Das gemeinsame Ziel: Deutsch lernen

Von: jap
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Sybille Haußmann, Leiterin des Amtes für Schule, Bildung und Integration des Kreises Düren, Marita Schiffer, Koordinatorin der Internationalen Klassen am Berufskolleg, und Dagmar Linzenich vom Kommunalen Integrationszentrums (v.l.) freuten sich über das gelungene Kennenlern-Fest.

Düren. Sie kommen aus Syrien oder Afghanistan, aus dem Iran, aus dem Irak, aus Somalia aber auch aus Mazedonien. Sie sprechen neben ihren eigenen Sprachen mehr oder weniger gut Arabisch oder Englisch. Aber eines ist ihnen allen gemeinsam. Sie möchten richtig gut Deutsch sprechen lernen.

Osman, Sarah, Osama, Gando, Diyar, Alan, Mohammad, Sharif und 28 weitere jugendliche Flüchtlinge zwischen 17 und 18 Jahren lernen seit März in den internationalen Klassen am Berufskolleg Kaufmännische Schulen des Kreises Düren. Wer eine Aufgabe nicht sofort versteht, bekommt schnell Hilfe vom Banknachbarn. Dann gibt es manchmal ein Sprachgewirr, aber immer mehr wird Deutsch zur Hauptsprache.

„Wofür bist du dankbar?“

Auch Osman hilft seinen Mitschülern gerne. Er kommt aus Syrien und ist 17 Jahre alt. Jetzt besucht er eine der beiden Internationalen Klassen und freut sich auf den Unterricht.

Das neue Schuljahr beginnt mit vielen Fragen. Eine der Fragen, die die Klassenlehrerin jetzt in die Klasse wirft, lautet: „Wofür bist du dankbar?“ Osman zählt die Aktivitäten auf, die er mit den anderen Kindern aus dem Kinderheim „Sankt Joseph“ in Düren in den Sommerferien besucht hat. „Und da war noch eine Sache, die mir gefallen hat. Die Feier an der Schule! Die Feier mit den deutschen Schülern vor den Ferien.“

Die Flüchtlinge sind erst einige Monate in Deutschland und bemühen sich intensiv um Integration. Deshalb freuen sie sich über jeden Kontakt mit Gleichaltrigen aus der Schule.

Aber auch die Lehrer, die Sozialpädagogen und die Schüler der anderen Klassen geben sich viel Mühe, den neuen Mitschülern, die meist als unbegleitete Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, nicht nur beim Erlernen der deutschen Sprache, sondern auch bei der Integration in den Schulalltag, beim Bewältigen vieler organisatorischer Hürden, beim Kommunizieren und beim Verstehen der Kultur des Gastlandes zu helfen.

So ist seitens der Projektgruppe „BKSD International“ vor Kurzem die Idee entstanden, den „Neuen“ bei einem Kennenlern-Treffen die Hand zu reichen und sie schneller in das Schulgeschehen zu integrieren.

Spiele zum Kennenlernen

Gesagt, getan. Schnell wurde ein Termin ins Auge gefasst und Sozialpädagogin Edeltrud Behr übernahm einen großen Teil der Organisation. Ihre Hilfe bei der Umsetzung nahmen Schüler dankend entgegen. Auf dem Schulhof gab es Kennenlern-Spiele, in der Schule selbst ein leckeres Buffet.

Zu einem richtigen Fest gehören aber auch Gäste. Sybille Haußmann, Leiterin des Amtes für Schule, Bildung und Integration des Kreises Düren und Dagmar Linzenich, für die Berufskollegs zuständige Sachbearbeiterin des Kommunalen Integrationszentrums freuten sich über diese Initiative. Sie waren erstaunt, wie viel Deutsch die Schüler in der kurzen Zeit von knapp vier Monaten schon gelernt hatten und nutzten die Zeit für viele Gespräche. Sie betonten, wie wichtig der Schulbesuch und der Kontakt der jungen Flüchtlinge zu anderen Jugendlichen sind.

Marita Schiffer, Koordinatorin der Internationalen Klassen, brachte es auf den Punkt: „Wo, wenn nicht bei uns, kann und muss Integration anfangen. Und wie einfach das bei einem gemeinsamen Essen gehen kann, sieht man hier.“

Die Schüler der Projektgruppe „BKSD International“, die bei zahlreichen internationalen Projekten im Ausland Erfahrungen gesammelt haben, konnten sich überzeugen, wie gewinnbringend aber auch herausfordernd es sein kann, mit Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammenzuarbeiten.

Das neue Schuljahr bringt neue Herausforderungen mit sich. Die Flüchtlinge lernen weiter intensiv Deutsch. Aber auch weitere Fächer wie Mathematik, Wirtschaft, Politik, Sport, Englisch, Textverarbeitung und Ethik sind nun zum Ende des Jahres Teil des wöchentlichen Pensums.

Um die Jugendlichen auch mit der Arbeitswelt und möglichen Ausbildungsberufen in Kontakt zu bringen, sollen Praktika folgen. Die Praktika werden von der Schule eng begleitet, so dass bei Schwierigkeiten schnell geholfen werden kann. Die Arbeitgeber aus dem Kreis Düren, die Praktikumsplätze für die jungen Flüchtlinge anbieten, können gerne Kontakt mit dem Berufskolleg aufnehmen.

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