Containerterminal: CDU knüpft Logistik-Pläne an Bedingungen

Von: Jörg Abels
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Auf Basis des Logistik-Gutachtens sieht die Dürener CDU große Chancen in einem Containerterminal. Foto: imago/blickwinkel
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Haben für die CDU klare Grenzen für die Ansiedlung von Logistik im Bereich Arnoldsweiler gezogen (v.l.): CDU-Fraktionschef Stefan Weschke und seine Stellvertreter Hermann-Josef Geuenich und Thomas Floßdorf. Foto: Abels

Düren. Die Logistikbranche in Verbindung mit einem Containerterminal kann für Düren eine große Chance sein. Zu diesem Schluss kommt die CDU-Stadtratsfraktion nach einer ersten Präsentation des von der Dürener Wirtschaftsförderung beim Jülicher Wirtschaftsgeografen Professor Dr. Michael Gramm in Auftrag gegebenen Gutachtens zu den Chancen der Stadt als Logistikstandort.

Aber die Christdemokraten setzen dem von der Rurtalbahn vor mehr als einem Jahr angestoßenen Zukunftsprojekt auch klare Grenzen, vor allem in puncto Flächenbedarf.

Zwar komme auch das Gutachten zu dem Schluss, dass ein Containerterminal nicht isoliert betrachtet werden darf, sondern nur in Verbindung mit weiteren Flächen für Logistikbetriebe mit qualitativ hochwertigen Arbeitsplätzen zum Beispiel in der Veredelung von Produkten. „Wenn das Projekt realisiert wird, aber nie in der von der Bürgerinitiative Arnoldsweiler/Merzenich befürchteten Größenordnung von 220 Hektar“, betont CDU-Fraktionschef Stefan Weschke. Für die Christdemokraten steht fest, dass entlang der Bahnstrecke Aachen-Köln maximal 105 Hektar zur Verfügung gestellt werden sollen; rund 30 für das eigentliche Terminal, 75 Hektar für Logistikbetriebe.

Dass aber auch nur, wenn weitere Bedingungen erfüllt werden: Um die Belastung der Bürger in Arnoldsweiler auf ein erträgliches Maß zu beschränken, müsse zwingend ein bepflanzter Lärmschutzwall errichtet werden. Und – für die CDU mindestens ebenso wichtig – die seit Jahren von der Arnoldsweiler Bevölkerung massiv geforderte Ortsumgehung (L 257n) müsse in das Logistikgebiet integriert werden. „Aus Sicht von Arnoldsweiler hinter den Lärmschutzwall“, betont Weschkes Stellvertreter Hermann-Josef Geuenich. „Ohne Ortsumgehung, kein Containerterminal“ lautet die Devise.

Damit wiederholt die Dürener CDU ein Versprechen, das Landrat Wolfgang Spelthahn in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Rurtalbahn schon vor Jahresfrist im Bezirksausschuss Arnoldsweiler gemacht hatte, um den Bürgern den Mehrwert einer Terminalansiedlung zu verdeutlichen. Hier nimmt die CDU das Land NRW in die Pflicht. Wenn man es in Düsseldorf mit der frühzeitigen Planung der Tagebaunachfolgelandschaft und der Schaffung neuer Arbeitsplätze ernst meine, müsse auch Geld für die Ortsumgehung Arnoldsweiler vorhanden sein, steht für die Dürener CDU fest.

Wirtschaftlich könne das Güterverkehrszentrum bereits in der ersten Ausbaustufe betrieben werden, ist die CDU auf Basis des Gutachtens überzeugt. Sollten aber dennoch einmal zusätzliche Flächen benötigt werden, sieht die CDU eine etwaige 2. Ausbaustufe nicht unmittelbar an der ersten – wie von der BI befürchtet –, sondern nördlich der A4, in einer östlichen Erweiterung des interkommunalen Gewerbegebietes Talbenden/Rurbenden auf Niederzierer Gebiet in Richtung Ellen mit einer eigenen Erschließungsstraße hin zur neuen A4-Anschlussstelle Merzenicher Heide.

„Das Gutachten hat Chancen aufgezeigt, es gibt aber noch viele offene Fragen“, betont der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Thomas Floßdorf, dass noch eine ganze Reihe weiterer Gutachten notwendig sind, um ausreichend belastbare Fakten für eine Entscheidung zu haben. Diese sollen mit finanzieller Unterstützung des Landes von der mit dem Kreis Düren und der Rurtalbahn noch zu gründenden Projektentwicklungsgesellschaft in Auftrag gegeben werden. „Noch ist überhaupt nichts entschieden“, betont Floßdorf, dass es noch „reichlich Raum für Bürgerbeteiligung gibt“.

Das Gutachten soll bereits im Laufe der Woche auf der Internetseite der Stadt Düren veröffentlicht werden, wird aber auch in der kommenden Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 12. März noch einmal vorgestellt. Und nach den Osterferien hat die Stadt eine öffentliche Veranstaltung geplant, auf der Experten eine Einschätzung zum Projekt geben sollen. Ein Termin steht noch nicht fest.

Um den zeitlichen Horizont einmal aufzuzeigen, verweist die Dürener CDU auf das Beispiel Rheine. Dort habe es von den ersten Terminalplänen bis zur Inbetriebnahme mehr als 15 Jahre gedauert. Aufgrund langwieriger Planungsverfahren sieht die CDU auch im Fall Düren eine Projektumsetzung nicht vor 2025.

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