Heimbach - „Criminale”: Spuren führen auf die Burg

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„Criminale”: Spuren führen auf die Burg

Von: Sylvia Dietl
Letzte Aktualisierung:
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Der Kriminalautor Jörg Schmitt-Kilian ermittelte live. Foto: Dietl

Heimbach. Schlimmer konnte die Ausgangslage für diese Ermittlung nicht sein: Die junge Polizistin Sabine Laube wird erschossen, sackt mit blutüberströmtem Kopf in ihrem Streifenwagen zusammen. Neben ihr Kollege Bernd Müller, schwer verletzt durch einen Kopfschuss. Als die beiden gefunden werden, startet in Koblenz eine groß angelegte Fahndung nach dem Täter. Die Jagd beginnt.

Die Hinweise führten auch nach Heimbach, auf Burg Hengebach. Der Tatort war für einen Abend in die dort ansässige Internationale Kunstakademie verlegt worden und durch Absperrung bereits gesichert. Auch die Polizei war vor Ort. Kriminalhauptkommissar Jörg Schmitt-Kilian las aus seinem Roman „Spurenleger” und brachte den schockierenden Mordfall anlässlich des Festivals „Criminale 2010” in die liebliche Eifellandschaft. Franz-Josef Hellwig, Verwaltungsleiter der Kunstakademie, begrüßte den Autor und hoffte auf Aufklärung des Falles. Vergebens.

Jörg Schmitt-Kilian, Jahrgang 1953, schürte stattdessen die Spannung. Schon nach den ersten Sätzen hatte er die rund 100 Zuhörer in seinen Bann gezogen. Sofort wurde klar, dass hier ein Insider am Werk ist. Der Koblenzer Schmitt-Kilian war 15 Jahre Drogenfahnder und ist heute stellvertretender Leiter für Polizeiliche Kriminalprävention, Schwerpunkt Sucht- und Gewaltprävention. „Ich habe immer wieder die Angst und Hilflosigkeit verzweifelter Eltern erlebt, wenn bei deren Kindern Drogenkonsum erkannt wurde”, erklärte er und hat inzwischen zahlreiche Praxisbücher zu Sucht- und Gewaltprävention veröffentlicht.

Dabei rückt er auch den Jugendlichen selbst ins Blickfeld. Zwei seiner Bücher dienten als Filmvorlage („Vom Junkie zum Ironman” und „Jenny”) und auch Gewaltprävention in Schulen gehört zu seinem Alltag.

Aber auch als Krimiautor macht er von sich reden und stellt in seinen jüngsten Büchern die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte in den Mittelpunkt. Schmitt-Kilian wirkt lässig, lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass man im Polizeijob hart sein muss. „Man erlebt viele schlimme Dinge, wie Mord oder Drogentote, und solche belastenden Momente müssen verarbeitet werden.” Für ihn habe das Schreiben auch eine Art Ventilfunktion.

Jörg Schmitt-Kilian schreibt mit profundem Fachwissen. Seinen kriminalistischen Romanen liegen authentische Fälle zugrunde, die er bearbeitet und zu neuen Realitäten zusammensetzt. Dabei pflegt er zum Stoff wie zu seinen Figuren eine enge Beziehung. Er schaut genau hin, entflicht einfühlsam das Gedankenlabyrinth seiner Protagonisten und lässt den Leser dicht an sie herankommen.

Gleichzeitig versteht er es, einen dauerhaften Spannungsbogen aufzubauen. Schmitt-Kilian hat bei seiner Lesung Spuren hinterlassen und nur verraten, dass der Fall eine Fortsetzung in seinem neuen Buch „Leichenspuren” findet, aus dem er zusätzlich eine Textpassage vortrug.
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