Vlatten - Das Hohe Venn: Einzigartige Region mit sprödem Charme

Das Hohe Venn: Einzigartige Region mit sprödem Charme

Von: Beate Weiler-Pranter
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Ein Idyll für Wanderer: Das H
Ein Idyll für Wanderer: Das Hohe Venn, das Ulrike Schwieren-Höger in ihrem neuen Buch auf 200 Seiten beleuchtet. Foto: Stollenwerk

Vlatten. „Als der Anruf kam, ich solle ein Buch über das Hohe Venn schreiben, habe ich zunächst einen Moment gezögert”, erinnert sich Ulrike Schwieren-Höger.

„Meine letzten Arbeiten für diesen Verlag waren Städte-Portraits über Aachen oder Eupen”, präzisiert die 60-Jährige, die mittlerweile ihr achtes Buch veröffentlicht, ihre kurze Bedenkzeit.

Doch dann nahm die Heimbacher Autorin voller Vorfreude den Auftrag aus Eupen an: „Schließlich ist das Hohe Venn - neben der Küste - das Aushängeschild Belgiens.”

Statt Städtebeschreibung stand für Ulrike Schwieren-Höger diesmal „Natur pur” im Fokus. Über ein halbes Jahr war sie auf Achse, hat endlose Kilometer „gefressen” und viele Gespräche geführt. Entstanden ist ein atmosphärisches Buch über das Hohe Venn, reich bebildert vom Fotografen Guido Bertemes.

Zu allen Tages- und Jahreszeiten ging die Journalistin auf Spurensuche. Pendelte unzählige Male zwischen Vlatten und Venn, um den spröden Charme dieses Naturschutzgebietes stimmungsvoll widerspiegeln zu können. Auf knapp 200 Seiten werden Flora und Fauna, Geografie und Geologie dieser einzigartigen Region in Bild und Text beleuchtet. Dabei reicht der Bogen vom rauen Alltag der früheren Torfstecher bis hin zum sanft geführten Tourismus des 21. Jahrhunderts.

„Die Themenschwerpunkte der einzelnen Kapitel haben der Fotograf und ich im Vorfeld abgestimmt. Danach machten wir uns unabhängig voneinander an die Arbeit”, beschreibt Ulrike Schwieren-Höger die zeitaufwändige Recherche.

Um die gesammelten Venn-Erlebnisse und -Eindrücke aufs Papier zu bringen, zog sich Ulrike-Schwieger-Höger dann in ihr Arbeitszimmer unterm Dach des restaurierten Vlattener Fachwerkhauses zurück. „Die Morgenstunden waren mir wichtig! Ich kann nur vormittags schreiben”, verrät sie lachend. Doch wenige Tage bevor der gemeinsame Bildband in den Druck gehen sollte, passierte das Unfassbare: Der verheerende Brand im Hohen Venn - im Frühjahr 2011 - verwüstete 1000 Hektar der urwüchsigen Moorlandschaft. Eine Fläche so groß wie 1400 Fußballfelder fiel den Flammen zum Opfer. Tagelang kämpften Feuerwehrleute aus Belgien und Deutschland gegen die Feuersbrunst und die glimmenden Glutnester im moorigen Boden.

„Plötzlich stand auch unser ganzes Buch-Projekt auf der Kippe”, schildert die Journalistin, denn das gerade noch von ihr beschriebene und von Guido Bertemes fotografierte, intakte Ökosystem war durch den „größten Brand seit 60 Jahren” zerstört worden. Selbst Fachleute wussten zunächst nicht, ob und in welchem Zeitraum sich das Hohe Venn regenerieren könne. „Unser fertiges Buchmanuskript landete erst einmal für unbestimmte Zeit in der Schublade”, erinnert sich die Journalistin an den herben Rückschlag.

„Das Hohe Venn erholte sich aber Gott sei Dank schneller als erwartet. Und so mussten nur einige Buch-Passagen aktualisiert werden”, atmet die Autorin noch im Nachhinein auf. Nach monatelanger Verzögerung ist das Venn-Buch nun endlich erschienen. Druckfrisch liegt es auf dem Tisch; aufgeschlagen beim neu hinzugefügten Kapitel: „Rote Fahnen: Brandgefahr”.

Die interessanten Kontakte, die sie während ihrer Recherchearbeit knüpfte, nutzte Ulrike Schwieren-Höger mittlerweile auch für ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin des Vereins „Die Jungen Alten”. Mit der Märchenerzählerin Lotte von der Inde, die sie während der Recherche zur traditionellen Walpurgiswanderung im Hohen Venn kennengelernt hatte, organisierte sie in Heimbach einen stimmungsvollen „Spaziergang in die Nacht”. Bei Märchen und Musik folgten fast 60 Zuhörer dem abendlichen Rundgang entlang der Rur.

„Wenn ich irgendwo anders etwas Spannendes erlebe, frage ich mich immer, wie man das auf Heimbach übertragen kann”, erklärt die 60-Jährige ihr unermüdliches Engagement. Und fast entschuldigend fügt sie hinzu: „Außerdem manage ich unheimlich gern Veranstaltungen.”
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