„Da simmer dabei“: Etliche FC-Köln-Fans aus der Region in London

Von: Sarah Maria Berners
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„Mission Europa“ (v.l.): Kevin Schumacher, Andreas Becker, Maurice Berger, Peter Schüler und Nino „Pelle“ Pelzer haben sich gestern Morgen auf den Weg nach London gemacht. Ein Ticket hatte nur Maurice Berger in der Tasche. Foto: Sarah Maria Berners, dpa

Düren/London. Der 1. FC Köln spielt international. Ob mit Ticket in der Tasche oder auf gut Glück: Dieses Stück Vereinsgeschichte wollen viele treue Fans aus Düren und Umgebung nicht verpassen. Zwischen Heimbach und Inden haben sich etliche FC-Anhänger auf den Weg in die britische Hauptstadt gemacht.

Nino Pelzer, den alle nur „Pelle“ nennen, ist mittendrin. Mit seinen Freunden Kevin Schumacher, Andreas Becker, Maurice Berger und Peter Schüler hat sich der Obermaubacher am Mittwochabend auf den Weg gemacht. Die Kappe auf dem Kopf, das FC-Shirt am Leib und die Flagge im Gepäck. „Mission Europa. Wenn der FC international spielt, ist das für große Jungs in etwa so wie Weihnachten für kleine Kinder: Die Vorfreude ist riesig und irgendwie ansteckend. Fan sein muss schön sein.

Ob die Jungs das Spiel im Stadion sehen können, ist allerdings noch ungewiss. Nur Maurice Berger hatte Losglück und damit ein Ticket in der Tasche – aber unter Freunden muss man auch gönnen können. Oder? „Wir binden Maurice einfach an einer Raststätte fest“, feixten die Fans vor der Abfahrt. „Pelle“ und Co. wollen sich vor Ort noch um bezahlbare Tickets bemühen. Vielmehr geht es aber darum, dabei zu sein, Stimmung und Atmosphäre zu genießen. Den FC anzufeuern – im Zweifelsfall vor der Leinwand im Pub.

Ganz alleine muss Berger aber nicht ins Stadion: „Ich kenne noch ein paar Fans, die Tickets haben“, sagt er. „Wir Kölner treffen uns am Park Highbury Island und marschieren von dort zum Stadion. Das wird ein Erlebnis.“

Die Fünf sind treue „Effzeh“-Fans, sie sind in Müngersdorf oft dabei und reisen dem Verein zu Auswärtsspielen hinterher. Eine so große Tour ist aber für alle Neuland, schließlich waren die meisten noch nicht auf der Welt, als der FC in der Saison 1992/93 zum letzten Mal im Europapokal gespielt hat.

Nur einer hatte Losglück

„Mein Opa hat mir immer davon erzählt und meine Mutter ist schon mit dem Rad nach Müngersdorf gefahren“, erzählt „Pelle“. „Jetzt kann ich meinem Opa vom FC-Spiel erzählen“, sagt der 29-Jährige. Seit 16 Jahren ist der Obermaubacher Vereinsmitglied und selbstverständlich Dauerkartenbesitzer. Dem FC hält er von Kindesbeinen an die Treue, in Auf- und Abstiegszeiten. So, wie es sich für echte Anhänger gehört. Zwei Tattoos zeugen von dieser großen Liebe.

Mit der Leistung seines Vereins in dieser Saison ist „Pelle“ natürlich nicht besonders zufrieden. Aber die Hoffnung bleibt: „Wenn der FC gegen Arsenal einen Punkt holen würde, wäre das nicht schlecht“, sagt der Fan.

Ganz so zuversichtlich ist Raimondo aus Düren nicht. Er tippt auf ein 3:1 für den Arsenal FC. Am Mittwochabend hat er sich in Köln mit 150 anderen Anhängern in Fan-Bussen auf den Weg Richtung Kanal gemacht – ebenfalls ohne Ticket. „Als es in der vergangenen Saison so gut lief, war uns sofort klar, dass wir dabei sein wollen, wenn der FC endlich noch einmal international spielt“, erzählt der 25-jährige Dürener.

Und: „Wer weiß, wann wir das zum nächsten Mal erleben dürfen.“ Als der 1. FC Köln zum letzten Mal international gespielt hat, war Raimondo gerade erst ein paar Tage alt. Beim Hinspiel gegen Celtic Glasgow im September 1992 war er noch nicht geboren. Jetzt ist er beim Fanmarsch dabei.

„Ich glaube, noch nie waren so viele Menschen aus dem Raum Düren zur selben Zeit in London“, sagt Marco (24) aus Düren. Jeder scheine jemanden zu kennen, der die Europa-League-Partie auf der Insel verfolgen will. Marco hat sich mit fünf Freunden diese Nacht auf den Weg gemacht. Drei haben ein Ticket, drei haben keins.

Marco hatte kein Glück. „Bei so einem Ereignis geht es ja auch darum, überhaupt dabei zu sein, das ganze Drumherum, die Stimmung, den Fanmarsch mitzubekommen.“ Und auch er fügt lachend an: „Wer weiß, wann der FC noch einmal so weit kommt.“ Aber heute heißt es, den Augenblick zu genießen und die Daumen zu drücken. Und wenn die Partie vorbei ist, beginnt die Vorfreude aufs Rückspiel. Dann sind wieder viele Dürener im Stadion live dabei. 

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