Deftiger Dialekt lässt Freudentränen fließen

Von: Bruno Elberfeld
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Es ist vollbracht: Bäuerin Rosi (2.v.r.) und Knecht Hubert feiern Verlobung. Foto: Elberfeld

Boich. Die Inhalte beider Schwänke, die das „Mahnes Theater” des Boicher Bürgervereins in Mundart auf die Bühne der Bürgerhalle brachte, sind recht simpel und schnell erzählt.

In „Ein Mann für Rosi” von Regina Liess und Barbara Berth versuchen wohlmeinende Verwandte und Bekannte die Bäuerin Rosi (Maria Rühe), gesegnet mit einer unehelichen Tochter (Corinna Bell), an den Mann zu bringen. Dazu setzen ihre Schwester Anni (Andrea Giesen), die Nachbarinnen Traudel (Sofia Kemmerer) und Hermine Engel (Petra Bell) alle erdenklichen Tricks ein.

Erfolgreiche Verschwörer

Rosi wird neu eingekleidet und um ihr Interesse an Hubert zu wecken, wird das Gerücht verbreitet, ihr unverheirateter Knecht (H. P. Jacobs) sei auf Freiersfüßen unterwegs. Der Knecht muss sich ähnliche Gerüchte über seine Chefin anhören. Schließlich kommt es zur Freude der Verschwörer zur Annäherung der Beiden. Als dankbarer Nebenschauplatz erweist sich die tätliche Auseinandersetzung von Nachbarin Traudel mit ihrem Mann Anton (Willfried Klein).

Der Schwank „Horoskop Hännes” von Hermann Homann schildert die Flucht von vier Männern vor ihren Frauen. „Wir haben einfach die Schnauze voll!”, ist die Begründung der Ausreißer. Sie verziehen sich in eine einsame Hütte, während ihre Frauen mit allen Mitteln versuchen, ihre Liebsten wieder nach Hause zu locken. Die besseren Hälften verkleiden sich, bringen die erlesensten Speisen in die Hütte, setzen sogar Betäubungsmittel ein, um einem der Männer den Bart zu schneiden. Denn: „Wer sich den Bart abrasiert, muss 100 Euro zahlen”, lautet die Vereinbarung der Hüttenbewohner. Die Frauen schrecken sogar vor „sexueller Nötigung” nicht zurück und setzen Dessous als Lockmittel ein.

Diesen hinterlistigen Attacken erliegen die Männer (Arthur Salentin, Adolf Waider, Sebastian Köhler, Alfred Büchel) schließlich und sie kehren, wie soll es anders sein, zu ihren Liebsten (Cornelia Schmitz, Jenny Salentin, Katharina Rühe, Angela Salentin) zurück.

Theater-Regisseur Adolf Waider ist mit der Resonanz in der Bevölkerung auch in diesem Jahr hoch zufrieden. „Wir werden neben den geplanten sechs Vorstellungen sogar eine siebte geben”, verspricht er. „Trotzdem stehen immer noch viele Leute auf der Warteliste.” Alle Karten waren schon nach knapp einer Stunde vergriffen.

Die Boicherin Petra Bell erklärt, warum die Bevölkerung sich auch im vierten Jahr derart für das „Mahnes Theater” begeistert: „Das ist mehr als lustig! Jedes Jahr fließen hier Bäche von Freudentränen.” Dabei werde natürlich auch die Mundart gepflegt, die im täglichen Leben doch mehr und mehr ins Hintertreffen gerate. Außerdem trügen zu dem recht deftig gefärbten Dialekt die natürliche Begabung der Laienspieler und die Kostümierung zu dem großen Erfolg des „Mahnes Theaters” bei.
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