Das Ende fürs Töpfereimuseum?

Von: kin
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Langerwehe. Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Die Gemeinde Langerwehe hatte im vergangenen Jahr ein Haushaltsdefizit in Höhe von knapp 4,2 Millionen Euro. Für 2016 rechnet die Kommune mit einem Drittel weniger Schlüsselzuweisungen, die nicht durch höhere Steuereinnahmen ausgeglichen werden können.

Grund genug für die CDU-Fraktion, die Notbremse zu ziehen. Die Partei um Fraktionsvorsitzende Astrid Natus-Can hat der Verwaltung 16 Prüfaufträge gestellt. Und die haben es in sich.

Weniger Klassen pro Jahrgang an der Gesamtschule, Aufgabe der Trägerschaft des Töpfereimuseums, Abriss der Kulturhalle und Neubau eines kleineren Raumes, Schließung der Gemeindebücherei – alles soll auf den Prüfstand. Astrid Natus-Can: „Wir brauchen bis 2021 den strukturellen Haushaltsausgleich. Das ist die Absprache mit der Kommunalaufsicht. Wenn wir das nicht schaffen, können wir keine eigenen Entscheidungen mehr treffen. Das wollen wir auf jeden Fall vermeiden.“ Deswegen müsse alles auf den Tisch. „Wir müssen wissen, wo es Einsparpotenziale gibt. Welche wir davon umsetzen, steht auf einem anderen Blatt. Alles werden wir nicht mehr stemmen können.“

Beispiel Gesamtschule: Sie ist mit mehr als 1400 Schülern nach den Berufskollegs die größte weiterführende Schule im Kreis Düren und kostet die Gemeinde rund 1,4 Millionen Euro im Jahr. „Wir müssen prüfen, wie andere Kommunen sich an den Kosten beteiligen können. Vielleich ist die Gründung eines Schulzweckverbandes sinnvoll“, sagt Natus-Can. Auch müsse geprüft werden, ob eine Verkleinerung die Kosten reduziere.

Beispiel Töpfereimuseum: Das Museum kostet 320.000 Euro pro Jahr. Die CDU denkt laut darüber nach, die Trägerschaft abzugeben. Außerdem soll die Verwaltung prüfen, wie sinnvoll eine Schließung des Museums und ein Verkauf des Gebäudes sind.

Neues Konzept gefordert

Natus-Can: „Wir wissen leider nicht, wie viele echte Besucher das Museum hat, weil es keine elektronische Kasse gibt.“ Es sei zwar wünschenswert, das Museum zu behalten, „dann müssen aber Mittel und Wege gefunden werden, die Einnahmen zu erhöhen.“ „Kulturell-populär“ sei das Stichwort. „Es gab viele Ausstellungen, die wissenschaftlich anspruchsvoll waren, aber nur wenig Leute angesprochen haben“, sagt Natus-Can, die ein neues Konzept fordert.

Beispiel Kulturhalle: Inklusive der Ratssitzungen finden dort 70 Veranstaltungen pro Jahr statt, bei Kosten von 207 000 Euro. Das Konzept, den Raum für Familienfeiern zu vermieten, hat nicht funktioniert. „Die Halle ist einfach viel zu groß. Andererseits wollen wir auch den Zentralort nicht unversorgt lassen, was so einen Veranstaltungsraum angeht“, sagt Natus-Can. Denkbar sei, die alte Halle abzureißen und durch eine kleinere zu ersetzen. Dafür könne es Fördergelder geben.“

In der Verwaltung wird mit Hochdruck an den Prüfanträgen gearbeitet. In der Ratssitzung in der kommenden Woche soll der Haushalt eingebracht werden, spätestens im Sommer muss er verabschiedet werden. Die CDU will vorher alle Fragen geklärt haben. „Uns ist klar, dass wir einige unbequeme Entscheidungen treffen müssen“, sagt die CDU-Chefin. Das sieht SPD-Fraktionschef Peter Münstermann ähnlich. „Wir haben schon bei der Verabschiedung des Haushalts 2015 gefordert, Einsparpotenziale zu ermitteln. Es ist gut, dass das jetzt passiert. Eins ist schon jetzt klar: Wir werden in Langerwehe auf Dinge verzichten müssen.“

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