Das „Brian Seeger Organic Trio“ begeistert im Rahmen von „Planet Jazz“

Von: Hannes Schmitz
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Das Konzert des „Brian Seeger Organic Trios“ im Komm strahlte voller Lebendigkeit. Foto: han

Düren. Satter Sound zog durch den Komm-Keller. Mit Brian Seeger stand ein Magier auf den Gitarrensaiten auf der Bühne, der zunächst rhythmisch komplexe und verschachtelte Arrangements präsentierte und sich später als ein Meister der „Blue Notes“ und des „Bluesfeelings“ entpuppte.

 Ihm gelang es mit Leichtigkeit, verschiedene Musikrichtungen zu verschmelzen. Der in New Orleans lebende Musiker ist ein Jazzgitarrist, der mit seinem konzentrierten, manchmal lyrischem Spiel jenseits der Blockakkorde dem Publikum den Atem nahm.

Warmer, klarer oder melancholischer Klang und dann wieder freudige, mitreißende, Stakkato ähnliche Rhythmen zogen durch den Raum und ließen ein Stück amerikanischer Musikgeschichte Revue passieren. Stilprägende Musik aus einer Jazzregion erklang, die für Ursprünglichkeit steht und sich überwiegend den Charme des Altbewährten erhalten hat. Brian Seeger und seine „Organics“ blieben einerseits der Tradition verhaftet, waren aber auch offen für Erneuerungsprozesse, die Raum und Platz ließen für Individualität, musikalische Erkundigungen und fantastische musikalische Einfälle.

„Bourbon und Jazz“ liebe er an Amerika, tat Brian Seeger kund und komponierte prompt ein musikalisches Landschaftsbild, das einem Streifzug durch Kentucky glich und quasi ein Whiskey-Aroma versprühte. Er richtete den Blick aber auch auf den Soul und die lebendige Musik „seiner Stadt“, kombinierte Pulsierendes mit ruhigen Elementen, Lebensfreude pur mit traurigen Klangbildern sowie afroamerikanische Einflüsse mit europäischer Musiktradition.

Auf tiefgründige melodische Improvisationen folgten scheinbar schwerelose Läufe, die an den Big Easy erinnerten. So standen sehr groovige und mit Blues-Einflüssen versehene Stücke im Raum oder ein dichtes, seelenvolles Spiel wie beim Titel-Stück seiner ersten CD, dem unmittelbar nach Hurrikan „Kathrina“ entstandenen „Home Remembered“, oder bei „Amazing Grace“ und anderen Balladen.

Für die Zuhörer war das Konzert über weite Strecken ein „Hin- und Weg-Erlebnis“, wenn der Gitarrist mit klassischer Grifftechnik wundervolle Begleitakkorde zu seinen improvisierten Linien erzeugte.

Begleitet wurde der Ausnahmegitarrist im Komm-Zentrum vom renommierten luxemburgischen Schlagzeuger Paul Witgens und von dem französischen Pianowunder und Jazzorganisten Jean-Yves Jung, der das Trio wie ein Quartett erklingen ließ, weil er mit der linken Hand auf seiner Hammond-Sk2 die Basslinien spielte. Was die beiden Musiker an Begleitung zauberten, wie sie als Solisten überzeugten, war einfach, wie der gesamte Auftritt des Trios im Rahmen der Reihe „Planet Jazz“, Extraklasse.

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