Das gewaltige Volumen des Kosaken-Chores

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
7017628.jpg
Peter Orloff und seine Kosaken begeisterten die Menschen in der Pfarrkirche St. Antonius in Düren.

Düren. Gewaltige Männerstimmen – vom Bass bis hin zum Tenor, Balalaika, Domra (die kleine Balalaika oder auch Laute genannt) und ein Knopfakkordeon – bringt man diese Begriffe auf einen Nenner, so sieht man ihn vor sich: den „Schwarzmeer Kosaken-Chor“. Unter der Gesamtleitung von Peter Orloff, vielen Menschen noch als Schlagersänger und Komponist in Funk und Fernsehen bekannt, spielten die Männer und eine Frau (Domra) zum zweiten Mal in der Pfarrkirche St. Antonius im Grüngürtel.

Das Konzert begann verhalten, baute sich langsam auf und endete in einer Stimmung wie bei einem Pop-Event. Die begeisterten Gäste hielt es zum Schluss nicht mehr in ihren Bänken. Stehend spendeten sie lautstark Applaus, baten auf diese Weise um Zugaben.

Was macht die Faszination aus, die von diesem Chor ausgeht? Er tritt in Würde, wie immer schwarz gekleidet, auf. Zunächst präsentierten die Musiker Lieder, die Gebete sind, Gebete, die zu Liedern werden. Das traf offenbar viele Besucher mitten in ihren Gefühlen, selbst wenn sie sich als nicht religiös bezeichnen.

Es ist schwierig, sich dieser Stimmung zu entziehen. Peter Orloff und seine Männer interpretierten das „Vater unser“, „Herr erbarme dich“, das Klostermorgengebet, das berühmte „Ave Maria“ von Franz Schubert, „Ich bete an die Macht der Liebe“ und den Gefangenenchor aus der Oper „Nabucco“ von Giuseppe Verdi.

Mit Inbrunst standen die Männer da, ließen in aller Bescheidenheit ihre Stimmen erschallen, jede einzelne ausgestattet mit einem gewaltigen Volumen. Nicht zu überhören war, eine absolute Rarität, der männliche Sopran aus der Kiewer Oper, ein Soprano. Absolut begeisternd war die Leistung der drei Instrumentalisten: Irina Kripakowa mit der Domra, Slava Kripakov mit seiner Bassbalalaika und Ilya Kurtev mit dem Knopfakkordeon. Kenner der Szene bezeichneten die meisterliche Beherrschung der Instrumente als akrobatisch und virtuos.

Im zweiten Teil des Konzerts ging es etwas dynamischer und lauter zu. Die Sänger und die Instrumente malten ein Bild des „Glorreichen Baikals“, nahmen ihre Fans mit auf eine „Straße nach Petersburg“, inszenierten die „Legende von den zwölf Räubern“. Kosakenhauptmann Stenka Rasin tritt auf.

Und immer wieder werden die schnellen Rhythmen von melancholischen, leisen Melodien abgelöst. Da läuten die „Abendglocken“ und als dann als Zugabe „Gute Nacht“ (auf Deutsch) gesungen wurde, fühlte sich die deutsche Seele mit der russischen Seele eng verbunden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert