Comedian Johann König präsentiert „Milchbrötchenrechnung“

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Johann König kommt am 27. Februar mit seinem aktuellen Programm „Milchbrötchenrechnung“ nach Düren. Foto: stock/stock&people

Düren. Johann König kommt nach Düren. Am Samstag, 27. Februar, präsentiert der 43-Jährige sein Programm „Milchbrötchenrechnung“ in der Arena. Im Gespräch mit unserer Mitarbeiterin Gudrun Klinkhammer spricht er über seine Schüchternheit, Langeweile in Hotelzimmern und seine Kunstaktion „Baumtiere“.

Sie wirken eher schüchtern, wie kommen Sie auf die große Bühne?

Johann König: Ja richtig. Eigentlich passt das nicht zusammen. Zu Beginn meiner Auftritte war ich sogar sehr schüchtern, das hat sich inzwischen allerdings gelegt. Ja, wie war das? Um mein Studium zu finanzieren, habe ich als gelernter Kinderkrankenpfleger Nachtwachen gemacht. Das war zeitweise sehr langweilig, ich hatte nicht viel zu tun. Also setzte ich mich hin und schrieb Geschichten und Gedichte, da war ich 26 Jahre alt. In Köln gab es in einer Kneipe die Gelegenheit, Gedichte vorzutragen. Nachdem ich eines Abends fünf Kölsch getrunken hatte, nahm ich ein selbst geschriebenes Gedicht, schlurfte hinter das Mikro und trug es vor. Eigentlich hatte es gar keinen lustigen Inhalt. Doch die Leute haben so gelacht, nicht über den Inhalt, sondern über meine Art. Damit war das Feuer entfacht. Ich wollte die Leute wieder und wieder zum Lachen bringen, und so ging das dann immer weiter. Mein Grundcharakter widerspricht tatsächlich meinem Tun, und trotzdem passt alles zusammen. Wäre ich damals allerdings nicht zum Mikro geschlurft, wäre ich heute wahrscheinlich Lehrer.

Was erwartet die Zuschauer bei Ihrem neuen Programm „Milchbrötchenrechnung?

König: „Milchbrötchenrechnung“ ist eine schief gegangene Milchmädchenrechnung. Am Schluss kommt die große Quittung. Ich habe selbst drei kleine Kinder, das Thema Kinder und Kindererziehung kommt vor. Weiter geht es um Angela Merkel und Veganer. Ich bringe ein Keyboard mit auf die Bühne, spiele darauf und tanze. Das Programm ist eine große Mischung, den roten Faden findet der Zuschauer möglicherweise erst nach der Show, wenn er abends still im Bett liegt.

Sie feuern auf allen Kanälen, bedienen einen eigenen Youtube-Kanal – warum?

König: Immer schon habe ich kleine Videos gedreht, wenn mir etwa in Hotelzimmern langweilig war. Wenn mir ganz arg schlimm langweilig ist, dann gibt es neue Videos auf Youtube. Damit erreiche ich gelegentlich mehr als eine Million Zuschauer. Und das sind Leute, die wirklich interessiert, was ich mache. Der Youtube-Kanal macht unabhängig vom Fernsehen, das finde ich gut und auch zukunftsorientiert.

Bitte erzählen Sie etwas über ihre Kunstaktion „Baumtiere“.

König: Also, es gab da mal einen Fasan vom Flohmarkt, den wollte ich wegschmeißen. Und als ich ihn so zum Mülleimer trug, kam mir die Idee, den Fasan in einen Baum zu setzen. Gesagt, getan, ich montierte den toten Vogel auf einem Ast. Dann beobachtete ich die Menschen, wie sie damit umgingen, die Kinder und die Erwachsenen. Ich setzte sogar eine versteckte Kamera ein. Nach diesem ersten ausgestopften Baumtier kaufte ich acht weitere, beispielsweise einen Fuchs, eine Wildkatze, einen Eichelhäher und ein Eichhörnchen. Auch die setzte ich in die Bäume. Damit übergab ich die Tiere wieder der Natur und der Verwesung. Das Tolle an der Aktion: Echte, lebendige Vögel kamen an und zupften das Material, mit dem beispielsweise der Fuchs ausgestopft war, aus dem toten Tier heraus, um sich damit Nester zu bauen. Das fand ich so klasse, dass ich die ganze Aktion noch einmal wiederholen werde. Aktuell habe ich einen Stempel anfertigen lassen, 20 mal 20 Zentimeter groß, auf dem eines meiner Gedichte steht. Nun brauche ich noch ein entsprechend großes Stempelkissen, und dann werde ich das Gedicht an vielen Stellen stempeln.

Was sagt Ihnen Düren?

König: Nichts. Seit 15 Jahren bin ich auf Tour, in Düren war ich bisher noch nie, was eigentlich unglaublich ist. Was ich auf jeden Fall machen werde, wie ich es in allen anderen Städten ebenfalls mache, wenn ich in Düren bin: Ich laufe vor dem Auftritt zwei Stunden lang durch die Stadt und schaue mich um. Ich bin schon jetzt sehr gespannt, was ich in Düren so sehen werde und wie die Stadt auf mich wirkt.

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