Düren/Kreuzau - Crescendo: Der Gospelchor feiert sein 40-jähriges Bestehen

Crescendo: Der Gospelchor feiert sein 40-jähriges Bestehen

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
5396816.jpg
Rückkehr zum Tatort, Treppe vor dem Drover Pfarrheim: Hier war vor 40 Jahren die Geburtsstunde der Crescendos. Auf dem Foto fehlen Anita Menk und die jetzige Leiterin, Sabrina Pelzer. Foto: bel

Düren/Kreuzau. „Zündende Gospels und besinnliche Balladen“, „Nachhilfe für verkopfte Westeuropäer“, „Da capo, Crescendo“, „Lebensbejahende und gefühlvolle Lieder“ – so lauten nur einige Schlagzeilen über die Auftritte des Gospelchors Crescendo in den zurückliegenden vier Jahrzehnten.

Die Lobeshymne könnte endlos fortgesetzt werden. Sie beweist, dass die Sänger in der Region Musikgeschichte geschrieben und sie kulturell bereichert haben.

Dieter Döppengießer, Organisator aus Leidenschaft, und Pit Kästner, bei Konzerten kreatives Moderationstalent, denken gerne an die Anfänge des Chores zurück. „Crescendo ist für uns ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Wir fühlen uns geborgen wie zu Hause in einer funktionierenden Familie“, steht für beide unisone fest.

Gründer und Vater der Crescendo-Familie war der unvergessene Martin Schröteler, im Jahr 1973 Kantor an der Pfarrkirche in Drove. Mit einigen jungen Sängern wollte Schröteler einen etwas anderen Chorgesang auf die Bühne bringen. Ende Mai 1973 schritt er zur Tat und gründete Crescendo. Bunte Melodien mit einer Menge „Folklore“ standen in der Folgezeit auf den Programmzetteln.

Schon das erste Konzert in Drove bei Joeken fand große Beachtung. Zwei Jahre später, 1975, erinnert sich Döppengießer, wurde die erste Schallplatte aufgenommen. Hier deutete sich schon der Trend zum Gospelgesang an. „Amazing Grace“ und „Swinging Spirituals“ gehörten zu den Songs, die auf der kleinen Platte zu finden sind.

Auf Stadtfesten in Düren und Aachen sowie Märkten aller Art waren die Crescendos gern gesehene Gäste. Mit leuchtenden Augen beschreibt Pit Kästner den Auftritt im Fernsehen beim „Kölner Treff“ mit Alfred Biolek und Dieter Thoma.

Ab 1976 arrangierte Martin Schröteler Lieder und komponierte eigene Stücke. Die Sänger wurden bald von einer Rhythmusgruppe unterstützt, und in der Festhalle Kreuzau präsentierte man am 23. Februar 1976 das erste Konzert mit Anlage.

Die zweite Single erschien 1978. „Jesus is a lover of my Soul” wurde zum Ohrwurm und ist heute noch im Crescendo-Repertoire. Eine LP wurde 1982 anlässlich der Kreuzauer Kulturtage aufgenommen, eine CD im Jahr 2000.

Auch die Jugendarbeit kam bei den den Crescendos nicht zu kurz. Neben einem Jugendchor wurden die „Turbowürmchen“ gegründet, um Kindern schon früh den Spaß am Chorgesang zu vermitteln. Ziel war es im Sinne des Gospelchors, auf vielen Ebenen Nachwuchs selbst heranzubilden. Die Gruppe „Cantiamo“ ist heute noch aktiv. Für kurze Zeit bestand auch eine Tanzgruppe.

1992 gab es ein einschneidendes Erlebnis. Eine „Abteilung“ von Crescendo, „New Formation“, spielte auf der Außenbühne des Stadtparkrestaurants in Düren. Die Aktivitäten des Gospelchors hielten sich zu dieser Zeit in Grenzen. Martin Schröteler, Pit Kästner und Dieter Döppengießer standen im Publikum.

„Ich erinnere mich noch gut daran“, sinniert Dieter Döppengießer. „Einer von uns Dreien fragte: Ob wir das noch können?“ Das Trio schaute sich an und beschloss, Crescendo zu reaktivieren. „Aber nur für das 20-jährige Bestehen im Mai 1993 in der Festhalle Kreuzau“, lautete die Devise. Doch Menschen, die schon längst zu Fans geworden waren, machten ihnen einen Strich durch die Rechnung. Der Crescendo Gospelchor wurde gebucht und gebucht.

„1993 begann für die Crescendos die Neuzeit“, kramt Pit Kästner in seinem Gedächtnis. Die Frauen im Team „erfanden“ die Choreographie. Zum Singen kam die Bewegung. „Das ging im Anfang für uns Männer nahezu an die Grenzen“, schmunzelt Döppengießer. Weitere Neuerungen folgten. 1995 trat der Chor in Kutten auf. Begleitet wurden die Sänger zu dieser Zeit von den „Hot Shot Funky Sisters“.

Am 30. Dezember 2005 brach für die Männer und Frauen des Crescendo Gospelchors eine Welt zusammen. Martin Schröteler starb. „Macht bitte weiter!“, war das Vermächtnis Schrötelers auf dem Sterbebett. Und so machen sie weiter. Am Todestag des Gründers findet in der Pfarrkirche Winden seit Jahren ein viel beachtetes Gedächtniskonzert statt. Mit Chorleiterin Andrea Kaiser begann eine neue Phase.

Ein frischerer Wind wehte durch die Reihen der Kuttenträger. Seit einiger Zeit schwingt Sabrina Pelzer den Taktstock. Auch unter ihrem Regiment geht es weiter aufwärts. „Um die Zukunft machen wir uns keine Sorgen“, betont Pit Kästner. „Wir werden immer besser, weil wir alle an einem Strang ziehen, angefangen beim Vorsitzenden Bruno Nießen über die Aktiven bis hin zum treuen Techniker Dieter Maintz“, ergänzt Döppengießer.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert