Das Mittelalter spielerisch „wiederbelebt”

Von: Hannes Schmitz
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Viel zu lernen macht manchmal müde. Pfannkuchenbacken war ein großer Anreiz. Zuvor aber mussten Äpfel geschnitten werden. Foto: Schmitz

Nideggen. Mittelalter und Neuzeit trafen sich auf der Burg Nideggen. Während Kommunionkinder zum Restaurant gingen, waren andere im Küchenturm der Burg dabei, sich nach mittelalterlichen Gebräuchen ein Mahl zuzubereiten.

Zwar war es ein neuzeitliches Gericht, das in einer riesigen Pfanne gebacken wurde, doch das Mehl für die Apfelpfannkuchen hatten die Kinder im Burgenmuseum selbst gemahlen. Alltagsgegenstände jener Zeit auszuprobieren und nachzuempfinden war die Devise eines Ferienspiels im Burgenmuseum Nideggen.

Rund 25 Kinder erlebten für über drei Stunden eine spannende Zeit auf der Ritterburg. Gewöhnliche Tätigkeiten im mittelalterlichen Leben wurden für die „Lehrlinge” zu aufregenden Momenten. So nach und nach erschloss sich für die Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren, wie es damals zuging. Wie wurde Feuer gemacht, wie genäht, wie wurde Essen zubereitet?

Pädagogisch geschickt ließen die Referenten Stefan Wester, Andreas Krüger und Jörg Hinz jene Zeit an praktischen Beispielen auferstehen, fernab jeder Ritter-Romantik oder Burgfräulein-Träumen. Sie lernten, dass Mehlmahlen auf der Handsteinmühle Knochenarbeit und nähen mit Nadeln aus Horn eine zeitintensive Sache war, überhaupt das Alltagsleben harte Arbeit bedeutete.

Auf spielerische und spaßige Art wurde mittelalterliches Leben wieder belebt. Fasziniert waren die Kids des 21. Jahrhunderts, auf welche Weise früher Feuer gemacht wurde. Alle probierten es aus und stellten zu ihrer Überraschung fest, dass man schon eine ausgefeilte Technik für Stein und Feuerstein brauchte, damit ein Funkenflug zustande kam. Aber auch andere Alltagsgegenstände nahmen sie unter Anleitung unter die Lupe, kamen manchmal aus dem Staunen nicht heraus, wie man manches in den vorherigen Jahrhunderten bewältigte ohne die Technik der heutigen Zeit.

Fast ungläubiges Staunen rief die Steinschleuder hervor, die im Mittelalter als Angriffs- und Verteidigungswaffe genutzt wurde.

Wer viel lernt, bekommt Appetit auf mehr. In diesem Fall waren es die Apfelpfannkuchen, die auf einer offenen Feuerstelle knusprig brieten und, weil selbst gemacht, besonders gut schmeckten.
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