Düren - Den Menschen zeigen, dass uns viel mehr verbindet als trennt

Den Menschen zeigen, dass uns viel mehr verbindet als trennt

Von: Christoph Lammertz
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Adam Kempinski fühlt sich in seiner neuen Heimat sehr wohl. Die Architektur der Annakirche begeistert ihn. Foto: Lammertz

Düren. Er schwärmt für die Eifel, schätzt die Kunst im Hoesch-Museum, liebt die Akustik im Haus der Stadt und die Architektur der Annakirche. Wenn Adam Kempinski von seiner neuen Heimat spricht, ist ganz viel Zuneigung spürbar. Seit 21 Jahren lebt der Pole im Kreis Düren.

1988 gelang ihm mit seiner Ehefrau und drei kleinen Kindern die Flucht durch den Eisernen Vorhang. Adam Kempinski ist ein Mensch, der unter der Teilung Europas gelitten hat. Dass er heute als Organisator von Konzerten und Städtereisen die Chance hat, den Menschen zu zeigen, „dass uns in Europa viel mehr verbindet als uns trennt”, empfindet der 49-Jährige als großes Glück.

Dass Adam Kempinski 1988 in Düren landete, hängt eng mit seiner Liebe zur Kultur zusammen: „Die Gegend zwischen Aachen und Köln interessierte uns. Und dann habe ich auf der Landkarte Dürer gelesen. Ich dachte, dass eine Stadt, die so heißt wie man Lieblingsmaler, nicht verkehrt sein kann.” Der kleine Lesefehler erwies sich als Fügung des Schicksals. Denn in der neuen Heimat fühlten sich die Kempinskis gleich willkommen. „Wir haben viel Unterstützung erfahren, viele Menschen sind uns sehr offen begegnet”, sagt Kempinski. Das kann mit der rheinischen Art und dem von jeher multikulturellen Leben im Rheinland zusammenhängen, wie Kempinski es deutet.

Entscheidend war aber wohl auch die Art, wie er selber auf die Menschen zuging. Der 49-Jährige, der aus Westpolen stammt, ist jemand, der verbinden will. Und so begann er neben seinem Hauptberuf als Betriebswirt in der Steuerberaterbranche sehr früh, Auftritte polnischer Künstler im Kreis Düren und Entdeckungsreisen vorwiegend nach Osteuropa zu organisieren. „Ich möchte den Menschen zeigen, dass wir bei aller Vielfalt eine europäische Kultur haben”, sagt Kempinski. Und: „Alle Länder Europas gehören unter ein Dach, wenn wir dauerhaften Frieden gewährleisten wollen.” Dass der Weg dorthin noch weit ist, weiß Adam Kempinski. Doch er geht ihn engagiert und gerne mit.
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