Düren - Carmen Creutz gibt Leitung der Dürener Unicef-Gruppe ab

Carmen Creutz gibt Leitung der Dürener Unicef-Gruppe ab

Von: Nicola Gottfroh
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Carmen Creutz hat viel erreich
Carmen Creutz hat viel erreicht. Nun gibt sie die Verantwortung für die Dürener Unicef-Gruppe ab. Foto: Gottfroh

Düren. Carmen Creutz blickt zufrieden zurück. Sie hat viel erreicht. Viel mehr, als sie dachte, erreichen zu können, als sie vor 22 Jahren in Düren eine Unicef-Gruppe gründete.

Sieben Jahre lang war sie Sprecherin aller ehrenamtlicher Mitarbeiter des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen in Deutschland, sieben Jahre im Vorstand von Unicef-Deutschland und elf Jahre Mitglied im Deutschen Komitee von Unicef.

Sie hat mit ihren Mitstreiterinnen in Düren unzählige Grußkarten auf dem Weihnachtsmarkt verkauft und in 22 Jahren etwa eine Million Euro für Unicef gesammelt. Ihr Ziel war in all diesen Jahren stets, Kindern in ärmeren Ländern ein besseres Leben ermöglichen.

Nun aber soll Schluss sein - nach mehr als zwei Jahrzehnten. Zumindest was die Leitung der Gruppe angeht. „Natürlich werde ich weiterhin aktiv sein bei Unicef und gerne helfen”, sagt sie. Nur Chefin sein, das möchte sie nicht mehr: „Wenn man etwas macht, dann sollte man es so gut machen, wie man nur kann. Und wenn man merkt, dass man das nicht mehr kann, dann muss man Konsequenzen ziehen. Für mich ist es Zeit zu gehen. Die Gruppe braucht nun frischen Wind und neue Ideen”, sagt die 66-Jährige.

Außerdem will die engagierte Seniorin künftig ein wenig mehr Zeit für ihre Enkel haben. Bislang habe sie so viel Energie in die Arbeit bei Unicef gesteckt, dass die Kleinen manchmal zurückstecken mussten. Denn manchmal sei ihr Ehrenamt ein Vollzeit-Job gewesen: „Vom Bettler, der Spenden sammelt, über die Putzfrau, die den Laden sauber hält, bis hin zur Managerin ist man alles”, sagt Creutz.

Auf der andern Seite habe sie aber auch so viel zurückbekommen, dass man diese Erfahrung mit Geld gar nicht aufwiegen könne. „Dank der Arbeit bei Unicef sind viele Freundschaften entstanden und ich habe viel Anerkennung erfahren. Weder die guten noch die nicht so guten Erfahrungen möchte ich missen. Denn die eigene Persönlichkeit wächst daran”, sagt Carmen Creutz.

Das Schönste sei für sie aber gewesen, etwas bewegen zu können. Zumindest ein klein wenig. So hat sie beispielsweise mit ihrer fleißigen Dürener Gruppe Geld für die Straßenkinder in Brasilien gesammelt, für Kinder im Krieg in Syrien, Afghanistan und in Ostafrika. „Und die Dürener haben mitgeholfen, indem sie immer viel Geld gespendet haben. Das ist ein gutes Zeichen für die Stadt und die Menschen, die hier leben”, sagt sie.

Es gab Momente, die sie tief bewegt haben. Vor allem eine Begegnung hat sie geprägt: Das Aufeinandertreffen mit Kalem, einem afghanischen Jungen, der sich auf der Flucht vor einem Tiefflieger schwer verletzt hatte. Damit dem Jungen kein Bein amputiert werden musste, ermöglichte Cramen Creutz ihm in Kooperation mit anderen Einrichtungen und Organisationen eine Behandlung in Düren. Bis heute hat er einen festen Platz in ihrem Herzen.

Und dann gibt es Momente, die waren einzigartig und haben sich im Gedächtnis eingebrannt: „Die Aktion bei der Schüler über 1000 Kraniche gebastelt und dann am Museum in die Luft gelassen haben, um ein Zeichen für den Frieden zu setzen, war ein wunderbarer Moment”, erinnert sich Carmen Creutz.

Ihr größter Wunsch für die Zukunft. „Ich hoffe sehr, dass die Gruppe weiter bestehen wird.” Aber eine Nachfolgerin bei der Unicef-Gruppe Düren ist noch nicht gefunden, obwohl sie neben der scheidenden Chefin aus 15 festen Mitstreiterinnen besteht. „Auch diese Frauen sind schon so lange dabei und haben so viele Aktionen umgesetzt - von diesen Frauen möchte keine die Leitung übernehmen”, sagt Creutz. Wie in vielen anderen Organisationen fehlt auch der Unicef-Gruppe in Düren der Nachwuchs.

Aber das Nachfolgeproblem muss ja nicht umgehend gelöst werden. Zunächst einmal steht nun ohnehin Weihnachten vor der Tür. Da gilt es für die Unicef-Gruppe wieder, Grußkarten auf dem Weihnachtsmarkt zu verkaufen. „Und im neuen Jahr findet sich ganz gewiss eine neue Leitung für die Gruppe. Und vielleicht bringt die dann auch noch ein paar junge Mitstreiter mit”, hofft Carmen Creutz.
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