CEV-Pokal: Die genialen Zuspiele des Argentiniers

Von: Franz Sistemich
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Das A und O: Die Annahme muss stehen gegen Sir Safety Conad Perugia. Auf Matthias Pompe (links), Dennis Barthel und ihre Kollegen auf dieser Position kommt eine gewaltige Aufgabe zu. Foto: Jansen

Düren. „Bei Sir Safety Conad spielt fast eine Weltauswahl.“ Wenn Anton Brams vom morgigen Gegner aus Perugia spricht, gerät der Trainer der SWD Powervolleys zwar nicht ins Schwärmen, aber seine Worte drücken die ganze Hochachtung aus. Und gegen eben diese Ansammlung erstklassiger Spieler bestreiten die Dürener ab 18.30 Uhr in der Arena das Viertelfinalhinspiel des CEV-Pokals.

Die Namen der Akteure des italienischen Spitzenteams lässt sich der Coach praktisch auf der Zunge zergehen: Luciano de Cecco gilt als der weltbeste Zuspieler. Der Serbe Aleksandar Atanasijevic, der US-Amerikaner Aaron Russel und der Italiener Simone Buti brauchen sich auch vor den besten Akteuren der Welt nicht zu verstecken. Und die deutschen Nationalspieler Christian Fromm und Dennis Kaliberda haben ihr großes internationales Niveau mit der deutschen Auswahl ebenfalls schon häufig unter Beweis gestellt.

Aktuell rangiert der 2001 gegründete Club, der 2012/2013 seine erste Saison in Italiens Serie A 1 spielte, auf dem vierten Platz. Weil die Ansprüche höhere sind, wechselten die Volleyballverantwortlichen aus der Hauptstadt der Region Umbrien kurzerhand den Trainer aus. Slobodan Kovac, der das Team bereits zwischen 2010 und 2014 gecoacht hatte, kehrte nach seinem Abstecher als Trainer der iranischen Nationalmannschaft wieder in die rund 166.000 Einwohner zählende Stadt zurück.

Perugia geht als Favorit in die Partie um den Einzug in das Halbfinale des CEV-Pokals. Dessen sind sich die Dürener bewusst, aber: „Für uns sind diese beiden Spiele eine Belohnung für das bisher Geleistete und eine Chance, uns weiter zu entwickeln.“ Der CEV-Pokal bringe angesichts der Klasse der Gegner sein Team auch national weiter: „Er ist auch langfristig positiv für den Verein“, sagt Brams.

Seine Spieler gehen bei allem sportlichen Ehrgeiz die Partie locker an: „Spielen, spielen, Spaß haben gegen ein solches Topteam. Diese Partien werden ein Höhepunkt meiner Laufbahn sein“, freut sich Annahmespezialist Matthias Pompe. Dass mit Spiel und Spaß kein Blumentopf zu gewinnen sein wird, weiß Pompe aber auch: „Wir müssen schon noch eine Schüppe drauflegen.“

Dass die Hausherren sich gegenüber dem deutlich herausgespielten 3:0-Sieg gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen Bestensee steigern müssen, ist Pompe und seinen Kollegen klar; ansonsten gilt aber auch, was der Trainer sagt: „Wir machen weiter wie bisher, unabhängig, wie der Gegner heißt.“ Seine Aktiven sollen, wünscht sich der Trainer, weiter frei aufspielen, „schließlich haben wir alle das Glück, das machen zu können, was wir lieben: Volleyball spielen zu dürfen.“

Nun besteht aber die Gefahr, dass sich Perugias Zuspieler de Gecco als Spaßbremse aufspielen könnte: Der Argentinier gehört zu den Vertretern seiner Zunft, die mit möglichst spektakulären Zuspielen seine Angreifer in möglichst spektakuläre Schmetterpositionen bringen will. „Folglich wird es schwer sein, sein Zuspiel zu lesen und die Angreifer zu stoppen, aber das würde uns nicht abhalten, selbst beim Stand von 14:24 gegen uns um jeden Ball zu kämpfen“, sagt Brams.

Natürlich geht der Dürener Trainer davon aus, dass seine Schützlinge sich nicht wie das Kaninchen vor der Schlange verstecken werden. Er glaubt auch nicht, dass sie übermotiviert in die Begegnung gehen und sich deshalb vielleicht blockieren. „Nein, wir sind so professionell, dass wir wie in jedes Spiel mit der richtigen Portion Motivation gehen, also nicht übermotiviert sind. Und dass wir uns mit jeder starken Annahme, mit jedem gewonnenen Block, mit jedem Angriffspunkt weiter Selbstvertrauen holen werden – für den Wettstreit mit Perugia, aber auch für die Spiele in der Bundesliga.“ Sagt Brams und lächelt.

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