Der 1. BC kann eine gewichtige Rolle spielen

Von: Kevin Teichmann
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„Die Randsportart Badminton verlangt auf Bundesliga-Niveau auch Akrobatik“, sagt BC-Düren-Vorsitzender Rolf Pütz. Mark Caljouw und Kai Schäfer belegen dies genauso eindrucksvoll wie Ruben Jille und Doppel-Partner Jelle Maas. Foto: Kevin Teichmann

Düren. Am Ende einer Hinserie oben zu stehen, das bedeutet schon etwas. In der Badminton-Bundesliga thront nach der ersten Saisonhälfte der 1. Badminton-Club Düren über der Liga, zum ersten Mal in der Geschichte des Clubs und nicht einmal von ungefähr. BC-Vorsitzender Rolf Pütz erklärt, dass „mit Platz 5 in der letzten Saison das beste Ergebnis der Vereinshistorie erzielt“ wurde.

Dennoch hatte das Vorstandsteam „noch ein, zwei Schwachstellen ausgemacht“. Der Club, der an der Zülpicher Straße seine Heimspiele austrägt, zeigte sich mutig, nahm in letzter Instanz einen doch größeren Umbruch vor, als vielleicht von anderen erwartet. Man erstellte ein Anforderungsprofil und Bundesliga-Teammanager Michael Pütz – der als internationaler Schiedsrichter weit umher kommt und so die Möglichkeit hat, gleichzeitig zu sichten – machte sich auf die Suche nach dem passenden Spielermaterial.

Mit Mark Caljouw holte man einen Einzel-Spieler dazu, der auch für das zu dieser Saison eingeführte neue zweite Männer-Doppel infrage kam. Die junge Cheryl Seinen ersetzte Ilse Vaessen. Außerdem ergab sich die Möglichkeit, Jelle Maas zurückzuholen. „Jelle Maas wechselte von Düren in die dänische Profi-Liga und hatte mir bei seinem Wechsel versprochen, dass er eines Tages zurückkehren würde“, freut sich Rolf Pütz, dass Maas sein Wort hielt. Die drei Niederländer trafen mit Ruben Jille, einen weiteren Landsmann in der Mannschaft an. Also hatte der 1. BC einen niederländischen Block zusammen. „Sie sprechen eine Sprache und die Niederlande sind aus Dürener Sicht sozusagen vor der Tür“, lacht Pütz zufrieden, weil diese Spieler sich „in einer Fahrgemeinschaft selbst organisieren“.

Neu dabei ist auch Maria Ulitina. Die ukrainische Nationalspielerin weilte bevor sie ihre Zelte in Düren aufschlug noch bei den Olympischen Spielen in Rio, Brasilien. Dort überstand sie die anspruchsvolle Gruppenphase. Ein Umstand, der angesichts der Konkurrenz fast einer Sensation gleichkam. Sie spielt bei den Rurstädtern im Einzel und im Doppel mit Cheryl Seinen.

„Alle Transfers sind Volltreffer“, findet Pütz, wenngleich „Maria Ulitina im Einzel noch nicht das spielt, was sie leisten kann“. „Da ist noch Luft nach oben“, redet Pütz nicht lange um den heißen Brei herum. Nach Olympia sei sie wohl „in ein kleines Loch gefallen“, doch „langsam kommt sie in Form“. Und so hofft Pütz nicht grundlos, Ulitina könne in der Rückrunde zu voller Stärke zurückfinden.

Hinrundengewinner Kai Schäfer

Der größte Gewinner der Hinrunde dürfte ganz klar Kai Schäfer sein. Er hatte in der Vorsaison noch mit den Folgen von langwierigen Verletzungen oder Krankheiten zu kämpfen. „Vor zwei Jahren hatte ich enorme Verletzungsprobleme. Seit meinem Wechsel nach Düren wurde es eigentlich immer besser. In der Hinrunde kam ich noch nicht so in Form, aber ab der Rückrunde lief es schon richtig gut für mich“, blickt er zurück auf die vergangene Saison.

Der Trend setzte sich fort: „Das Kalenderjahr 2016 war sehr gut!“ Höhepunkt war der Erfolg gegen Dieter Domke. „Ich habe ihn zum ersten Mal schlagen können. Es ist ein cooles Gefühl, diese harte Nuss endlich zu knacken.“

In dieser Spielzeit bleiben er und seine Dürener Kollegen bislang verschont. „Bei unserem kleinen Kader darf natürlich nicht viel passieren. Da haben wir auch das nötige Glück bislang gehabt“, meint Pütz, der deutlich macht: „Platz eins nach neun Spielen ist eine tolle Momentaufnahme. Die großen Fragen sind: Bleibt die Konstanz? Bleiben alle gesund? Bleibt das nötige Quäntchen Glück bestehen? Wenn ja, dann spielt der 1. BC Düren eine gewichtige Rolle im Rennen um die Deutsche Meisterschaft.“

Das Minimalziel sei zunächst aber das Erreichen der Play-offs. Bis dahin muss der BC noch einige Punkte sammeln. Die Akteure werden an ihre Grenzen gehen müssen, sogar an ihre körperlichen, denn „die Randsportart Badminton verlangt auf Bundesliga-Niveau auch Akrobatik“, weiß Pütz.

Da ist es selbstredend von Vorteil, wenn man sich in der Hinrunde den Nimbus der unbesiegbaren Heimmacht bewahrt hat. Wer nach Düren reist, braucht sich nicht all zu viele Zähler ausrechnen. Vier Mal holte das Dürener Team daheim drei Zähler. Lediglich einmal musste man von der Maximalausbeute etwas abgeben. Gegen den amtierenden Meister Bischmisheim gelang dennoch ein 4:3-Heimerfolg. Und auch auswärts steigerte sich die Mannschaft mehr und mehr. Zuletzt glückten auch in der Fremde zwei Dreier.

Die Heimstärke führt Schäfer auf die einmalige Atmosphäre rund um den Club zurück: „Leidenschaft und Freude – das zeichnet den Verein aus. In der Bundesliga sind wir dafür bekannt, die lautstärksten Fans zu haben.“

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