Demons bauen sich zum Geburtstag sich eine Tribüne

Von: Sonja Essers
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Football spielt man im Kreis Düren bei den Demons: Den Verein (rote Trikots) gibt es seit 20 Jahren, zum Geburtstag soll jetzt eine neue Tribüne am Veldener Hof her. Foto: Thorsten Böddrich
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Präsident der Düren Demons: Christian Kramer. Foto: André Renier Souren

Düren. 20 Jahre Football in Düren: Zu diesem Geburtstag haben sich die Mitglieder des Vereins Düren Demons selbst ein Geschenk gemacht – oder besser: Sie wollen es bauen. Auf dem Sportplatz Veldener Hof soll eine eigene Tribüne her. Dabei unterstützt ein Bauunternehmer die Sportler. 25.000 Euro kostet das Projekt, das der Verein mit Sponsorenhilfe stemmt. Der Plan ist, dass die überdachte Tribüne für 200 Zuschauer im Mai steht. Einziges Problem: Das Wetter behindert die Arbeiten.

Im Dezember 2015 ist die Idee entstanden. „Man kann American Football nicht ebenerdig gucken. Dafür ist diese Sportart zu komplex“, erklärt Demons-Präsident Christian Kramer, und deswegen sei die Tribüne so wichtig. Mit einem besseren Blick von oben steige die Attraktivität.

Im Schnitt besuchen 300 bis 400 Football-Fans aus der Region die bis zu sechs Demons-Heimspiele pro Saison. Zu Spitzenzeiten seien es laut Kramer bis zu 700. Auch deswegen sei eine Tribüne, die vor Regen und Sonne schützt, so wichtig: Schließlich sei jeder Klub auf hohe Zuschauerzahlen angewiesen, sagt Kramer.

Seit Januar 2016 sind die Demons auf dem Sportplatz Veldener Hof, den sie sich mit dem Dürener Spielverein (DSV) teilen, zu Hause. Die Bauarbeiten haben vor einigen Monaten begonnen. Die Fundamente sind mittlerweile fertig. „Wir wollten eigentlich vor kurzem betonieren und standen schon mit 20 Helfern bereit, aber bei den Minusgraden war das nicht möglich“, sagt Kramer. Falls es mit der Eröffnung der Tribüne im Mai nicht klappt, soll der Bau bis zum Beginn der Rückrunde im September abgeschlossen sein.

Und was passiert, wenn sich die Demons mit den Hausherren verkrachen und ihren Standort wechseln? Abwegig ist ein solches Szenario nicht, schließlich wechselten sie bereits vom Trainingsgelände, das sie sich mit dem Verein GFC Düren 99 geteilt hatten, zum Veldener Hof. Christian Kramer hält einen erneuten Umzug in naher Zukunft aber für unrealistisch. „Wir bauen die Tribüne, weil wir die nächsten zehn oder 20 Jahre hier bleiben wollen. Wir fühlen uns hier sehr wohl.“ Eine Alternative im Kreis Düren gebe es außerdem nicht.

165 Mitglieder gehören dem Verein an. In der kommenden Saison gehen für die Demons eine Seniorenmannschaft, die von einem neuen vierköpfigen Trainerteam betreut wird, und eine Jugendmannschaft an den Start. Unterstützt werden die Sportler von den Cheerleadern des Vereins. Nach dem Finale der US-Profiliga, dem Super Bowl, der an diesem Sonntag ausgetragen wird, hofft Kramer, dass die Mitgliederzahl steigen wird.

Das TV-Spektakel ist eines der größten Einzelsportereignisse weltweit und zieht auch in Deutschland Millionen Zuschauer vor den Bildschirm. Gerade während der Play-offs in den USA – also die Runde, in der die Finalisten ermittelt werden –, die ab Dezember laufen, gebe es einen regen Zulauf an Interessierten. „Das gestiegene Interesse ist eine Folge davon, dass die Spieltage mittlerweile im deutschen Fernsehen übertragen werden. Das merken wir“, erklärt Kramer.

In Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit 200 Teams, die Demons sind die einzige Football-Mannschaft im Kreis Düren. Die nahe Konkurrenz kommt aus Aachen oder Köln. „Wir sind eine Randsportart in Deutschland und werden das auch bleiben, das Interesse ist aber größer, als man denkt“, sagt Kramer.

Wenn der Verband sein Ziel erreichen will, das Football einmal olympisch wird, muss der Sport weiter wachsen und noch professioneller werden. Deswegen werden Spieler und Trainer in einigen Vereinen heute schon bezahlt. Kramer bezeichnet diese Entwicklung als „Todesspirale“ – bei den Demons sei das nicht so. „Wir sind ein kleiner Verein, der die Spieler aufbaut und weiß, wo die Grenzen sind. Bei uns steht der Spaß im Vordergrund. Wir machen Breitensport“, sagt Kramer.

Aus diesem Grund lege man bei den Demons Wert darauf, dass Spieler erst ab 14 Jahren einsteigen können. „Im Football kann man sich nicht schwerer verletzen als beim Fußball oder Eishockey, aber man muss den Nachwuchs erst langsam heranführen“, sagt Kramer. Eine U 16-Mannschaft soll 2018 Jahr an den Start gehen.

Das Anforderungsprofil ist – nun ja – alles andere als eng gefasst: „Wir brauchen Leute, die klein, groß, dünn, dick, schnell, langsam sind, Kraft und Kopf haben“, sagt Kramer. Momentan fehlten dem Team die „schweren Jungs“. Deswegen kooperiere man mit einer Krankenkasse, die den Kontakt zwischen übergewichtigen Patienten und dem Verein herstellt.

Präsident Kramer merkt bei dem Thema an, dass der Sport nicht nur vom Körpereinsatz lebt, sondern dass die Jungs auch geistig auf der Höhe sein müssen. „Man muss 300 verschiedene Spielzüge im Kopf haben. Das ist anspruchsvoller, als man denkt. Auch nach 50 Jahren lernt man in jedem Spiel immer etwas Neues dazu“, sagt Kramer.

Damit rechnet er auch beim Super Bowl: In Houston stehen sich die Atlanta Falcons und die New England Patriots gegenüber. Wem Kramer die Daumen drückt, verrät er nicht. „Ich habe eine Tendenz, aber es ist völlig offen, wer gewinnt.“ Kramer schaut das Spiel gemeinsam mit Vereinskollegen in Niederzier (siehe Infobox). Kramer rechnet mit mehreren Hundert Zuschauern und freut sich bereits auf eine spannende Partie: „Spielerisch wird das mit Sicherheit ein Kracher.“

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