Das Ende für die Realschule Nord?

Von: Christoph Lammertz
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Düren. Wenn der Stadtrat am Mittwoch seine Sparbeschlüsse fasst, dann werden einige bittere Pillen verteilt. Kultureinrichtungen drohen Kürzungen von bis zu 60 Prozent, den Bürgern höhere Steuern, den Vereinen die Schließung von Hallen oder Sportanlagen.

Sehr wahrscheinlich wird der Mittwoch auch für die Realschule Nord ein schwarzer Tag. Geplant ist, dass sie mit der nahen Realschule Bretzelnweg an deren Standort zusammengelegt wird. Dass Lehrer, Eltern und Schüler davon wenig begeistert sind, versteht sich von selbst. Schulleiterin Pia Fuchs-Dransfeld ist aber vor allem enttäuscht von der Art und Weise, wie Stadtverwaltung und Politik an dieses Thema herangegangen sind: ohne die Schule in die Überlegungen mit einzubeziehen.

„Die Anhörung der Schulpflegschaft als gewähltes Gremium, das die Interessen von 421 Kindern und Jugendlichen in dem so wichtigen Anliegen des Schulstandortes vertritt, hätte bei einer Entscheidung von solcher Tragweite auf der Hand gelegen”, heißt es in einem Brief der Schulleiterin an die Ratsmitglieder und das Schulverwaltungsamt. Eine Einbindung der Schule hätte nach ihrer Ansicht die Möglichkeit geboten, frühzeitig Alternativen zu finden. Und sie hätte es nach ihrer Ansicht deutlich erleichtert, nötige Entscheidungen Eltern, Lehrern und Schülern zu vermitteln.

Die Schulleiterin geht in ihrem Brief aber noch weiter. Sie wirft der Stadt vor, gegen das Schulgesetz verstoßen zu haben. Danach müsse die Schule im Falle einer Zusammenlegung oder Auflösung rechtzeitig beteiligt werden. Die Stadt habe aber offiziell nicht einmal über ihre Pläne informiert.

„Als Schulleiterin der Realschule Bretzelnweg ist es mein besonderes Anliegen, die gute pädagogische Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern geordnet und sicher weiterführen zu können, ohne durch rechtlich fragwürdige und zeitlich verfrühte Ratsbeschlüsse verunsichert zu werden”, schreibt Pia Fuchs-Dransfeld und appelliert an den Rat, die Entscheidung über die Realschule Nord zu vertagen und sie ab sofort bei den Überlegungen mit ins Boot zu holen.

Nach Informationen der DZ ist die politische Mehrheit allerdings fest entschlossen, die Zusammenlegung der beiden Realschulen im Dürener Norden am Mittwoch zu beschließen. Schulamtsleiter Dirk Keimes betonte auf Anfrage, es handele sich um einen Grundsatzbeschluss. Danach erst werde die Fusion im Detail geplant. Dann würden die Schulen natürlich in alle Überlegungen mit einbezogen.
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