Düren - Chefarzt verlässt das Dürener Krankenhaus

Chefarzt verlässt das Dürener Krankenhaus

Von: red
Letzte Aktualisierung:
Die alte Eingangstür seiner A
Die alte Eingangstür seiner Abteilung wird künftig in Wolfgang Barényis heimischem Partykeller hängen.

Düren. Ein Arzt durch und durch: Wolfgang Barényi hat nach mehr als vier Jahrzehnten seine Mission am Dürener Krankenhaus beendet. Die Tür seiner Abteilung nimmt er mit.

„Heute hat er durchgehend Untersuchungen, morgen auch, vielleicht hat er übermorgen mal ein paar Minütchen Luft.” Sekretärin Mirjam Schröder musste schmunzeln. Es war nicht einfach, in den vergangenen Tagen einen Termin zu finden, um mit Wolfgang Barényi über seinen Abschied aus dem Krankenhaus Düren zu sprechen, an dessen Erfolg er fast vier Jahrzehnte lang maßgeblich beteiligt war. Wer gedacht hatte, dass es der Chefarzt an seinen letzten Tagen in der Klinik ruhig angehen lassen würde, der lag falsch.

Der 67-Jährige ist einfach Arzt durch und durch. Ein Arzt, der seine Patienten nicht nur mit großer Fachkenntnis, sondern immer auch mit viel persönlicher Zuwendung behandelt hat. Kein Wunder, dass viele von ihnen während der vergangenen Tage gerne zumindest noch einmal zu Wolfgang Barényi wollten und ihm so vor dem Eintritt in den Ruhestand arbeitsreiche Tage bescherten.

Da passt es, dass sich der scheidende Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Diabetologie nun selber erst einmal drei Monate ganz ohne Medizin verordnet hat. „Ich bin mir sicher, dass ich damit gut leben kann”, sagt Barényi, auch wenn einige seiner Freunde vom Gegenteil überzeugt seien. Er freue sich über die Zeit, die er nun viel intensiver mit seiner Familie verbringen kann. Mit seiner Frau Renate, die er vor 38 Jahren im Krankenhaus Düren kennengelernt hat, den beiden Söhnen, Schwiegertöchtern und den beiden zwei- und zweieinhalbjährigen Enkelkindern. Dass seine Familie ihn trotz der großen Belastung durch seinen Beruf immer unterstützt habe, sei einer seiner größten Erfolge, betont er.

Am 1. November 1972 hat Wolfgang Barényi eine Assistentenstelle am Dürener Krankenhaus angetreten. In Aachen, wo er sein Examen abgelegt hat, lernte Barényi Professor Heinz Grunze kennen, der in Düren Chefarzt war und dem jungen Mediziner dort seine erste Stelle anbot. Die Gastroenterologie, die sich mit Diagnostik, Therapie und Prävention von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, von Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse beschäftigt, sei schließlich für ihn die ideale Kombination gewesen.

Wichtig sei ihm in all den Jahren immer gewesen, die Patienten wirklich zu begleiten, sagt Barényi, „auch wenn sie schwerst- oder chronisch krank sind. In allen Lebenskrisen.” Dass sie auf Wolfgang Barényi noch zwei Jahre nach dessen Eintritt ins Rentenalter zählen durften, erklärt der scheidende Chefarzt so: „Ich hatte mit 65 Jahren meine Mission noch nicht erfüllt. Jetzt haben wir ein zertifiziertes Darmzentrum, unsere Klinik steht auf sehr soliden Füßen. Hier wird Medizin auf hohem Niveau gemacht. So kann ich jetzt sagen, dass meine Mission erfüllt ist.”

Mit einer sehr ungezwungenen kölschen Fete - für die guten Töne sorgten die „Echten Fründe” - verabschiedete sich Wolfgang Barényi von seinen Wegbegleitern im Krankenhaus. Reden und Geschenke, das hatte er in seiner Einladung betont, sollte es eigentlich nicht geben, stattdessen Spenden für die „Klinik Pänz” und die „Kranke Dötz”. Und doch ließ es sich Geschäftsführer Dr. Gereon Blum nicht nehmen, ganz kurz zum Mikrofon zu greifen, um sich bei Wolfgang Barényi für all das zu bedanken, was er für das Dürener Krankenhaus in vier Jahrzehnten geleistet hat. „Unter einer Minute ist es keine Rede”, rechtfertigte sich Blum. „Und das ist kein Geschenk, sondern etwas zum Mitnehmen”, überreichte der dem scheidenden Chefarzt die Eingangstür zur alten Endoskopie.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert