Düren - Deftiger Bluesrock der Tommy Dahlem Band

Deftiger Bluesrock der Tommy Dahlem Band

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Überzeugte mit ihrer Spielfreude und Bühnenpräsenz: die Tommy Dahlem Band, die dem Genre Bluesrock zuzuordnen ist, mit ihrem eindringlichen Sound. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Laut und rau war es in der Kulturfabrik Becker & Funck, als die Tommy Dahlem Band ein deftiges Bluesrock-Feuerwerk ablieferte. Illuminationen in Dur und Moll, rhythmisch und melodisch prägnante Motive, die für Spannung sorgten: Das Power-Trio auf der Bühne bot einen Sound, der schwerlich in eine Schublade zu stecken war.

Klassiker wurden angespielt, verfremdet, in einem neuen Gewand intoniert und verfeinert.

Da löste virtuoses bluesiges Spiel einen hartkantigen Stil ab, Anleihen beim britischen und amerikanischen Bluesrock waren unüberhörbar. Sie wurden neu gemischt und zu kernigen Klangfiguren auf gemischt. Stampfende Takte, hartnäckige Bassläufe, filigrane Gitarren-Riffs und dröhnende Powerchords türmten sich zu Arrangements, die nicht unbedingt einfach anzuhören waren.

Massentaugliche Ware war es nicht, was Leadgitarrist und Sänger Tommy Dahlem, Bassist und Vokalist Timo Oelke und Drummer Bernhard Spiess, der seine Frontleute immer wieder vorantrieb, boten. Die Musiker waren Könner an ihren Instrumenten und gaben dem Genre Bluesrock eine eigene Interpretation, der man folgen konnte oder sie als einen Schmelztiegel verschiedener Richtungen ohne klare Strukturen betrachtete. Egal, welche Anschauung man vertrat, die Band überzeugte auf jeden Fall durch große Spielfreude.

Ihre Mischung aus ausdrucksstarkem Zusammenspiel und gekonnten Improvisationen übte schon einen gewissen Reiz auf das Publikum aus. Der Ausstrahlung der Band konnte man sich nicht wirklich entziehen. Vor allem dann nicht, wenn sie das Tempo aus ihrem Spiel herausnahmen, aus dröhnenden, knurrenden Tonfolgen, die manchmal ans Atonale kratzten, samtweiche, melodiöse Gitarrenläufe wurden und sich so schier magische Momente entwickelten.

Dann war die Bühnenpräsenz des Trios fast unwiderstehlich. Ihr bluesig orientierter Sound war dann ihre wahre Stärke.

Die Reihe in der Kulturfabrik „Blues goes Factory“ wurde ergänzt durch den Auftritt eines Urgesteins der Dürener Musikszene Jens „Snakeoil“ Turowski und den Bandmitgliedern Klaus Brunschede (Bass), Boris Ciszewski (Harp) und Ronnis T. vant Hoen (Drums). Ein Auftritt zwischen Soul und Blues untermalt von gleichzeitig heftiger wie filigraner Gitarrenarbeit. Ein Abend in der Kulturfabrik, der viel Applaus, Begeisterung, Rhythmus und Feeling brachte, aber auch musikalisch betrachtet, zwiespältige Gefühle.

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