Düttling - Den Berg runterheizen, bis die Schuhe qualmen

Den Berg runterheizen, bis die Schuhe qualmen

Von: Axel Keldenich
Letzte Aktualisierung:
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Alles hört auf Karin Langs Kommando. Mit der Starterflagge schickt sie die Fahrer auf den Weg. Foto: Keldenich

Düttling. In Düttling ist das Bobbycar-Rennen für Groß und Klein zu einem Höhepunkt im Dorfleben geworden. Seit acht Jahren setzen sich Teilnehmer von drei bis 99 Jahren auf die roten Kinderautos.

Vor acht Jahren war es nur eine Schnapsidee, inzwischen ist es ein fester Programmpunkt im Jahreskalender des Heimbacher Stadtteils Düttling.

Diesen Altersrahmen setzte der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Hans-Peter Klein. Er suchte seinerzeit, als die Erwachsenen sich bei einem Dorffest amüsierten, nach einer Gaudi für die Düttlinger Kinder. Die Idee zum Bobbycar-Rennen kam dann von seiner Frau Yvonne.

Aus Jux setzten er und eine weitere erwachsene Fahrerin sich auf eines der Kinder-Autos und rollten den Berg der Trierer Straße hinunter. Seine besten Schuhe, die er bei der Jungfernfahrt trug und zum Bremsen und Lenken einsetzte, waren hin. „Die flogen am nächsten Morgen in den Müll”, erinnert er sich. Seitdem startet man in Düttling mit robustem Schuhwerk.

Die Regeln sind einfach: Am Start schickt Karin Lang die Fahrerinnen und Fahrer auf die rund 450 Meter lange Slalomstrecke bergab zum Ziel, wo Patrick Reithmeier sie mit der Zielflagge abwinkt. Sein Bruder Raphael führt mit Laptop, Funkgerät und Übersicht Regie und notiert die Zeiten. Jeder fährt die Strecke drei Mal. Die Sekunden werden addiert, umgefahrene Hütchen kosten eine Sekunde, verpasste Tore deren zwei. In den verdienten Applaus der Dorfgemeinschaft stimmten auch die treuen Stammzuschauer ein. Die Prinzengarde aus Zülpich ist seit Jahren dabei. Mit entblößten Oberkörpern und Narrenkappen als Sonnenschutz feuern die Nachbarn jeden Düttlinger Starter an.

Auf eins sind die Düttlinger zu Recht stolz: Bisher hat es außer ein paar Hautabschürfungen noch keine Verletzungen gegeben. Stürze sind selten, dennoch gilt die Regel, dass nur mit Helm gefahren wird. Auch das gehört zu den Erfahrungen der ersten Stunde, denn damals hatte Hans-Peter Klein schon bei der ersten Testfahrt den Kopfschutz an.

Und wer hat gewonnen? „Bei diesem Rennen geht es nicht um den Sieg, sondern nur um die Gaudi”, sagt Klein.
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