Da stellt sich die Frage: Wie kann man ohne Noten singen?

Von: Bruno Elberfeld
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Die Musiker erklären bei „Andantino“ Namen, Materialien und Funktionen ihrer Instrumente. Foto: bel

Niederau. Das Licht geht im Zuschauerraum aus. Auf einer kleinen Leinwand ziehen Spielzeugautos und andere Verkehrsteilnehmer ihre Bahnen. Unter ihnen Andantino, der die Noten des „Andantino-Lieds“ verliert. Er ist zu schnell gefahren. „Brummen! Quietschen! Hupen! Wo sind wir denn jetzt gelandet?“

Fragen nach der zu schnellen Fahrt zeigen die Verwirrung. Die Chefin der „Andantino – Musikalische Entdeckerreisen“, Anja Leu, und ihr Co-Moderator David Schlünkes, zeigen sich verzweifelt. Wie können sie ohne Noten den Song singen?

Mit tänzerischen Bewegungen suchen Kinder und die beiden Animateure die Noten. Einmal links, einmal rechts, nach oben und nach unten, schon sind die vier möglichen Richtungen benannt, wo die Noten sein könnten. Interaktivität wird zu Kinderaktivität. Eine Jazz-Band, die bekannten „Dixie-Diamonds“, gesellen sich dazu und unterstützen die Suche nach dem verlorenen Gut – mit Musik. Die Musiker spielen Dixie, den die Kleinen wahrscheinlich nur selten hören. Aber man kann ja fragen und sein Wissen ordentlich kundtun. Und davon machten die Mädchen und Jungen regen Gebrauch.

Also, erfahren sie, Dixieland ist eine Form des Jazz. Was ist Jazz? Jazz stammt aus Amerika. Jazzmusiker spielen meist ohne Noten, müssen sich allerdings an Harmonie und Rhythmus halten, wenn das Zusammenspiel klappen soll. Und dann improvisieren die Jazzer auch noch. „Improvi... was?“, entfährt es Anja Kleu. Beim Improvisieren werden mehr Töne gespielt als sonst, weil die einzelnen Spieler immer wieder ihre Melodien verändern können. „Deshalb sieht man bei Jazz-Konzerten sehr oft“, erklärt ein Jazzer, „dass die Kollegen, die einem Solo zugehört haben, dem Solisten freudig zunicken.“ Straßenkünstler Florian Etzbach, auch für die Technik verantwortlich, bringt sich mit einer beklatschten Jonglage-Einlage mit drei Kegeln ein.

Was sind das aber für Instrumente, die die strohbehüteten Männer spielen? „Eine Trompete!“, ruft ein sehr eifriger Junge in den Raum. Knapp vorbei ist auch daneben. Es sieht wie eine kleine Trompete aus und ist ein Kornett. Das Saxofon, in diesem Falle ein Tenorsaxofon, kann von den meisten Kindern benannt werden. Ein Musiker trägt ein gewaltiges Blasinstrument, das um die Taille befestigt ist. Tuba wird geraten, es ist aber ein Helikon, das speziell Reiter auf der Jagd betätigen können, weil ihre linke Hand frei für den Zügel sein muss. Das vierte Instrument im Bunde ist ein viersaitiges Banjo. Das Instrument stammt ursprünglich aus Afrika, wird in Amerika weit verbreitet und ist über den großen Teich nach Deutschland geschwappt.

„Fidgety Feet“, die „Bourbon Street Parade“ – vielen Großeltern fallen da Auftritte des legendären Jazz-Trompeters Louis Armstrong ein. Der „Beale Street Blues“ und andere Stücke begeistern im Theatersälchen von Schloss Burgau Jung und Alt. Und die „Diamonds“ – Bernhard Schwanitz, Kornett, Thomas Gebhard, Saxofon, Johannes Zink, Banjo, und Peter Haffmanns, Helikon, präsentieren Beispiele dafür, wie ein klassisches Kinderlied auf „Jazzisch“ gespielt werden kann. „Ein Männlein steht im Walde“ oder „Bei mir biste schön“ hören sich – für Jazz arrangiert – sehr fetzig an. Nicht zu vergessen der zehnjährige Benno Schwanitz, der selbstbewusst Kindern, Eltern und Großeltern vorführte, wie man Hip-Hop tanzt.

Post für Meister Bach

Am Sonntag, 15. Oktober, und am Montag, 16. Oktober, nimmt das „Andantino“-Team die Kids zu Beginn der neuen Spielzeit auf eine Reise in die Barockzeit: „Post für Meister Bach.“ Die Noten des Andantino-Lieds waren übrigens bei Konzertende wieder vollzählig.

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