Dennis aus Hürth schaut der Jugend auf den Mund

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Die knapp 2000 Zuschauer lachten in der Arena Kreis Düren ganz viele Tränen über „Den Dennis“ alias Martin Klempnow. Foto: Gudrun Klinkhammer

Düren. „Es tut voll weh, ich schwöre, ich hab geweint“, versicherte Dennis aus Hürth, als er über das Augenbrauenzupfen fachsimpelte. Doch seien die Brauen erst einmal in entsprechender Form gezupft, dann gäbe das den bösen Blick, und der bringe Respekt.

„Voll korrekt das“, sagt der Dennis. Nur das freundliche Gesicht könne dann nicht mehr zum Vorschein kommen, lautete das Fazit. Die knapp 2000 überwiegend jungen Zuschauer in der Arena Kreis Düren hatten ebenfalls ständig Tränen in den Augen, allerdings nicht vom Augenbrauenzupfen, sondern es waren Lachtränen.

Denn was Dennis aus Hürth alias Martin Klempnow da gute zwei Stunden lang servierte, das war nur auf den ersten Blick „Prollologie hoch Zwei“. Der versierte „Scham-Öhr“ blickt der jungen Generation voll korrekt auf die Finger, auf den Mund und ins Gehirn, und das Ergebnis ist phänomenal lustig. Der gelernte Schauspieler und versierte Fernsehakteur spricht etwa über seine Berufswahl. Der Dennis: „Ich wollte ursprünglich Müllmann werden, und dachte, ich müsste dann nur mittwochs arbeiten. Da hab ich mich aber voll verzockt.“

Er beschreibt dicke Mädels, die sich in schwarze Leggins und zu enge Oberteile quetschen in einer Weise, dass die Zuschauer vor Lachen fast vom Stuhl fallen. Denn in der Mitte dieser schlecht beratenen Mädels ragt, im schlimmsten Fall bauchfrei, ein Fettring hervor, so dass sie wie Planet Saturn durch die Gegend wabern. Dennis fragt sich und die große Zuschauerrunde: „Mädels sind doch immer im Rudel unterwegs, wieso sagt keine dem dicken Mädchen: Hey, Du bist einfach zu fett für die Hose? Kann das nicht mal einer sagen?“

Alternativ gibt es die Topmodels, die so dünn sind, dass sie im Regen hin und her springen müssen, um überhaupt einen Tropfen abzukriegen. Dennis aus Hürth macht „phasenweise tendenziell gesehen“ eine Ausbildung „als ein Maurer zum Bachelor“. „Poh eij“, entfährt es ihm, „was werden wir gequält mit dieser Kacke.“ „Alibitur“ braucht für diese Art von Bachelor, den der Dennis anspricht, niemand. Ein großer Fernsehsender lässt einen jungen Mann als Bachelor auf junge Mädels los.

Den Teilnehmern, die vornehmlich in Reihenhäusern mit Säulen im Eingangsbereich leben, spricht der Dennis geistige Kompetenz ab. Dennis: „In diesem Jahr hat der Bachelor auch noch eine ,S-‘Störung, sprich, der lispelt.“ Dass die Mädels, die ihm zugeführt werden, ausgerechnet „Franziska“ und „Saskia“ heißen, sei kein Zufall, so der Dennis. Herrlich ist es auch, wenn der Bühnenkünstler schildert, warum er nicht in „Gas-Wasser-Scheiße“ macht. Nach einem denkwürdigen Vor-Örtchen-Einsatz in einem Altbau, in dem Rohre von Klumpen befreit werden mussten, war ihm so schlecht, dass ihm klar wurde: „Nie wieder, das ist nichts für mich“. Grandios auch seine Persiflage von Fußballstars, etwa der tänzerisch-weibliche Abschlag von Torwart Manuel Neuer.

Was den Dennis neben seiner unglaublichen Beobachtungsgabe noch auszeichnet, ist die Nähe, die er zum Publikum aufbaut. Die Zuschauer waren hingerissen, als der Dennis sagte: „In Düren mit Ü – manchmal stimmt einfach alles: Das Land, die Leute, der Eistee.“

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