Charity-Fahrt: Mit Radprofi André Greipel durch die Eifel

Von: kin
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Jennifer und Bruno Schmidt sowie Sven Rehbein (v.l.) freuen sich auf die „Tour de ALS“.

Düren. „Man darf die Hoffnung nicht verlieren. Für mich ist das das Allerwichtigste.“ Bruno Schmidt aus Linnich hat Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems. Im Dezember 2014 hat der 51-Jährige die Diagnose bekommen. „Das ist eine fortschreitende, unheilbare Krankheit“, sagt der Lebensmitteltechniker.

Und eine Krankheit, die nur wenige Menschen kennen. Rund 8000 Betroffene gibt es in Deutschland, etwa 2000 sterben jedes Jahr. „Wegen der ‚Ice-Bucket-Challenge‘ ist ALS kurze Zeit in die Öffentlichkeit gekommen. Die Zahl der Erkrankten“, sagt Bruno Schmidt, „ist aber zu gering, als dass diese Krankheit für die Forschung wirklich interessant wäre. Es wird für die ALS-Forschung nicht viel Geld zur Verfügung gestellt.“

Bruno Schmidt hat einen langsamen Krankheitsverlauf, bei ihm sind in erster Linie Arme und Schulterpartie von den Lähmungen betroffen. „Bei anderen schreitet die ALS sehr schnell fort. Manche bekommen die Diagnose und sind kurz darauf auf den Rollstuhl angewiesen. Grundsätzlich ist es so, dass 60 Prozent der ALS-Patienten im ersten bis dritten Jahr nach der Diagnose sterben.“

Bruno Schmidt hat den Verein „ALS – Alle Lieben Schmidt“ gegründet. Er will anderen Betroffenen helfen, er will aber auch Geld für die Forschung sammeln. Vor gut einem Jahr hat Schmidt, der selbst begeisterter Langstrecken-Radfahrer ist, Sven Rehbein vom Radsportverein Düren kennengelernt. Rehbein: „Mir hat das von Anfang an gefallen, wie Bruno Schmidt mit seinem Schicksal umgeht. Und irgendwann ist die Idee entstanden, eine Charity-Fahrt zu organisieren.“

Am Samstag, 27. August, startet um 11 Uhr am „Haus für Gürzenich“ die „Tour de ALS“. Über 80 der insgesamt 200 Startplätze sind bereits vergeben, die Radler fahren rund 80 Kilometer durch die Eifel. „Wir fahren im geschlossenen Verband“, sagt Sven Rehbein. „Die Gruppe bleibt immer zusammen. Jeder, der eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 24 km/h schafft, kann mitfahren.“

Das komplette „Team Düren“ des Radsportvereins wird mit von der Partie sein. Auch der Deutsche Meister André Greipel, der in diesem Jahr eine Etappe der „Tour de France“ gewonnen hat und dessen Mutter an ALS erkrankt ist, wird bei der „Tour de ALS“ mitfahren. Alle Teilnehmer zahlen ein Startgeld von 50 Euro, das komplett Bruno Schmidts Verein zugutekommt.

„Neben dem finanziellen Aspekt“, sagt Schmidt, „ist es uns aber auch wichtig, auf unsere Krankheit aufmerksam zu machen. Und wir wollen den Erkrankten zeigen, dass es Leute gibt, die sich für sie einsetzen.“

Alle, die nicht die 80 Kilometer durch die Eifel radeln möchten, sind ab 15 Uhr zu einem Fest in und um das „Haus für Gürzenich“ eingeladen. „Es werden viele ALS-Patienten da sein“, sagt Bruno Schmidt. „Es ist sicherlich interessant, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.“ Bruno Schmidt will am 27. August auf jeden Fall noch einmal in den Sattel steigen. „Ich möchte unbedingt mitfahren“, sagt er. „Und wenn es das letzte Rennen ist, das ich fahre.“

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