Düren - Das Auto bleibt in der Garage: Aktionen in Düren

Das Auto bleibt in der Garage: Aktionen in Düren

Von: kin
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Rad
Ansgar Kieven (60), Leiter des städtischen Jugendamtes, kommt seit vier Jahren (fast) jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Im Schnitt legt Ansgar Kieven, Leiter des Jugendamtes der Stadt Düren, im Jahr mehr Kilometer mit dem Fahrrad zurück als mit dem Auto. Der 60-jährige Familienvater wohnt in Jülich und kommt seit vier Jahren je nach Wetterlage mehr oder weniger regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit ins Dürener Rathaus.

„2015“, erzählt er, „bin ich 123 Mal mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Das sind etwa 4800 Kilometer. Hinzu kommen dann noch etwa 6500 Kilometer mit dem Rennrad am Wochenende.“ In diesem Jahr hat das Wetter Ansgar Kieven einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bis Mittwoch ist er „nur“ 78 Mal zum Dienst geradelt und nur 3200 Kilometer Rennrad gefahren.

Seit dem Jahr 2000 gibt es den europaweiten Aktionstag „In die Stadt ohne mein Auto“, der immer am 22. September stattfindet. Die Stadt Düren ist eine von bundesweit etwa 20 Kommunen, die sich an der Aktion beteiligt.

„Ich finde solche Aktionstage wichtig“, sagt Ansgar Kieven, „weil sie vielleicht helfen, das öffentliche Bewusstsein für Radfahrer zu schärfen.“ Allerdings sei seine Motivation, mit dem Rad zur Arbeit zur fahren, weniger der Umweltgedanke als der Wunsch, Sport zu machen.

„Ich bin früher sehr viel gelaufen. Irgendwann haben meine Knie nicht mehr mitgemacht, und ich bin aufs Rad umgestiegen. Ich fühle mich wirklich besser, irgendwie frischer, wenn ich morgens die 20 Kilometer ins Büro geradelt bin“, schildert der Radfahrer.

Gleichwohl glaubt Ansgar Kieven auch, dass weniger Autos in der City die Lebensqualität deutlich steigern würden. „Es ist für mich wirklich unverständlich, wenn Leute für einen Kilometer ins Auto steigen.“ Kieven ist überzeugt, dass es wichtig ist, Radfahrer mehr in den Fokus zu rücken.

„Es gibt auch im Kreis Düren Radwege, die in einem so schlechten Zustand sind, dass man als Radfahrer gezwungen ist, auf der Straße zu fahren. Und es gibt auch Autofahrer, die die Geschwindigkeit der Radler nicht richtig einschätzen oder die Vorfahrt missachten. Ich bin selbst schon mehrfach in eine brenzlige Situation geraten. Vielleicht helfen solche Aktionstage, das Bewusstsein der Autofahrer für die Radler zu verbessern.“

Diskussion um sechs wegfallende Parkplätze, die in Düren sogar zu einem Bürgerbegehren geführt haben, kann Kieven als bekennender Radfahrer nur schwer nachvollziehen. „In einer Stadt wie Münster würde darüber vermutlich gar nicht diskutiert. Außerdem fände ich es toll, wenn die angedachten Pläne für einen Radschnellweg zwischen Düren und Jülich irgendwann wirklich in die Tat umgesetzt würden.“

Auch Stefan Kesting, der den Aktionstag „In die Stadt ohne mein Auto“ seit vielen Jahren organisiert, glaubt, dass der Tag seine Berechtigung hat. „Wir müssen die Sensibilität bei den Menschen stärken, dass es Sinn macht, das Auto immer häufiger stehenzulassen. Natürlich wird das nicht von allen anerkannt, aber ich setze wirklich darauf, dass dieser Tag nachhaltig wirksam ist.“

Die Stadt Düren, ist Stefan Kesting überzeugt, tue viel dafür, die gesamte Innenstadt für Fußgänger und Fahrradfahrer attraktiver zu machen. Als gutes Beispiel nennt er die neue Car-Sharing-Station an der Wilhelmstraße, die gut angenommen würde.

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