Merzenich/Arnoldsweiler - Containerterminal: Es gibt (noch) nicht auf alle Fragen eine Antwort

Containerterminal: Es gibt (noch) nicht auf alle Fragen eine Antwort

Von: sj
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„Es gibt noch keine gesichert
„Es gibt noch keine gesicherten, prüffähigen Planungsunterlagen”: Das Containerterminal ist bisher nur eine Idee. Fotomontage: Rurtalbahn

Merzenich/Arnoldsweiler. Acht Seiten sind zusammengekommen. Acht Seiten mit Fragen, die unsere Leser zum geplanten Containerterminal zwischen Arnoldsweiler und Merzenich haben.

Im Rahmen unserer Aktion duerener-meinung.de hat die DZ dazu aufgerufen, Fragen an Hans-Peter Nießen von der Rurtalbahn, Landrat Wolfgang Spelthahn und die Wirtschaftsförderer Anette Reinholz (Kreis) und Heinz Mannheims (Düren) zu richten. Heute präsentieren wir Ihnen die Antworten. Viele der aufgeworfenen Fragen können nach Auskunft der Projektverantwortlichen allerdings erst im Rahmen des Planungsverfahrens beantwortet werden.

Aufgrund der Fülle mussten wir bereits im Vorfeld ähnliche Fragen zusammenfassen. Aus Platzgründen ist es uns leider nicht möglich, alle Antworten abzudrucken. Den kompletten Frage-Antwort-Katalog finden Sie auf einer PDF-Seite, die Sie über den untenstehenden Link abrufen können.

Das Containerterminal soll laut Landrat nicht gegen den Willen der Bevölkerung durchgesetzt werden. Wie gedenkt der Landrat, demokratisch den Willen der Bevölkerung festzustellen?

Antwort: Bislang befindet sich das Vorhaben noch in der Phase der Projektentwicklung. Ein Plankonzept, das eine verlässliche Grundlage für die Abschätzung der Auswirkungen des Vorhabens auf Mensch und Umwelt zulässt, gibt es noch nicht. Hintergrund dieser Verzögerung ist eine langwierige Erkrankung des federführenden Projektverantwortlichen, der mittlerweile wieder genesen ist. Sobald die gesicherten Planungsunterlagen vorliegen, werden die Daten und Fakten der Öffentlichkeit präsentiert. Danach gilt es, Vor- und Nachteile sachlich abzuwägen. Dazu werden die Räte von Düren und Merzenich ebenso gehört wie die Anwohner. In Bürgerversammlungen, in Gesprächen und in Befragungen wird sich dann ein Stimmungsbild ergeben.

Wie genau müsste die betroffene Bevölkerung ihre Ablehnung des Terminals zum Ausdruck bringen, dass Sie und Ihre politischen Mitstreiter von diesem Vorhaben absehen?

Antwort: Es ist legitim, dass sich Bürger zu Initiativen zusammenschließen, um ihre Anliegen und Meinungen gebündelt vorzutragen. Da es bislang aber noch keine gesicherten, prüffähigen Planungsunterlagen gibt, in denen alle Auswirkungen des Containerterminal-Projekts beschrieben werden, lässt es sich noch nicht abschließend beurteilen. Erst wenn eine verlässliche Datengrundlage vorhanden ist, lässt sich das Für und Wider des Vorhabens sachlich diskutieren und beurteilen. Dabei müssen die Belange der Anwohner ebenso berücksichtigt werden wie die des Kreises Düren und der gesamten Region.

Wer in der Region Aachen sagt, der Platz bei Düren sei optimal?

Antwort: Experten des Fraunhofer Instituts, das die führende unabhängige Beratungsfirma für Logistik in Deutschland ist, haben im Auftrag unserer Region die in Frage kommenden Standorte in einem wissenschaftlich fundierten Verfahren untersucht und sind zu dem Schluss gekommen, dass der Kreis Düren der am besten geeignete Standort ist.

Wie soll die Verkehrsentlastung für Arnoldsweiler und Merzenich aussehen?

Antwort: Diese Frage kann erst beantwortet werden, wenn die Planungsunterlagen vorliegen. Die Verkehrsentlastung von Arnoldsweiler und Merzenich wird Teil der Gesamtplanung sein.

In der Nähe des geplanten Terminals wurde von der Stadt Düren einem Neubaugebiet zugestimmt. Wie kann man dann anschließend ein Containerterminal in unmittelbarer Nähe planen?

Antwort: Das Neubaugebiet Am Hansgraben liegt nicht unmittelbar am in direkter Bahnnähe geplanten Terminal, sondern wie aus der Skizze der Rurtalbahn hervorgeht, rund 700 bis 750 Meter davon entfernt. Erst wenn eine konkrete Vorstellung über das, was gewünscht ist, vorliegt, hat der Vorhabenträger über Gutachten die Auswirkungen des Vorhabens darzustellen und Schutzmaßnahmen in die Planung aufzunehmen.

Wie steht es um Ihr Umweltbewusstsein, Herr Spelthahn?

Antwort: Wenn Waren, die in aller Welt produziert werden, zu den Endverbrauchern kommen sollen, ist der Gütertransport auf der Schiene aus Umweltschutzgründen unverzichtbar. Die regionale Verteilung der Waren ist nur durch Lastwagen zu bewerkstelligen. Also muss es Schnittstellen zwischen beiden Verkehrsarten geben, Containerterminals eben. Da die Logistikbranche nach Auffassung aller Experten eine außerordentliche Wachstumsbranche mit Beschäftigungschancen ist, ist es legitim, dass unsere Region an dieser Entwicklung teilhaben will.

Würden Sie, Herr Landrat, sich mit einem Großprojekt in unmittelbarer Nachbarschaft wohlfühlen?

Antwort: Als Bürger von Ellen bin ich unmittelbarer Tagebau-Anrainer. Daher bin ich mit den Auswirkungen, die Arbeitsplätze von Großprojekten mit sich bringen können, vertraut.

Warum wird nicht südlicher gebaut, wenn das Hauptziel der Container das Rhein-Main-gebiet ist?

Antwort: Da die Container in die Räume Niederrhein, Kölner Raum, Rhein-Ruhr und Rhein-Main verteilt werden sollen, ist der geplante Standort vor dem Autobahnkreuz Kerpen mit sofortigem Anschluss an die elektrifizierte DB-Strecke und mit sehr kurzem Autoanschluss an die Bundesautobahn 4 präferiert.

Welche Betriebszeiten herrschen am Containerterminal?

Antwort: Im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen soll am Terminal rund um die Uhr gearbeitet werden.
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