Das Ende von Kälte und Schimmelbefall?

Von: Stephan Johnen
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Alter Wohnungsbestand bald unter neuem Management? Ein Investor interessiert sich für die Wohnblocks an der Rütger-von-Scheven-Straße und will die 275 Wohnungen sanieren. Foto: Johnen

Düren. Die Wohnblocks an der Rütger-von-Scheven-Straße wechseln den Besitzer. Die „Deutsche Invest Immobilien” (DII) aus Wiesbaden möchte den Bestand von 275 Wohnungen vom dänischen Investor „Griffin Rhein-Ruhr” übernehmen. Einen Termin beim Notar gab es bereits vor Weihnachten, bestätigte Frank Wojtalewicz, Vorstandsvorsitzender der DII, am Montag der DZ.

Bis Ende März soll der Verkauf abgeschlossen sein. Zum Kaufpreis möchte sich Wojtalewicz nicht äußern.

In der Vergangenheit haben die Mieter in den Wohnblocks, die Mitte der 50er Jahre zunächst für Angehörige des öffentlichen Dienstes gebaut wurden und seit einigen Jahren der dänischen Immobiliengesellschaft gehören, schon einiges erlebt. Defekte Heizungen in den Wohnungen, gar keine Heizungen, undichte Dächer, zugige Fenster, Schimmelbefall und verwahrloste Grünanlagen - die Mieter lagen zum Teil im Dauerstreit mit dem Eigentümer (wir berichteten).

Im vergangenen Jahr gründete sich die „Mietergemeinschaft An der Rur”, die mit Hilfe einer Dürener Rechtsanwaltskanzlei vor Gericht zog, und bislang in mehreren Fällen Recht bekam. „Außer Vertröstungen hört man vom Eigentümer aber nichts”, berichtet Rechtsanwalt Dirk Valter. Der Einbau einer Heizung in der Wohnung einer Mandantin habe beispielsweise nur mit einer Kontenpfändung bezahlt werden können.

Der Kaufinteressent kennt die Vorgeschichte des Wohnblocks. Seit Sommer des vergangenen Jahres habe sich sein Unternehmen die Wohnungen in Düren angesehen und den Bedarf für Sanierungen ermittelt, sagt Frank Wojtalewicz. Er rechne mit 350 bis 500 Euro Sanierungskosten - pro Quadratmeter. Ein umfassender Sanierungsplan soll erstellt und umgesetzt werden. Bei einer Wohnfläche von 15.000 Quadratmetern entspräche dies einer Investitionssumme von 5,25 bis 7,5 Millionen Euro. „Wir haben Erfahrung in der Sanierung solcher Objekte”, sagt Wojtalewicz.

Das Unternehmen beschreibt seine Investitionsstrategie in der Außendarstellung wie folgt: Im „günstigen Einkauf” werden Immobilien mit „hohem Wertsteigerungspotenzial” erworben. Eine „konsequente Wertsteigerung” werde anschließend durch die „Realisierung von Ausbaupotenzialen und Anpassung der Mieten” erzielt. Dass die Mieten künftig in Düren steigen, kann Wojtalewicz nicht ausschließen. „Dafür sinken aber die Nebenkosten dramatisch.”

Sobald der Verkauf abgeschlossen ist, werde sich die DII-Geschäftsführung im zweiten Quartal mit den Mietern in Verbindung setzen und das weitere Vorgehen besprechen, umreißt Wojtalewicz den Fahrplan. Derzeit stehen 60 Wohnungen leer, die sofort saniert werden könnten. Auch der Kontakt zur Stadt Düren werde gesucht, um die Sanierungsmaßnahme zu planen. „Das ist ein guter Standort mit Potenzial”, findet Wojtalewicz. „Daraus kann man etwas machen, wenn man Geld reinsteckt.” Die Gebäude wurden im öffentlichen Wohnungsbau gefördert, die Bindung lief Ende des vergangenen Jahres aus.

„Miete muss bezahlbar bleiben”

„Wir haben die Erwartung, dass sich etwas verbessert”, sieht Willem Caenen, der Sprecher der Mietergemeinschaft, dem potenziellen Besitzerwechsel entgegen. Jahrelang hätten die Mieter „für die Katz´ gekämpft”. Es müsse sich zeigen, ob sich mit dem neuen Besitzer eine Verbesserung einstellt. „Die Miete muss aber bezahlbar bleiben”, fordert Caenen, schließlich seien „50 Prozent der Mieter” auf staatliche Transferleistungen angewiesen.

Auch Rechtsanwalt Dirk Valter bleibt gespannt. „Wir werden nach dem Verkauf den neuen Besitzer anschreiben und Fristen für die Beseitigung der Mängel setzen”, sagte er. Die Urteile, die gegen „Griffin” erwirkt wurden, seien nach einer Titelumschreibung auf den Rechtsnachfolger weiterhin rechtskräftig.
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