Düren - Das Warten auf Helge Schneider hat sich gelohnt

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Das Warten auf Helge Schneider hat sich gelohnt

Von: Axel Keldenich
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Ein Künstler und sein Assiste
Ein Künstler und sein Assistent: Helge Schneider (rechts) begeisterte das Publikum in Düren. Bodos Part war nicht zu verachten: Er brachte Tee und hängte dem Meister die Gitarre um. Foto: Keldenich

Düren. Das Warten hat sich gelohnt. Vor einem halben Jahr sollte er mit seinem Programm „Buxe voll” auf der Open-Air-Bühne in Nideggen gastieren, doch der Auftritt wurde abgesagt.

So hieß es jetzt am Donnerstagabend „Rettung naht - Superhelgi auf Tournee” - und die Dürener hatten in der voll besetzten Arena Kreis Düren das Vergnügen mit dem multitalentierten Künstler. Und sollte sich jemand Sorgen um ihn gemacht haben lautete die schnelle Diagnose: Kein Problem, der Mann war ganz der Alte.

Während andere Künstler sich gerne zunächst einmal beim Publikum mit ein paar Komplimenten über den jeweiligen Auftrittsort einschmeicheln, lederte Helge Schneider gleich los: „Düren ist ja eher so eine Stadt, an der man gerne mal vorbeifährt.” Dabei las er den Ortsnamen demonstrativ von der Handfläche ab. Noch ein zwei lästerliche Bemerkungen - dann war das schon einmal geklärt.

Also konnte sich Helge Schneider den wichtigen Dingen widmen, beispielsweise dem skurrilen Thema „Brustverlängerung” bei Frauen. Das Szenario der Operation und späterer Risiken spielte er drastisch durch, und das am Weltfrauentag.

Aber schließlich wäre er nicht Helge Schneider, wenn er sich um so etwas scherte. Wo er doch sowieso gestand, dass er nicht mehr wie früher glaube, Frauen gehörten in die Küche. Heute sähe er sie auch gern im Badezimmer, um dort einmal sauber zu machen. . .

Auf der Bühne hatte der Meister des skurrilen Humors derweil einen männlichen Assistenten, der aufs Wort parierte. Bodo in roter Livree brachte Tee, hängte ihm die Gitarre um den Hals, rückte das Marimbaphon an die richtige Stelle und verschwand auf das Kommando „Sitz” wieder auf seinem Platz am Rande der Bühne.

Das war dann immer das Zeichen für die musikalischen Einsätze. Schneider am Klavier, der Trompete, der Gitarre oder einfach mit dem Trötchen - und dazu seine exzellenten Begleiter Ira Coleman am Bass, der Saxofonspieler Tyree Glenn junior und am Schlagzeug der in Düren ja bestens bekannte Willy Ketzer, der auch Schneiders Spott ertragen musste: „Ihn habe ich hier vom Arbeitsamt.” Und dann war da noch Sergej Gleithmann, der „sündhaft teure Superstar”, den selbst einer wie Helge Schneider sich nach eigener Aussage deshalb nur für Kurzauftritte leisten kann. Aber die hatten es in sich. Seine pantomimische Untermalung des Schneider-Klassikers vom Meisenmann dürfte so kein zweiter schaffen!

Natürlich stand auch der „Telefonmann” wieder auf dem Programm, dazu einige neue Sachen, für die Schneider und sein exzellentes Ensemble immer wieder Szenenbeifall bekamen. Und als hätte man es immer schon gewusst: So einer wie Helge Schneider muss auch ein bisschen schizophren sein. In seine perfekte Imitation von Udo Lindenberg im Lied „Ich wohn im Hotel” platzte plötzlich ein Gast namens Helge Schneider. Und dann begann ein nahtloser Dialog, bei dem man bei geschlossenen Augen wirklich annehmen konnte, beide Künstler seien anwesend gewesen. Die Dürener Helge-Schneider-Fans werden sich mit dem ganzen Publikum seiner Tournee einig sein: Die angekündigte Pause am Ende dieser Runde sollte nicht zu lange dauern.
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