Niederau - „Celloromantik“ lässt Menschen Träumen

„Celloromantik“ lässt Menschen Träumen

Von: Bruno Elberfeld
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Die beiden Nachwuchscellisten Muriel Bonn und Marius Ebbertz spielten das Requiem von David Popper zusammen mit Christian Ebbertz am Klavier und Matthias Purrer (nicht im Bild). Foto: Bruno Elberfeld

Niederau. Die Verantwortlichen der Cappella Villa Duria, an der Spitze Johannes Esser und Dr. Gisela Hagenau, hatten in der Wahl der Musiker für das Schlosskonzert auf Schloss Burgau wieder einmal eine glückliche Hand.

Zum diesjährigen Konzert im Konzertsaal von Schloss Burgau spielten Matthias Purrer, Violoncello, und am Klavier Christian Ebbertz. Ergänzt wurde das Duo bei einer Komposition durch die beiden Nachwuchscellisten Muriel Bonn und Marius Ebbertz.

Damit einige Leser bei der Überschrift „Celloromantik“ bei den Namen Ludwig van Beethoven (1770-1827) und Astor Piazzolla (1921-1992) nicht allzu sehr ins Grübeln gerieten, denn beide Komponisten gehören nicht zur Epoche der Romantik, gab Matthias Purrer in seiner Moderation eine Erklärung. Ihm sei es, so Purrer, nicht um die Epochenbezeichnung gegangen, sondern um die Romantik im allgemeinen Sprachgebrauch. Beethoven und Piazzolla drücken in ihren Werken, die an diesem Abend zur Aufführung kamen, recht große Emotionen aus und gehören deshalb unter das Motto „Celloromantik“. Für Purrer bildeten beide Komponisten somit eine Art Programm-Klammer.

Die „Sonate für Klavier und Violoncello Nr. 2, g-Moll, von Beethoven war der erste Programmpunkt hinter der ersten Klammer. In der Tat kann der Hörer dieses Werk mit den Sätzen „Adagio sostenuto e espressivo“, „Allegro molto piu tosto presto“ und „Rondo Allegro“ durchaus zu den romantischen Stücken zählen. Leiser, zarter Beginn. Fragend in der Tendenz, von leichten Anschlägen der Klaviertasten unterstützt, drückt das Cello verwirrende Gefühle aus, wird sprunghaft, findet sich mit dem Flügel in Melodien wieder, die nach Harmonie streben. Cello und Klavier treten in Dialog, reden aneinander vorbei, versöhnen sich. Das Cello macht seinem Klischee alle Ehre, der menschlichen Stimme sehr nahe zu sein.

Mit Gabriel Faurés (1845-1924) „Elegie op. 24“ und „Sicilienne op. Op. 78“ versetzt das Duo seine Hörer in die Epoche der Romantik. Die Gefühle werden durch Crescendi in die Höhe getrieben, Decrescendi besänftigen, Töne streben auf- und abwärts, ein verwirrendes Spiel.

Einige Passagen sind technisch schwierig, überraschen durch Lautstärke und Schnelligkeit.

Ein überwältigendes Klangbild erzeugten mit dem „Requiem für drei Violoncelli und Klavier“ von David Popper (1843-1913) neben dem Duo Purrer/Ebbertz die Nachwuchscellisten Muriel Bonn und Markus Ebbertz. Trauer stand bei dem Stück an vorderster Front, stärker werdend beim Zusammenspiel aller Instrumente, abklingend bei den Soli der Celli.

Nach der Pause standen zunächst zwei Romantiker auf dem Programm: Peter Tschaikowsky (1840-1893) und Camille Saint-Saens (1835-1921). Die Besucher genossen die Ohrwürmer „Nocturne“ und „Valse sentimentale“, von Tschaikowsky und zeigten ein zufriedenes Lächeln bei den Werken von Saint-Saens „Der Schwan“ und „Allegro appassionato“. Matthias Purrer konnte besonders bei diesen Tondichtungen demonstrieren, wie man durch strikte Bogenführung und klare Griffe saubere Töne, oft einhergehend mit Virtuosität, erzeugt.

„Le Grand Tango“, welch gewaltige Emotionen birgt dieses Werk des Argentiniers Astor Piazzolla. Die Akteure an Klavier und Cello bearbeiteten ihre Instrumente heftig.

Und der „Rest war nicht das Schweigen“, sondern kräftiger Applaus eines dankbaren Publikums.

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