Nideggen - Das neue Haus wagt den Brückenschlag zum alten Tor

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Das neue Haus wagt den Brückenschlag zum alten Tor

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Das neue Bauwerk soll alte und neue Geschichte der Stadt miteinander verweben. Für eine Besichtigung sollte man sich Zeit lassen, wie es der Nideggener Stadtrat tat, um alle Perspektiven kennen zu lernen. Foto: Schmitz

Nideggen. Die Blicke schwankten zwischen Skepsis und Wohlwollen. Nideggens Stadtverordnete trafen sich an einer Nahtstelle zwischen Mittelalter und Neuzeit. Eine Lücke zwischen städtischer Bebauung und Zülpicher Tor wurde geschlossen: mit einem Bauwerk, das schon jetzt Wirkung zeigt, sich nicht tumb in den Vordergrund spielt, sondern mit dem Turm ein Ensemble bildet, obwohl sich beide Baukörper nicht berühren.

Das Gesetz der Nähe hat Architekt Gerhard Kalhöfer umgesetzt und einen Blickfang geschaffen, der voll zur Geltung kommen wird, wenn der Bauzaun verschwunden und noch kahle Flächen verkleidet sind. Trotz des Rohzustandes lässt sich aber schon jetzt vermuten, dass die Architektur für Diskussionsstoff sorgen wird.

„Material passt zum Turm”

2007 wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, eine Jury entschied sich für das jetzige Modell, dem der Rat zustimmte. Einig waren sich bei der Ortsbesichtigung alle, dass das damals vorgestellte Modell auch so verwirklicht wurde. Mit einer Ausnahme: Wegen der klammen Kasse der Stadt wurde auf eine gesamte Fassadenverkleidung aus Kupfer verzichtet. Nur an einigen markanten Stellen wird das Metall zur Verschönerung eingesetzt. Der Architekt sprach von einem „Zusammenspiel von Tor, Haus und Kupferdecke” und stellte fest, dass das ausgesuchte Material in seiner Farbigkeit zum Turm passe.

Das neue Gebäude soll nach Ansicht von Gerhard Kalhöfer „die alte Zeit mit der Modernen” verweben. Wie eine geometrische Figur ist der Bau angeordnet, je nach Standort bietet es dem Betrachter immer neue Perspektiven. Jede Seite der baulichen Gestalt ist anders gearbeitet. Ein subtiles Spiel auf drei Stützen, welches zu einer verdichteten Situation zwischen Altem und Neuem führt.

Wer vor dem Tor steht, glaubt gar, alles gehöre zusammen. Dass möglicherweise etwas Außergewöhnliches entstanden ist, wird man wohl erst feststellen, wenn der unbefestigte Platz vor dem Tor, der bisher als Parkplatz benutzt wurde, terrassenförmig und stufig neu gestaltet und vielleicht illuminiert ist. Durch ein kleines Tor gelangt man durch einen leicht ansteigenden Gang zwischen Stadtmauer und Gebäude ins Haus, behindertengerecht angelegt. Auch im Haus ist alles barrierefrei. Die Etagen selbst beeindrucken in ihrer Gestaltung. Die Böden werden aus geschliffenem Beton mit farbigen Sandsteineinschlüssen bestehen.

Der weite Blick über die Stadtmauer aufs Nideggener Land Richtung Rath ist möglich, lediglich ein Anbau trübt ein wenig die Aussicht. Im obersten Stockwerk befindet sich ein Zugang zum Zülpicher Tor, dessen Nutzung möglich sein soll, wenn es die finanzielle Situation zulasse, erläuterte Bürgermeisterin Margit Göckemeyer.

Für das Gebäude selbst, dass mit den Außenanlagen rund 830.000 Euro kostet, hat sie verschiedene Ideen: Trauzimmer, Bürgerbüro mit Touristeninformation, Vereinsräume - der Haupt- und Finanzausschuss wird sich Ende Oktober damit beschäftigen.

Und die Politiker? Wolf-Dieter Keß, SPD-Fraktionsvorsitzender, sieht „Anpassungsprobleme” wegen der in fast schwarzem Schiefer gehaltenen Außenfassade, ist aber von der Gesamtidee begeistert. Zurückhaltend sein Pendant auf CDU-Seite, Markus Fischer, für den vor allem das Nutzungskonzept wichtig und der „Rohbau” noch nicht aussagekräftig genug ist. „Architektonisch ansehnlich”, kommentierte Gudrun Zentis von den Grünen, „alles wurde wesentlich besser als erwartet”.
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