Dauerleihgabe enthüllt: Alte Loren erinnern an harte Arbeit

Von: inla
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Bernd Hahne, Vorsitzender des Vereins Stadtmuseum, und Bürgermeister Paul Larue enthüllten die Loren samt Diesellok. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Zwei anthrazitfarbene Anhänger und eine alte, grüne Diesellok. Die Räder rot getüncht, wie früher im Gleisbett stehend: Das Dürener Stadtmuseum schreibt seit Sonntag ein weiteres Kapitel erlebbarer Dürener Geschichte. Zwei Loren, mit denen nach dem Krieg der Schutt aus der zerbombten Stadt gefahren wurde, stehen nun vor dem Museum an der Arnoldsweilerstraße.

Am Sonntag wurden sie feierlich enthüllt.

„Die Dürener Historie hört nicht mit dem Tag der Zerstörung auf“, sagt Bernd Hahne, der Vorsitzende des Vereins Stadtmuseum, am „Tag des Denkmals“. Am 16. November 1944 ist das Zentrum von Düren von britischen Jagdbombern so stark zerstört worden, dass es später in amerikanischen Publikationen hieß, die Stadt könne so niemals wieder aufgebaut werden, allenfalls an einer anderen Stelle. Es kam anders. Schon im Frühjahr 1945 begannen die Arbeiten, ab Januar 1946 mit professionellen Mitteln. Verschiedene Firmen kümmerten sich bis Mitte der 1950er Jahre darum, die 1,6 Millionen Kubikmeter Schutt abzutransportieren – mit Loren, für die extra Gleise verlegt wurden. Heute lagert ein Großteil des Schutts im Süden Dürens. Am Rand des Burgauer Waldes liegt an der Nideggener Straße der sogenannte Trümmerberg, heute längst bewachsen und deshalb nicht mehr als der Ort zu erkennen, an dem das alte Düren gewissermaßen begraben liegt.

Die nun vor dem Stadtmuseum ausgestellten Loren standen über mehr als drei Jahrzehnte in Golzheim. Willi Stollenwerk, der in der Landwirtschaft sowie in der Obst- und Gemüseveredelung tätig war, hatte die Anhänger samt Lok auf seinem Besitz stehen, nachdem er sie einer der beteiligten Firmen nach Ende der Entschuttung abgekauft hatte. Nun kann das Stadtmuseum die Loren als Dauerleihgabe nutzen. Bernd Hahne übergab dem Ehepaar Stollenwerk am Sonntag zum Dank einen Stammbaum der Familie, der auf Recherchen des Stadtmuseums zurückgeht.

Nicht weit von Willi Stollenwerk entfernt steht am Sonntagmorgen Bernd Mielke. Die Firma seines Großvaters war nach dem Krieg eines der bedeutenden Unternehmen, die sich mit der Entschuttung von Städten beschäftigten, auch in Düren. Die Firma gibt es lange nicht mehr und dennoch kam Bernd Mielke mit seiner Frau nach Düren. „Damit haben wir weitere Gesichter zur Dürener Geschichte“, sagte Bürgermeister Paul Larue, der die Diesellok mit Bernd Hahne enthüllte. Larue sagte, es sei wichtig, dass auch die Historie nach dem Krieg, der Wiederaufbau der Stadt, gewürdigt würde. Eine Schautafel an der Fassade des Stadtmuseums erzählt die wichtigsten Daten und Fakten zur damaligen Entschuttung, zudem gibt es im Gebäude selbst weiterführende Informationen.

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