Cindy aus Marzahn kämpft lieber mit dem Säbel

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Cindy aus Marzahn
Cindy aus Marzahn begeisterte mit Spontanität. Foto: Elberfeld

Düren. Viele Mädchen und Frauen tragen ein silbernes Diadem. „Warum wir das tragen?”, beantwortet Monique, 27 Jahre, auch für ihre Freundin Michaela, 28 Jahre, die Frage. „Wir sind Freundinnen von Prinzessin Cindy.”

Schon bevor Cindy aus Marzahn auf der Bühne der Arena Kreis Düren ist, wird es sehr laut. Die etwa 2000 Gäste kennen ihre Cindy und begrüßen sie johlend. Und dann ist sie da, in engen Leggings, die ihre Körperformen betonen, und mit vielen blonden Locken, die ein Stirnband kaum meistern kann.

Sofort nimmt der Fernsehstar Kontakt zum Publikum auf. Das ist eine ihrer großen Stärken: das Publikum einbeziehen, es mitnehmen auf eine Reise in das Leben der Cindy aus Marzahn, die auf der Bühne „Schizophren” spielt. Cindy als Halbschwester von Paris Hilton. „Das ist mein Saunatuch, ich hatte schon immer ein großes Geschlechtsteil. Meinen Wechselschlüpfer könnt ihr dann später als Hängematte benutzen!”

Das Publikum ist begeistert. Da steht doch jemand, der die Dinge und auch die Geschlechtsorgane mal so richtig beim Namen nennt. Mittendrin sitzen zwei Grundschüler. Sie begleiten ihre Eltern. Wenn sie in der nächsten Woche in der Schule eine Mitschülerin mit solchen Begriffen aus der untersten Schublade der Sexualkunde attackieren würden, gäbe es mit Recht Ärger.

Cindys Programm ist absolut nicht für Kinder geeignet. Ihre bevorzugte Waffe auf dem Gebiet der Sexualität ist der Säbel, nicht das Florett. Doch die Zuschauer zeigen, dass sie Cindy aus Marzahn, „Halbschwester von Paris Hilton”, Berlins bekannteste Vorzeige-Prolette und neuer Star am Comedy-Himmel, mögen. Humorvoll und mit viel Witz erzählt sie Episoden aus dem Cindy-Leben.

Schildert ihre Schwierigkeiten, in einem Flugzeug dank ihrer Körpergröße einen Platz zu finden, schildert ihre Erlebnisse auf einer türkischen Toilette. Sie sitzt auf dem Boden der Toilette und schreit: „Ich bin ein Star! Holt mich hier raus!” Die Menschen sind begeistert.

Ein 16-Jähriger im Publikum wagt einen lauten Kommentar. Cindy sitzt eine Minute später auf seinem Schoß. Ein Geburtstagskind bekommt auf der Bühne ein Ständchen gebracht. Cindy zeigt ihrem Gast, wie man die „Pressefutzis” behandelt. Man zeigt ihnen den Allerwertesten. Zwei Frauen gehen zur Toilette. Cindy aus Marzahn unterbricht das Programm, lässt die Beleuchtung hochfahren, setzt sich an den Tisch. „Die Beiden haben ja auch bezahlt. Sie haben Anspruch auf das ganze Programm.”

Das sind die großen Stärken der Comedian aus Berlin, spontane Reaktionen, aus der Situation geboren. Ob das Menschen-, insbesondere das Frauenbild, das sie auf der Bühne vermittelt, so in Ordnung ist, sollte die hoch talentierte Ilka Bessin aus Berlin noch einmal überdenken.
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