigkeit liebt es rasant. Der 52-Jährige bezeichnet sich selbst als „Achterban-Fan und Freizeitpark-Junkie“. Er sucht die Herausforderung; auch am 13. September. Trotz der Niederlage vor sechs Jahren, als er mit 37 Prozent der Stimmen deutlich hinter Heinrich Göbbels (CDU, 53 Prozent) lag, hat der SPD-Ortsvereins- und Fraktionsvorsitzende noch einmal seinen Hut in den Ring geworfen.

Er will den Bürgermeister ablösen. „Die Kommunalwahl im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass es in Langerwehe eine Mehrheit jenseits der CDU geben kann“, ist der gebürtige Eschweiler überzeugt, der via Lucherberg vor zwölf Jahren in die Töpfergemeinde gezogen ist. „Ich will den Menschen eine Alternative bieten“, betont der Diplom-Verwaltungswirt, der bei der Agentur für Arbeit tätig ist.

Der Unterstützung der FDP, die 2009 noch eine eigene Kandidatin ins Rennen schickte, seit 2014 aber mit der SPD eine Fraktion bildet, kann er sich dabei sicher sein. „Und ich bin heute viel tiefer in der Gemeinde verwurzelt“, ist er überzeugt. „Die Aufbruchstimmung ist spürbar.“ Der 52-Jährige sieht die Chance für einen Politikwechsel in der Gemeinde.

Wie der aussehen soll? Die Diskussion um den Abriss der Bahnbrücke an der Heinz-Emonds-Straße hat Uwe Endrigkeit gezeigt: „Wir müssen die Bürger früher bei politischen Entscheidungen mitnehmen.“ Als Bürgermeister will er daher das Ohr ganz nah am Bürger haben, Sprechstunden einführen und schon auf der Internetseite der Gemeinde die Neugier für politische Entscheidungen wecken. Und er will die Zukunftswerksstätten in den Orten stärker als bisher einbinden.

Klar ist für Uwe Endrigkeit: Um gestalten zu können, müssen erst einmal die finanziellen Spielräume der nicht auf Rosen gebetteten Töpfergemeinde verbessert werden. Helfen könnte dabei sein Langerweher Parteifreund Peter Münstermann, der sich um das Landratsamt bewirbt. Denn neben rückläufigen Schlüsselzuweisungen des Landes machen die hohen Kreis- und Jugendamtsumlage der Gemeinde Langerwehe zu schaffen.

Endrigkeit weiß, dass die Sparpotenziale im Rathaus ausgereizt sind. Er spricht sich daher für stärkere interkommunale Zusammenarbeit aus, vor allem mit der Gemeinde Inden. Aufgaben könnten gebündelt, verwaltungstechnische Abläufe optimiert werden. Auch in einer Zusammenarbeit der Bauhöfe sieht er Potenzial.

Im interkommunalen Gewerbegebiet mit der Stadt Düren an der neuen A4-Anschlussstelle Luchem sieht er eine „historische Chance“, die im Zuge des einsetzenden Strukturwandels dringend benötigten neuen Arbeitsplätze zu schaffen und gleichzeitig die Gewerbesteuereinnahmen zu steigern. Endrigkeit will vor allem kleine und mittlere Unternehmen mit einer niedrigen Gewerbesteuer anlocken. Allenfalls kann er sich hier wie auch bei der Grundsteuer B, die alle Hausbesitzer bezahlen müssen, eine moderate Erhöhung vorstellen.

„Die Steuer muss für den Bürger verträglich bleiben“, betont Endrigkeit. Nideggener Verhältnisse will er auf jeden Fall vermeiden. Nicht kürzen will er bei den freiwilligen Leistungen. Das Töpfereimuseum will er unbedingt erhalten, die Kulturhalle nicht infrage stellen. Auch das soziale ehrenamtliche Engagement will er weiterhin fördern. In wenigen Tagen verleiht die SPD zum ersten Mal ihren Bürgerpreis.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert