Düren - „Das ist schöner als beschenkt zu werden“

„Das ist schöner als beschenkt zu werden“

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
4670488.jpg
Ira Heidbüchel und Grudrun Rösseler sortieren die Kiste nach Größe – für Familien oder Einzelpersonen. Foto: Berners
4670528.jpg
Die Männer, die ehrenamtlich bei der Dürener Tafel mitarbeiten, hatten gestern viele Kisten zu schleppen. „Wenn wir das Leuchten in den Augen der Menschen sehen, ist dies das größte Geschenk“, sagen (v.l.) Josef Pütz, Dieter Kelmes, Willi Steffens und Werner Heller. Foto: Berners

Düren. „Wenn die Augen der Menschen leuchten und wenn die Kinder strahlen, weil sie einen Schokoladennikolaus in ihrer Kiste entdecken, dann ist das viel schöner als selbst beschenkt zu werden“, sagt Werner Heller. Er ist einer der Männer, die am Mittwoch an der Arena Weihnachtskisten – vollgepackt mit mindestens allem, was man für ein weihnachtliches Essen braucht – angenommen und in die Sporthalle getragen haben.

„Ein schönes Weihnachtsessen mit allem drum und dran ist für uns selbstverständlich. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass das nicht für alle Menschen gilt – auch in unserer Stadt“, sagt Haller. Und deswegen helfen er und Josef Pütz, Dieter Kelmes und Willi Steffens gerne. Im Minuten-, manchmal im Sekundentakt waren am Mittwoch die Autos vor die Arena gefahren.

Martha Gierlich aus Obermaubach war eine von denen, die eine Weihnachtskiste zusammengestellt hatten. „Es ist erschreckend, dass es auch in Deutschland, einem Land, dem es doch eigentlich gut geht, so viele arme Menschen gibt“, sagt sie. Und sie will helfen, dass auch diejenigen, die nicht genügend Geld haben, ein schönes Weihnachtsfest verbringen können. Diesen Beitrag wollen alle leisten, die am Mittwoch ihre Pakete zur Arena gebracht haben – Kinder, Senioren, Berufstätige. „Wer schenkt, beschenkt auch sich selbst“, sagt eine Frau aus der Eifel, als sie ein Päckchen abgibt.

So ähnlich die Motivation ist, eine Kiste zusammenzustellen, so unterschiedlich ist die Motivation der Tafel-Mitarbeiter für ihr Engagement. Da sind Rentner, die ihre Zeit sinnvoll nutzen und sich zum Wohl der Gesellschaft einbringen möchten, da sind Menschen, die die Armut vor Ort nicht untätig mit ansehen wollen, da sind engagierte Bürger, die sich selbst schon dabei ertappt haben, wie sie nachlässig Lebensmittel weggeworfen haben – und denen dann auffiel, wie unverantwortlich das ist, wenn man sich die Situation derer, die nicht genug Geld für den Großeinkauf haben, vergegenwärtigt.

Das Tafel-Team war am Mittwoch schon früh angerückt, um die Arena für die Weihnachtskistenaktion vorzubereiten. Der Boden musste ausgelegt, Tische geschleppt und aufgebaut werden.

Wenn die Männer die schweren Kisten mit Hubwagen in die Halle gebracht hatten, sortierten ihre Mitstreiter im „Innendienst“ die Kisten nach Größen – für Familien, für Einzelpersonen. Die langen Tischreihen in der Arena füllen sich schnell. „800 Weihnachtskiste müssten wir bekommen, um allen Kunden eine Freude machen zu können“, sagt Edith Becker, die Vorsitzende der Tafel.

Der Plan ging mit 850 Kisten auf. 40 Kisten haben sie und ihre 80 Mitstreiter in der Tafel deponiert. „Die bringen wir am Freitag zu den Menschen, die sie nicht selbst hier abholen können“, erklärt Becker. Wenn die Kisten heute in der Arena verteilt werden, sind auch die Schüler des Nelly-Pütz-Berufskolleges dabei, um die Tafel zu unterstützen. „Es wird ein emotionaler und besinnlicher, aber auch ein fröhlicher Tag“, sagt Werner Heller.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert