Comedian Renate Coch stellt sich als Psychologin vor

Von: Bruno Elberfeld
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Comedian Renate Coch erzählte im Atelier Götze von ihrem Leben als Psychologin und erklärte das Dasein an und für sich. Foto: bel

Nideggen. Comedian Renate Coch, deren Wiege in Thüringen stand, die zurzeit aber in Köln lebt, stellte sich im Atelier Muna Götze in Nideggen als Psychologin vor. Und in dieser Rolle hatte sie den Gästen viel zu sagen, gab Ratschläge, wie man etwas machen solle oder auch was durchaus fehl am Platze sei.

Am besten sei der Mensch dran, der „glücklich ohne Ratgeber ist“. Und wenn sie sich so das Publikum anschaue, sehe sie Schizophrene oder in der ersten Reihe eine „Dame mit Waschzwang“.

Coch hatte es leicht, in dieser familiären Runde Kontakt zum Publikum aufzubauen. Schnell hatte sie den etwas vorwitzigen Herrn Ulrich vis à vis in der ersten Reihe am Haken. Immer wenn es passte, fügte sie Ulrich in ihr Programm ein, so dass schnell Funken zwischen ihr und dem Publikum übersprangen. Machte man nach Aussage von Renate Coch in früheren Zeiten im Bett Fesselspiele, werden diese heute durch das Smartphone ersetzt – Fesselung online. Doch in Nideggen sei das bestimmt anders, gab sie unter wohlgefälligem Geraune zum Besten. „Denn in Nideggen leben die Leute noch!“, sagte die Komödiantin.

In ihrer Kindheit konnte Coch in Thüringen nur zwei Staatsfernsehsender schauen, nach ihrer „Flucht 1999“ in den Westen Deutschlands war sie zunächst verunsichert. Nachdem sie ein Bankkonto eingerichtet hatte, um mit der Karte den Geldverkehr zu regeln, gab es bald schon Home-Banking, alles ein bisschen schnell für einen „Flüchtling“. Doch zurück zur Therapie. Coch nahm sich einer sogenannten Abnehmgruppe an, die „Steaks mit Wasser kochen“ und selbst bei der Zunahme von fünf Kilogramm noch ein Lob parat haben.

Hilfen versprechen bei den Abnehmbemühungen die sozialen Medien. In kurzer Zeit hatte Coch 2648 „Follower“, mit denen sie Kontakt pflegte. Bis sie an ihrem Geburtstag ihre Live-Freunde aus Fleisch und Blut aufsuchte, um sich mit ihnen zulaufen zu lassen.

Bevorzugtes Objekt von Renate Cochs Klatschereien war ihre „beste Freundin“ Jorinde. „Jorinde ist ein altes Miststück“, stieß die Akteurin hervor. Jorinde mache alles falsch und hasse die Männer. „Ich bin hier in Nideggen auf Männersuche“, erklärte Coch. Selbstverständlich kam Herr Ulrich aus der ersten Reihe in die engere Wahl. Sie habe schon 2678 Nideggener Männer in der Partnerbörse. Die Abwicklung dieser Arbeit, alle Anfrager zufriedenzustellen, erledige sie mit zwei Praktikantinnen und 70 Studentinnen. Bei jedem „Fall“ müsse man investieren, um langfristig das Maximale, vielleicht sogar eine Art Rente herauszubekommen. Sie suche für das wirkliche Leben aber den Naturburschen, an dessen breiter Brust sie Lust verspüren wolle.

„Ich bin bei mir. Ich lass´ mich nicht im Stich!“ Das war die nahezu philosophische Lied-Botschaft gegen Ende der Veranstaltung. Überhaupt lockerte Renate Coch ihr Programm immer wieder mit eigenen Songs am Klavier auf, animierte zum Mitsingen, trug lustige Reime vor oder las eigene Texte – wie zu Omas Zeiten thronend in einem Ledersessel.

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