Club „Senioren Aktiv“: Rüstige Rentner begegnen der Langeweile

Von: Daniela Schröder-Martinak
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Ernst Ecker (v.l.), Gerta Salentin und Heiner Ohse rücken gerne für neue Seniorenclubmitglieder enger zusammen. Die neue Ruhebank, die der Club finanziert hat, macht´s möglich. Foto: Daniela Schröder-Martinak

Jakobwüllesheim. Da ist noch ein Plätzchen frei. Nicht nur auf der Bank am Jakobwüllesheimer Sportplatz, sondern auch im neuen Seniorenclub „Senioren Aktiv“. Was machen eigentlich Rentner den lieben langen Tag? Womit beschäftigen sich die älteren Herren und Damen, wenn das tägliche Arbeitsleben nicht mehr ruft?

Diese Frage stellte sich Heinz Rehmann vor einem Jahr. „Ich fand es bereits nach kurzer Zeit zu Hause richtig langweilig. Klar, die eine oder andere Arbeit am Haus und im Garten steht immer an, aber ich wusste, dass das nicht alles sein kann.“

Also machte sich der 64-Jährige auf zum Frühschoppen in die Dorfkneipe, wo er prompt auf einige Altersgenossen stieß, die offensichtlich ebenfalls das langweilige Seniorenleben satt hatten. „Ich erzählte von meiner Idee, einen Club zu gründen, uns regelmäßig zu treffen, um verschiedene Aktivitäten auszuüben und vielleicht sogar noch ein bisschen etwas für unser Dorf zu tun“, erinnerte sich Rehmann.

Terminzettel wurden gedruckt und verteilt und wenig später saßen zwölf Senioren und Seniorinnen zusammen und machten große Pläne. „Hauptsächlich geht es darum, Spaß zu haben“, betont der Jakobwüllesheimer und weiter: „Aber Verantwortung und Anerkennung geben Rentnern das Gefühl, gebraucht zu werden“. Geselligkeit und eine Prise Humor stünden dabei ganz oben und versüßten das Leben im Alter.

Nicht nur wöchentliche Boule- und Skat-Spielenachmittage wurden vereinbart, sondern auch gleich besprochen, was an Reparatur- und Verschönerungsarbeiten im Ort ansteht: Neue Ruhebänke sollten her, das Tennisheim müsste mal wieder gestrichen, die Zäune am Sportplatz begradigt und die Grünflächen am Spielplatz gepflegt werden. „Vogelnistplätze waren unsere erste gemeinsame handwerkliche Arbeit, die nicht nur allen Spaß gemacht hat, sondern auch für Lob bei den anderen Dorfbewohnern gesorgt hat“, erklärte Rehmann stolz.

Mit und mit meldete sich noch eine Hand voll Senioren, die ebenfalls „das triste Rentnerdasein“ satt hatte. Laut Rehmann dürfen es aber gerne noch zahlreiche weitere Senioren sein, die sich anschließen. „Fernsehen, kochen und Blumenbeete umgraben – ich konnte es nicht mehr sehen. Jetzt freue ich mich jede Woche aufs Neue, dass ich eine andere Beschäftigung habe“, sagte Gerta Salentin und erntete Zustimmung bei ihren gleichgesinnten Freundinnen am Tisch.

Die 81-Jährige und ihr ein Jahr älterer Mann, Hubert, sind die ältesten Mitglieder des Clubs, was aber noch lange nicht heißt, dass sie keine jungen Ideen haben: „Wir wollen uns an Computern versuchen und walken gehen, damit wir fit bleiben – hier und hier“, betonte Gerta Salentin und zeigte auf ihren Kopf und ihre Beine. Hilde Parakenings, ebenfalls Clubmitglied, brachte es auf den Punkt: „Wir wollen ein aktives Seniorenleben führen“. Wie das aussehen kann, stellte der Club jetzt beim Einweihen der neuen Ruhebänke unter Beweis.

Eine Grillparty, zu der alle Dorfbewohner eingeladen waren, machte noch mal richtig Lust auf mehr. Die Bänke wurden übrigens vom Club finanziert. „Wir sammeln keine Beiträge ein, wir geben jeweils einen Euro Startgeld bei den Spielenachmittagen und nehmen gerne Spenden entgegen – auch die Gemeinde Vettweiß hat sich schon großzügig gezeigt.

Dass wir allerdings so schnell die beiden Bänke finanzieren können, hätten wir nicht gedacht“, freuten sich die Mitglieder allesamt und jeder durfte Probesitzen. Wer sich dazugesellen möchte, kann sich bei Heinz Rehmann melden oder einfach eine E-Mail an senioaktiv-jako@t-online.de schreiben.

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