CDU setzt Kampf gegen Badschließung fort

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Sanierung oder Schließung? Am Lehrschwimmbecken scheiden sich die Geister. Foto: Jörg Abels

Niederzier. Ungeachtet der im Raum stehenden Sanierungskosten zwischen 300.000 und 400.000 Euro setzt die Niederzierer CDU ihren Kampf für den Erhalt des Lehrschwimmbeckens Hambach fort. „Wenn wir über einen der sechs Fußballplätze der Gemeinde diskutieren würden, wäre die Sanierung längst erfolgt“, brach die Vorsitzende Gaby Schmitz-Esser im Gemeinderat erneut eine Lanze für die Schwimmbegeisterten in Vereinen und VHS-Kursen, die eine Schließung besonders hart treffen würde.

Sie stellte fest, dass das Becken in Hambach die einzige noch nicht sanierte Liegenschaft der Gemeinde sei. Und anders als vor Wochen im Bauausschuss präsentierte sie auch Deckungsvorschläge für die Sanierungskosten, die im Doppelhaushalt 2013/2014 nicht enthalten sind.

Auf die von SPD und Grünen beschlossene Erschließung eines Baugebiets an der Schubertstraße in Ellen könne man ebenso verzichten (200.000 Euro) wie auf Solaranlagen auf Dächern gemeindeeigener Gebäude (100.000 Euro). Auch der Austausch des Großspielgeräts im Niederzierer Freizeitpark könne verschoben werden (70.000 Euro). Und Gregor Maxrath verwies auf Einsparungen bei zwei Auftragsvergaben von 100.000 Euro. Alternativ wäre die CDU bereit, die Badsanierung in Teilen über Kredite zu finanzieren, um die Infrastruktur der Gemeinde zu erhalten. Fazit: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ein zweites Lehrschwimmbecken sei sicher ein Luxus, räumte Schmitz-Esser ein, aber auch ein weicher Standortfaktor.

Bürgermeister Hermann Heuser, der von einer „Investition in einen Totalschaden“ spricht, von einem 45 Jahre alten Bad, das auch nach einer Sanierung mit einer durchgängigen Wassertiefe von 1,35 Meter weder kind- noch altengerecht sei und für den Schwimmunterricht der vier Grundschulen angesichts des sanierten Bades in Huchem-Stammeln nicht benötigt werde, lehnt wie auch die SPD-Ratsmehrheit eine Kreditfinanzierung kategorisch ab.

„Auch wir würden das Bad gerne erhalten“, betonte SPD-Fraktionschef Ortwin Clever, „aber halt nicht um jeden Preis“. Der Weg der Sparsamkeit ist laut Heuser alternativlos. Der Bürgermeister machte deutlich, dass sich auch Niederzier auf schwierigere Zeiten mit begrenzten Mitteln einstellen müsse. Dies ebenso zu negieren wie den demografischen Wandel sei grob fahrlässig.

Der Rat einigte sich, vor einer endgültigen Entscheidung über die Schließung noch ein weiteres Gutachten abzuwarten, dass endgültige Gewissheit über die Kosten liefern soll, aber auch Handlungsalternativen aufzeigen soll.

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