Damit das Dorf lebenswert bleibt

Von: Sarah Maria Berners
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Sie hoffen, dass viele Mensche
Sie hoffen, dass viele Menschen dem Verein „Golzheim aktiv” beim Wettbewerb um den „Deutschen Engagementpreis” ihre Stimme geben: Rudolf Mattes, Nicole Monz, Sibylle Granitzka, Dr. Maria Schoeller und Hyun Neulen. Foto: Berners

Golzheim. 1300 Einwohner, 560 Haushalte, gelegen in der Zülpicher Börde zwischen Blatzheim, Buir, Eschweiler über Feld und Merzenich, umgeben von ziemlich vielen Feldern.

Das ist, ganz nüchtern betrachtet, Golzheim Und doch ist Golzheim mehr: Es gibt eine funktionierende Dorfgemeinschaft, Vereine, Feste, Nachbarschaftshilfe. Neubürger sagen, dass sie schnell Anschluss gefunden haben. „Man ist füreinander da”, sagt Rudolf Mattes.

Damit das auch in Zukunft so bleibt, und die Dorfbewohner auch in 20 Jahren noch sagen „Es macht, Spaß in Golzheim zu leben”, wurde 2009 der Verein „Golzheim aktiv” gegründet. Die Wünsche, die bei einer Dorfkonferenz geäußert wurden, sollten nicht verpuffen. „Golzheim aktiv” ist nicht als Konkurrenz zu den anderen Vereinen gedacht. Es ist eine Ergänzung, um Dinge ins Leben zu rufen, die es bislang nicht gibt, um ein Netzwerk zu schaffen.

Die Jury des „Deutschen Engagementpreises” war von dem 130 Mitglieder zählenden Verein so überzeugt, dass er es unter 2000 Nominierten in die Endrunde geschafft hat. Bis zum 1. November kann im Internet abgestimmt werden, welcher der zehn Finalisten, den mit 10 000 Euro dotierten Preis erhalten soll.

Der Strukturwandel macht auch vor Golzheim nicht Halt. Dort gibt es dieselben Probleme, die viele Dörfer haben. „Aber die Dorfentwicklung kann nur erfolgreich sein, wenn die Bevölkerung aktiv mitgestaltet”, sagen die Vereinsmitglieder. Aktiv in einem besonderen System: Meistens sind es in den Vereinen wenige Menschen, die sich viel engagieren. „Golzheim” aktiv setzt auf „punktuelles Engagement”. „Die Idee war es, einen Verein zu gründen, der kein permanentes Engagement erfordert”, erklärt Nicole Monz. So haben auch diejenigen, eine Möglichkeit, sich einzubringen, die nicht jede Woche eine Gruppe leiten wollen. „Man macht, was man gerne tut und wofür man Zeit hat”, erklärt Sibylle Granitzka.

Gleichwohl gibt es einige Golzheimer, die an ziemlich vielen Punkten punktuell aktiv sind. Aber das ist ja auch nicht verboten, nur nicht erforderlich. Das Konzept jedenfalls geht auf. „Die Nachbarschaft ist mehr zusammengerückt”, schildert die Vereinsvorsitzende Dr. Maria Schoeller. „Es gibt schon Leute aus anderen Orten, die sagen, dass sie sich vorstellen können, nach hier zu ziehen, weil hier immer etwas los ist”, ergänzt Hyun Neulen. Ein Einkaufsdienst, Facebook-Kurse, Informationsabende, Garagentrödel, Schülernachhilfe, Adventsfenster, Zeltlager und ein Fotowettbewerb für Jugendliche sind nur einige Beispiele dafür, was in Golzheim entstanden ist. „Golzheim aktiv” will den Bedürfnissen aller Generationen gerecht werden. Und bei Projekten wie „Golzheimer Zeitzeugen” sollen die Generationen miteinander ins Gespräch kommen. Momentan wird über einen Besuchsdienst nachgedacht, den viele ältere Golzheimer sich wünschen.

Sollte „Golzheim aktiv” den Engagementpreis gewinnen, will der Verein einen wetterunabhängigen Treffpunkt schaffen, weil es in Golzheim manchmal schwierig ist, Räume zu finden.

Abstimmen im Internet: www.deutscher-engagementpreis.de
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