Country-Duo „Poppyfield” holt den Europameistertitel

Von: Sarah Maria Berners
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Alex und Silke Mohnfeld als „Poppyfield” bei der Europameisterschaft der Country-Musik, die sie in ihrer Kategorie Duo/Trio als Sieger verließen. Foto: privat, imago/McPhoto

Winden. Beruf und Privatleben sollte man trennen. Diese Empfehlung kennen Silke und Alex Mohnfeld natürlich auch. Daran gehalten haben sie sich nicht. Und es ist gut gegangen, sehr gut sogar: Das Windener Ehepaar hat sich den Europameistertitel der Country-Musik gesichert.

Auf der Bühne hat für sie das gemeinsame Leben angefangen. Damals in einer Coverband im Westerwald. Die Sängerin reiste aus Düren zu den Auftritten an, der Gitarrist aus Minden. Am Anfang waren sie einfach nur Musikerkollegen. Nach einem Jahr war da mehr: Jetzt haben Silke und Alex Mohnfeld ein Haus, drei Kinder, zwei Hunde. Abends und an den Wochenenden stehen sie auf der Bühne.

In der Woche schreiben sie neue Stücke, proben und geben Musikunterricht. Der Beruf bringt es mit sich, dass die Mohnfelds oft 24 Stunden am Tag zusammen sind. Leicht ist das nicht immer. „Aber wenn wir auf der Bühne stehen, spürt das Publikum, dass wir nicht nur ein richtig gutes Team, sondern auch ein Paar sind. Und das kommt an”, sagt Alex Mohnfeld (45).

Die Musik, vor allem die Country-Musik, ist ihr Lebenstraum. „Und für den muss man 100 Prozent geben”, sagt Alex Mohnfeld. Um sich dieser Leidenschaft ganz widmen zu können, haben die beiden Musiker ihre soliden Berufe - er war Einzelhandelskaufmann, sie Diplomsozialpädagogin - an den Nagel gehangen. „Volle Leistung im Job und in der Musik zugleich, das geht nicht. Wir mussten uns entscheiden”, sagt Silke Mohnfeld (36). Und sie entschieden sich vor allem für die Country-Musik.

Alex Mohnfeld ist mit dieser Musik groß geworden. Sein Vater hörte Dolly Parton und Hiram Willams und schenkte seinem sechsjährigen Sohn die erste Gitarre. Silke Mohnfeld entdeckte die Country-Musik, als sie nach dem Abitur zwei Jahre in den USA lebte. „Da kommt man nicht drum herum. Es ist die amerikanische Volksmusik”, sagt sie. Die Musik hat ihr gefallen, weiterverfolgt hat sie diese aber nicht. „In Deutschland hat sie zu der Zeit niemanden interessiert.” Fast niemanden.

Und dann, zu Westerwald-Zeiten, hat Gitarrist Alex Mohnfeld der Sängerin einige eigene Country-Stücke vorgespielt. „Und ich hab gleich gesagt: Du musst das machen! Seine Stimme ist wie dafür gemacht”, sagt Silke Mohnfeld. Sie machten es gemeinsam. Und weil die Country-Musik nun mal aus den USA kommt, wurde aus dem deutschen Mohnfeld das englische „Poppyfield”. Das Duo hat schon nach Tom Astor und den „Lords” auf der Bühne gestanden.

Von der amerikanischen Volksmusik alleine können sie aber - „noch nicht” - leben. Sie spielen auch weiterhin auf Hochzeiten und mit einer Coverband auf Festen, geben Gitarren- und Gesangsunterricht. Was sie sparen, wollen sie in ihr erstes Country-Album investieren. Wenn alles gut geht, soll es im Frühjahr auf den Markt kommen. Die erste Single „Meine Liebe” gibt es im Internet (www.country-duo.de) zu hören.

„Vor allem junge Leute sind häufig skeptisch, wenn sie das Wort Country-Musik hören”, erzählt Silke Mohnfeld. „Aber nach einem Konzert sind mal welche zu uns gekommen und sagten: Das ist ja geile Mucke.”

Shannia Twain, Boss Hoss und andere Musiker haben Country mit Pop und Rock vermischt, die Musik auch in Deutschland populär gemacht. Dieser modernen Country-Musik haben sich auch die „Poppyfields” verschrieben, manchmal singen sie sogar deutsche Texte. Die Songschreiberin dazu: „Country-Musik ist voller Gefühl und Tiefe. Auch wenn ich fließend Englisch spreche, kann ich meine Gefühle in der Muttersprache besser ausdrücken.”

Konzert für alle Altersklassen und Musikfreunde

Am Freitag, 9. November, sind die beiden „Poppyfields” in Düren zu hören. Dann treten sie beim Konzert „Bandbreite” auf, das der Verein Rur-Musik-Perspektive-Düren ab 19 Uhr im Multikulti im Haus der Stadt veranstaltet.

Neben dem Country-Duo stehen die Pop-Band „Gentlemind”, die Rock-Gruppe „The Tideline”, die Ska- Punk-Band „The Coconut Butts” sowie die Beatpunker von „The Beaten Generation” - alles Bands aus der Region - auf der Bühne. Der Eintritt kostet fünf Euro.

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