„Cappella Villa Duria“: Musikalisch der perfekte Start in das Jahr 2014

Von: Sandra Kinkel
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Großartiger Klangkörper: das Sinfonieorchester des Dürener Konzertforums „Cappella Villa Duria“ unter der Leitung von Johannes Esser (Bildmitte). Foto: Sandra Kinkel
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Beeindruckende Sopranistin: Die Dürener Katharina Bergrath erntete viel Applaus. Foto: Sandra Kinkel
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Charmanter Trompeter: Hub Nickel bewies, dass er auch viel schauspielerisches Talent besitzt. Foto: Sandra Kinkel

Düren. „Kaiserwalzer“, Frühlingsstimmenwalzer und Operetten – Neujahrskonzerte ohne die bekannten schwungvollen Melodien von Johann Strauß sind wirklich nur schwer denkbar.

Dass Neujahrskonzerte aber noch viel mehr sein können – übrigens ohne auf die Walzer und Polkas des Wiener Komponisten zu verzichten – hat das Sinfonieorchester des Dürener Konzertforums „Cappella Villa Duria“ (CVD) unter der Leitung von Johannes Esser am Sonntag eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Und das vor ausverkauftem Haus der Stadt.

Eröffnet wurde der gleichermaßen anspruchsvolle wie unterhaltsame Abend mit der Fantasie-Ouvertüre zu „Romeo und Julia“ von Peter Iljitsch Tschaikowsky. Wie immer bei den Neujahrskonzerten der „Cappella Villa Duria“ gab es gleich nach dem Eröffnungsstück mit dem „Konzert für Kontrabass und Orchester“ von Frantisek Hertl eher ungewöhnliche Klänge, auf die man sich wirklich einlassen musste. Jürgen Fichtner, 19 Jahre Solo-Kontrabassist des WDR-Rundfunkorchesters, spielte das außergewöhnliche Solokonzert von Frantisek Hertl. Bei den Sätzen „Allegro risoluto“, „Notturno“ und „Rondo“ begeisterte Fichtner mit einer großen Virtuosität und brillanten Technik.

Wer bis dahin angenommen hatte, dass der Kontrabass ein eher langweiliges Begleitinstrument im Orchester ist, wurde dank Jürgen Fichtner, der seit einigen Jahren regelmäßig im Sinfonieorchester der „Cappella Villa Duria“ spielt, auf eindrucksvolle Art und Weise eines Besseren belehrt. Der zweite Teil des Konzertes gehörte ganz den Walzern, Polkas und Operetten. Auf dem Programm standen die Ouvertüre zur Operette „Die Fledermaus“, der Frühlingsstimmenwalzer, die Polka „Eingesendet“, „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ und der Kaiserwalzer. Solisten waren die Dürener Sopranistin Katharina Bergrath und der niederländische Trompeter Hub Nickels, beide gern gesehene Künstler bei den Konzerten der „Cappella Villa Duria“.

Irritationen um den Trompeter...

Wobei – um Hub Nickel gab es beim Neujahrskonzert einige Irritationen... Zum berühmten „Czárdás“ von Vittorio Monti, den Nickel selbst für Trompete und Orchester bearbeitete hat, erschien er nicht nur zu spät, sondern auch in einem desolaten Zustand: das Hemd aus der Hose, Schlapphut auf dem Kopf, leicht angetrunken, die Flasche Wein noch in der Hand.

Schön zu sehen, wie Johannes Esser und die Orchestermusiker bei allem Anspruch an die hohe Qualität ihrer Musik zwischendurch auch Zeit für einen Spaß hatten und genau wie Hub Nickel viel schauspielerisches Talent und noch mehr Humor bewiesen. Dem Publikum jedenfalls hat das erste Konzert der Cappella Villa Duria im neuen Jahr bestens gefallen – und das Orchester mit viel Applaus und stehenden Ovationen belohnt. Die Musiker dankten es ihren Fans mit drei Zugaben, bei denen auch der Radetzky-Marsch nicht fehlen durfte, und die den Abend perfekt machten.

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