CDU verliert und jubelt über Larues Triumph

Von: Christoph Lammertz
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Zwiegespalten: Bürgermeister Paul Larue freut sich mit seiner Ehefrau, CDU-Stadtverbandschef Thomas Rachel (l.) und Fraktionschef Karl-Albert Eßer über sein glänzendes Wahlergebnis. Im Hinterkopf hat das Quartett aber auch die Verluste der Partei.

Düren. Paul Larue geht in seine dritte Amtszeit als Dürener Bürgermeister. Der Christdemokrat siegte mit 62,7 Prozent der Stimmen erneut mit Riesenvorsprung vor seinen Herausforderern Henner Schmidt (SPD/29,1 Prozent) und Verena Schloemer (Grüne/8.1 Prozent).

Doch ein Freudentag war der Tag der Kommunalwahl 2009 für die Dürener CDU dennoch nicht. Nach zehn Jahren verloren die Christdemokraten ihre absolute Mehrheit im Dürener Stadtrat. Mit 46,3 Prozent der Stimmen (minus 6,0 Prozent) sind sie künftig auf einen Koalitionspartner angewiesen.

Welche Partei dafür in Frage kommt, dazu wollte sich CDU-Fraktionschef Karl-Albert Eßer am Sonntagabend noch nicht äußern. Zu den Verlusten seiner Partei sagte Eßer: „Wir haben bei zwei Wahlen hintereinander Traumergebnisse erzielt. Das kann nicht jedes Mal so funktionieren. Wir sind zufrieden, weil wir weiter deutlich vor der SPD liegen und die mit Abstand stärkste Partei sind.”

Auch die SPD hatte keinen Grund zum Jubeln. Zwar holte Henner Schmidt als Bürgermeisterkandidat mehr Stimmen als Barthel Labenz vor fünf Jahren, doch die Partei stagnierte bei unter 30 Prozent. „Das ist enttäuschend”, gab Schmidt unumwunden zu. „Ich weiß nicht, ob ein rein themenbezogener Wahlkampf, wie wir ihn geführt haben, unsere Wähler zu wenig angesprochen hat.”

Als „äußerst fair” bewertete Paul Larue den Wahlkampf rückblickend und dankte dafür seinen beiden Konkurrenten. „Die Dürener wissen nach zehn Jahren, wie ich das Amt des Bürgermeisters ausübe. Das Wahlergebnis ist ein starker Vertrauensbeweis, für den ich mich herzlich bedanke.”

Eine zufriedene Verliererin ist Verena Schloemer, die 8,1 Prozent der Stimmen holte und gegenüber 2004 deutlich zulegte. „Wer weiß, vielleicht sind die Dürener ja in fünf Jahren reif für eine Bürgermeisterin”, sagte die Grüne, die sich darüber freute, dass die absolute Mehrheit der CDU gebrochen ist, aber auch über das Abschneiden ihrer Partei: Die Grünen werden in den neuen Stadtrat mit fünf Sitzen (plus 2) einziehen.

Einen Sitz mehr erhält die FDP. Für den neuen Chef der Dürener Liberalen, Hubert Cremer, ist eine Koalition mit der CDU durchaus denkbar. „Wir sind gesprächsbereit, wie man es als guter Demokrat sein sollte”, sagte Cremer.

Enttäuschung dagegen bei Heidi Meier-Grass. Ihre Bürger für Düren (BfD) verloren deutlich und haben anders als die Linken (2 Sitze) im neuen Stadtrat nur noch einen Sitz. Den hat auch die NDP gewonnen. Zur Enttäuschung aller demokratischen Parteien in der Stadt. „Es ist sehr traurig, dass die Rechtsradikalen mit ihren aggressiven Parolen doch so viele Menschen in Düren angesprochen haben, dass es für sie zum Einzug in den Stadtrat reicht”, kommentierte Bürgermeister Larue. „Für die demokratischen Parteien sollte das aber noch mehr Ansporn sein, mit unserer Arbeit die Menschen so zu überzeugen, dass sie sich nicht zu den Rändern, ob rechts oder links, orientieren müssen.”
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