Das Ziel: Trotz kranker Niere gut leben

Von: Gudrun Klinkhammer
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Auch Dialysepatienten gehören zu den Teilnehmern der Selbsthilfegruppe „Nierenerkrankungen“. Foto: dpa
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Hubertine Krumpen leitet seit zwei Jahren ehrenamtlich die Selbsthilfegruppe „Nierenerkrankungen.“ Foto: Gudrun Klinkhammer

Düren. Die Selbsthilfegruppe (SHG) „Nierenerkrankungen“ wird seit zwei Jahren von Hubertine Krumpen geleitet. Die 72-Jährige ist zwar selbst nicht die klassische Nierenpatientin, hat sich aber aufgrund von Erfahrungen in ihrem Umfeld schon lange Jahre intensiv mit dem Thema beschäftigt.

Sie bietet den sechs bis acht Teilnehmern, die derzeit die Gruppe besuchen – Betroffene und deren Angehörige – die Möglichkeit, sich auszutauschen. Krumpen: „Viele Dinge gehen einfach leichter, wenn man darüber spricht und es ist eine gute Erfahrung zu sehen, dass andere die gleichen Prozesse erleben oder erlebt haben.“

Die Leiterin der SHG wundert sich selbst immer wieder, wie viele Facetten hinter einem Krankheitsbild stecken können. Dementsprechend vielseitig sind die Tipps, die ausgetauscht werden. Nierenerkrankungen, eventuell chronisch, können aufgrund von Entzündungen hervorgerufen werden, aufgrund von Diabetes, von angeborenen Stoffwechselerkrankungen, von Unfällen und urologischen Problemen.

Wie schnell man sich eine Erkrankung der Nieren zuziehen kann, zeigt die Realität. Krumpen berichtet zum Beispiel von einem Patienten, der im Garten gefallen war. Äußerlich zeigten sich keine Blessuren, aber eine Vertraute des Mannes hatte ein mulmiges Gefühl und drängte darauf, den Gestürzten im Krankenhaus ärztlich untersuchen zu lassen.

Dabei kam heraus, dass der Patient sich beim Sturz eine Nierenquetschung zugezogen hatte, die zum Glück erkannt und geheilt werden konnte. Andernfalls wäre die Person eventuell Dialysepatient geworden. Aber auch Medikamentenmissbrauch kann zur Schädigung der Nieren führen. Krumpen: „Zum Beispiel Schmerztabletten können unter Umständen gefährlich werden.“

An der SHG „Nierenerkrankungen“ nehmen auch transplantierte Personen teil. Doch geht es in der SHG nicht nur um das Wälzen von Problemen, vor allem geht es darum, mit den Problemen gut leben zu lernen und Krankheiten generell oder auch Komplikationen vorzubeugen.

Die Medizin schritt in den vergangenen 20 Jahren massiv voran. So sind Heim-, Nacht- und Bauchfelldialysen möglich, die das Leben erleichtern können. Zudem haben sich Urlaubsanbieter auf Dialysepatienten eingestellt, Kreuzfahrtschiffe halten ein entsprechendes Angebot vor. Die Gefahr, wegen einer derartigen Erkrankung zu vereinsamen, muss nicht bestehen, wenn der Betroffene vieles selbst in die Hand nimmt.

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