CEV-Pokal: Als die Arena zu einem Hexenkessel wurde

Von: Franz Sistemich
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Knapp 30 Fans waren aus Perugia angereist, um das Viertelfinale zu sehen. Die Eltern von Christian Fromm waren aus Berlin gekommen. Foto: jan

Düren. Verbal flogen die Bälle schon vor der Partie hin und her: auf der einen Seite der frühere Dürener Christian Fromm, auf der anderen Jaromir Zachrich und Dennis Barthel. Der Mannschaftskapitän der SWD Powervolleys und sein jüngster Mannschaftskamerad parierten die freundlichen verbalen Attacken des deutschen Nationalspielers in Diensten des italienischen Spitzenteams Sir Safety Perugia.

„Aufgepasst, Düren“, hatte Fromm in einer Videobotschaft mit dennoch ernster Miene verkündet, „wir sind optimal vorbereitet, freuen uns auf ein spannendes Spiel in einem hoffentlich proppenvollen Hexenkessel.“ „Passt mal auf“, hatten die Dürener geantwortet, „wir schauen mal, wie Ihr wieder wegfliegt. Auch wir sind gewappnet.“

Es stellte sich am Mittwochabend in der Arena Kreis Düren heraus: Die Mannschaft von Christian Fromm und des zweiten deutschen Nationalspielers, Dennis Kaliberda, war vor 1600 Zuschauern gewappnet. Die Gastgeber aber auch. Und so mussten sich die Italiener schon mächtig anstrengen, um in der Arena 3:1 (25:23, 25:21, 24:26, 25:15) zu gewinnen. Der Sieg war erwartet worden, waren die Italiener doch als hoher Favorit in die ereste Partie um den Einzug in das Halbfinale des CEV-Pokals gegangen (Spielbericht siehe Hauptsport).

Dürens Fans scherte die Niederlage wenig: Sie feierten die Leistung ihres Teams und den Satzgewinn, pfiffen den Schiedsrichter aus. Der entschied in kritischen Situationen immer für die Gäste. Und umso mehr unterstützten die Dürener Fans ihr Team. Sie verwandelten die Arena phasenweise wirklich in einen Hexenkessel. Unter den Zuschauern befanden sich auch Spieler etlicher Vereine.

Hatten beim Heimspiel gegen die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen Bestensee 50 Mitglieder der Volleyball-Abteilung des VfL Berghausen-Grimberg aus der Nähe von Engelskirchen den Dürener Sieg verfolgen dürfen, so erlebten am Mittwoch auch die Spielerinnen des VC Weert den deutsch-italienischen Vergleich. Bei diesem niederländischen Erstligisten nimmt Karolina Bednarova an, bei den Powervolleys für die Sponsorenbetreuung zuständig.

Mitten unter den 1600 Fans befanden sich auch italienische Schlachtenbummler: Die Mitglieder – jung wie alt – des Fanclubs „Sirmaniaci“ begleiten ihr Team nicht nur zu den Spielen in Italien, sondern auch durch ganz Europa. 27 Fans waren an die Rur gereist: „Bei den Auswärtsspielen in Italien unterstützen bis zu 500 Anhänger das Team“, erzählten Birgit Fromm-Lippitz und Michael Lippitz.

Die Eltern von Perugias Außenangreifer Christian Fromm waren eigens aus Berlin angereist, um ihren Sohn zu sehen. Dessen Spiele verfolgen sie auch ab und zu live in italienischen Arenen: „Fünf bis sechs Spiele sehen wir schon jede Saison“, erzählten sie. Und freuten sich über die frenetische Anfeuerung der „Sirmaniaci“. Da hatten es die Dürener „Moskitos“ bei allem Engagement gegen die leidenschaftlich auch von „Liebe und Leid“ singenden Italiener(innen) schwer.

So wie ihr Team gegen die Perugia-Aktiven. Aber die Mannen um Sebastian Gevert kämpften um jeden Ball. Auch wenn sie das Hinspiel verloren und kaum Chancen haben, das Halbfinale zu erreichen, Lob war ihnen nach der Partie David gegen Goliath gewiss: Ihre Fans spendeten stehend Beifall.

Und Christian Fromms Vater sagte: „Wir haben ein munteres Spiel gesehen, in dem die Papierform zunächst keine Rolle spielen. Düren hat sich nicht versteckt. Der Satzgewinn war verdient. Im vierten Satz hat sich dann die Klasse Perugias deutlich durchgesetzt.“

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