Containerterminal: Historische Chance oder große Belastung?

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
Rurtalbahn-Geschäftsführer H
Rurtalbahn-Geschäftsführer Hans-Peter Nießen erklärt, dass der An- und Abtransport der Container über die neue A4-Anschlussstelle Merzenicher Heide erfolgen soll. Foto: Abels

Arnoldsweiler/Merzenich. Historische Chance oder unzumutbare Belastung für die Anwohner? An den Containerterminal-Plänen der Rurtalbahn scheiden sich die Geister. Während die Überlegungen der Rurtalbahn im politischen Raum überwiegend auf positive Resonanz gestoßen sind, hat sich bereits heftiger Widerstand aus der Bevölkerung in Form der Bürgerinitiative Arnoldsweiler/Merzenich formiert.

Und dass, obwohl für das Infrastrukturprojekt, das der Region zwischen 1500 und 1800 Arbeitsplätze in der zukunftsträchtigen Logistikbranche bescheren könnte, noch keine detaillierten Pläne vorgelegt wurden, geschweige denn ein offizielles Planungsverfahren eingeleitet wurde.

Die Gegner des 50-Millionen-Euro-Projekts befürchten nicht nur eine immense Lärmbelästigung rund um die Uhr, die angesichts der Höhenverhältnisse kaum mit Schutzmaßnahmen abgemildert werden könne, sondern auch einen erheblichen Zuwachs der Verkehrsbelastung.

Sorgen, die Rurtalbahn-Geschäftsführer Hans-Peter Nießen und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Landrat Wolfgang Spelthahn nicht verborgen geblieben sind. Alle bisherigen Versuche aber, die Kritiker zu besänftigen, liefen ins Leere. Weder die Ankündigung der Rurtalbahn-Planer, dass der An- und Abtransport der Container über die neue A4-Anschlussstelle Merzenicher Heide erfolgen werde, hat die Anwohner überzeugt, noch das Versprechen des Landrats: „Wir treten nicht an, um Ihnen die Lebensqualität zu nehmen, sondern um Sie zu entlasten.”

Spelthahn geht sogar noch einen Schritt weiter. Er rechnet damit, dass das Containerterminal als „Leuchtturmprojekt” für den Warenumtauschplatz NRW ein Faustpfand sei, um vom Düsseldorfer Verkehrsministerium endlich die Finanzierung für die seit Jahren vergeblich von Bevölkerung und Politik geforderte Ortsumgehung Arnoldsweiler (L257n) zu bekommen. Und Nießen weist darauf hin, dass das Terminal ja elektrifiziert werden soll und verspricht: „Die Geräuschkulisse wird wesentlich geringer sein als die der bestehenden Bahnstrecke, auf der heute Güterzüge mit 100 Stundenkilometern durchrattern und Personenzüge des Fernverkehr vor dem Dürener Bahnhof stark abbremsen müssen. Rangiert werde im Übrigen mit einer Geschwindigkeit von maximal 25 km/h. So die geltende Gesetzeslage. Um die Gegner doch noch mit ins Boot holen zu können, soll die Idee in einer 3-D-Animation visualisiert werden, kündigt Spelthahn an.

Erste Eckpunkte des Konzepts

Der Verladebereich
des Terminals soll aus vier bis fünf 750 Meter langen Parallelgleisen, zwei Lkw-Spuren und drei Kranbrücken bestehen. Dem Terminal vorgeschaltet werden muss ein Rangierraum von gleicher Länge. Zudem werden Containerstellflächen benötigt. Weitere Flächen für Logistikbetriebe sollen am Terminal nicht ausgewiesen werden.

In der Region stehen noch rund 385.000 Quadratmeter Gewerbeflächen für die Ansiedlung von Betrieben zur Verfügung.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert