„Den Einsatz von Mist sehen wir kritisch”

Von: smb
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Vettweiß. Die Betreibergesellschaft der Biomethananlage in Vettweiß hat eine Anfrage gestellt, ob sie auch Mist als Einsatzstoff für die Anlage verwenden könne.

Bisher ist als Einsatzstoff lediglich Mais vorgesehen, nach Angaben der Betreiber sei die notwendige Maismenge jedoch nicht immer verfügbar. Im vergangenen Jahr habe man 20 Prozent Verlust von der vertraglichen Menge verzeichnet.

Neben anderen Rohstoffen wie Zuckerrüben und Grassilage würden die Betreiber auch Pferde- und Rindermist aus der Region sowie Geflügelmist aus Regionen mit vielen Mastanlagen - zum Beispiel aus dem Münsterland oder den Niederlanden - einsetzen. Die Gemeinde machte schon in der Vorlage deutlich, dass sie keine Bedenken habe, was die Verwendung nachwachsender Rohstoffe anbelange.

„Den Einsatz von Mist sehen wir jedoch sehr kritisch”, sagte Bürgermeister Josef Kranz. In den vergangenen Jahren habe man Probleme mit Hühnertrockenkot und einer damit einhergehenden Fliegenplage gehabt. Außerdem sollte zusätzlicher Lkw-Verkehr, der mit der Mistanlieferung entstehen könnte, vermieden werden.

Auf mögliche Verfahrensweisen gehen die Betreiber in ihrer Anfrage bereits ein: Der Rinder- und Pferdemist würde entweder von Landwirten oder von Lohnunternehmen mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen angeliefert.

Der Geflügelmist - so schreibt Dirk Menzel von BioConstruct - würde von Lkw angeliefert und ohne Zwischenlagerung in die Feststoffschubbodenbunker eingebracht. Dadurch soll nach Angaben des Unternehmens die Entstehung von Gerüchen „fast vollständig” verhindert werden. Die Betreiber gehen davon aus, dass pro Woche zwei Lkw Geflügelmist anliefern würden. Die Laster seien mit Planen verschlossen, so dass während des Transportes keine Gerüchte entweichen könnten.

„Aufgrund der geringen Viehdichte in der Region Düren sehen wir bei der ordnungsgemäßen ackerbaulichen Verwertung zusätzlicher Nährstoffe keine Probleme”, heißt es in der Anfrage.

Ein Beschluss wurde im Bau- und Planungsausschuss nicht getroffen. Die Fraktionen wollen sich noch weiter über das Thema informieren. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Genehmigung um die Verwendung anderer nachwachsender Rohstoffe zu erweitern und den Einsatz von Mist nicht zu erlauben. Das Thema wird im Rat erneut behandelt.
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