Das „Sorgenkind“ Hauptschule: Käufer gesucht

Von: Dietmar Engels
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Zurzeit das größte „Sorgenkind“ der Verantwortlichen in der Gemeinde Nörvenich: Die leerstehende Hauptschule. Was soll mit dem Gebäude geschehen? Vermutlich bleibt nur der Abriss. Foto: Dietmar Engels

Nörvenich. Als „Kleine Gemeinde mit großem Herz“ empfiehlt sich Nörvenich auf seiner Homepage im Internet. In Sachen Einwohnerzahl ist die Fliegerhorstkommune in der Tat ziemlich klein: 10.567 Bürger hatte die Gemeinde Nörvenich zum Stichtag 31. März 2014.

Sie verteilen sich allerdings auf eine große Fläche mit 14 Ortsteilen: Binsfeld, Dorweiler, Eggersheim, Eschweiler über Feld, Frauwüllesheim, Hochkirchen, Irresheim, Nörvenich, Oberbolheim, Pingsheim, Poll, Rath, Rommelsheim und Wissersheim.

Der mit weitem Abstand größte Arbeitgeber in Nörvenich ist die Bundesluftwaffe. Im Fliegerhorst und in der Kaserne Haus Hardt sind rund 1800 Menschen tätig, davon knapp 300 Zivilbeschäftigte. Entsprechend groß war die Erleichterung, als feststand, dass der Standort Nörvenich/Kerpen im Zuge der Umstrukturierung bei der Bundeswehr nicht etwa verkleinert oder gar gestrichen, sondern sogar noch gestärkt wurde.

Als Wohngemeinde ist Nörvenich offenbar sehr beliebt. In den letzten Jahren gab es viele Zuzüge aus dem Großraum Köln. Der Hauptgrund ist wohl, dass man in Nörvenich im ländlichen Raum lebt, wegen der guten Verkehrsanbindungen aber auch sehr schnell im Kölner Ballungsraum ist. Alle in den letzten Jahren in verschiedenen Ortsteilen neu ausgewiesenen Wohngebiete erfreuen sich einer großen Nachfrage.

Was die schulische Versorgung anbelangt, hat Nörvenich ein größeres Problem: Es gibt keine weiterführende Schule mehr, seit die Hauptschule wegen der sehr geringen Nachfrage im vergangenen Jahr geschlossen wurde. Andererseits ist Nörvenich von etlichen, nicht weit entfernten Schulstandorten umringt: Merzenich, Lechenich, Zülpich, Kerpen und natürlich Düren.

Das leerstehende Hauptschulgebäude ist zurzeit das größte Sorgenkind von Rat und Verwaltung. Die Hoffnung, es würde sich ein Investor finden, der das Haus mit noch guter Bausubstanz in eine Einrichtung für „betreutes Wohnen“ umbaut, hat sich nicht erfüllt. Es hat sich heraus gestellt, dass so ein Projekt teurer als ein kompletter Neubau wäre. Mithin sieht im Moment alles danach aus, als müsse das Gebäude abgerissen werden.

Die Frage stellt sich, ob die erheblichen damit verbundenen Kosten an der Gemeinde hängen bleiben würden. Das kann sie sich in der derzeitigen Situation auf keinen Fall erlauben. Ob sich allerdings das Grundstück im Herzen des Hauptortes „so wie es ist“ verkaufen lässt, ist sehr ungewiss. Die Verwaltung bemüht sich jedenfalls nach Kräften, diese Lösung zu erreichen. Gerne würde die Gemeinde Nörvenich einen Beitrag zum Ausbau der regenerativen Windenergie leisten – und durch den Verkauf oder die Verpachtung der dafür nötigen Flächen davon auch profitieren. Ob aber entsprechende „Konzentrationsflächen“ ausgewiesen werden können, ist derzeit fraglich. Die Sperrzone rund um das Drehfunkfeuer am Militärflugplatz ist auf 15 Kilometer ausgeweitet worden. Das schließt große Windanlagen in der Gemeinde Nörvenich (und in den Nachbargemeinden) aus.

Es laufen jedoch Bestrebungen, die Zone enger zu fassen. Die Ausweitung hat die laufenden Planungen zur nötigen Änderung des Flächennutzungsplanes, die schon etwa 30.000 Euro gekostet haben, zunächst gestoppt. Weitere rund 20 000 Euro wären nötig, um das Verfahren zu Ende zu führen.

Es gibt allerdings Hoffnung, dass die Gemeinde auf diesen Kosten nicht sitzen bleibt: Wenn besagte Sperrzone wieder verkleinert wird und Windkraftanlagen errichtet werden können, haben bereits zwei mögliche Investoren zugesagt, die bisherigen Ausgaben zu erstatten und auch die weiteren Kosten zu tragen.

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