Frauwüllesheim - Cappella Villa Duria: Bestechend saubere Intonation

Cappella Villa Duria: Bestechend saubere Intonation

Von: han
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Der Chor faszinierte durch bestechend saubere Intonation und die Ausgewogenheit der Stimmgruppen. Foto: Schmitz

Frauwüllesheim. Max Reger und Francis Poulenc, Lajos Bárdos, Camillo Schumann und Paul Ernst Ruppel - um diese Komponisten kreiste ein sehr stimmig gestaltetes Konzert zum Karfreitag durch die Cappella Villa Duria.

In der Frauwüllesheimer Pfarrkirche St. Mariä Heimsuchung überzeugte das glänzend aufgelegte Ensemble in seiner Gesamtheit und in den Solopartien. Die Musikauswahl entsprach der Bedeutung des Tages, spann den Bogen von Trauer bis Hoffnung, erinnerte an den Leidensweg Jesus Christi.

Mit der „Trauerode” wurde der Konzertabend eingeleitet und die Zuhörer in eine besinnliche, gedankenvolle und nachdenkliche Stimmung versetzt. Johannes Esser spielte Regers Werk gefühlvoll, mit gefühlsbetonter Ausstrahlung und zeigte, welch großer Könner er an der Orgel ist. Der musikalische Leiter trat aber nicht nur als Solist in Erscheinung, sondern dirigierte als Sänger auch den Kammerchor, der an diesem Abend auf imponierende Weise alle formalen und gesangstechnischen Ansprüche löste.

Besonders deutlich wurde dies bei „Quatre motets pour un temps de péntence” mit „Timor et tremor” (Furcht und Zitter überkamen mich...) und „Vinea mea electa” (Mein erwählter Weinberg, ich habe dich gepflanzt). Der Chor faszinierte durch bestechend saubere Intonation und die Ausgewogenheit der Stimmgruppen, hielten ihre runde, kaum überzogene Kraft im Chorklang, arbeiteten wie bei „Libera me”(Befreie mich...) mit Schattierungen und stilistischer Sicherheit. An die „Choralvariationen und Fuge op. 106” wird sich das Publikum noch lange erinnern. Fast in anderen Dimensionen schwebend, spielte Kurt Collinet auf der Violine seinen Part, vortrefflich begleitet von Johannes Esser an der Orgel.

Ein Sprung in die Moderne war fast die „Crucification”. Paul Ernst Ruppel hat eine Passionsgeschichte mit Spirituals und deutschen Texten gestaltet. Der Cappella Villa Duria gelang eine vorzügliche Interpretation. Posaune (Werner Kloubert) und Kontrabass (Volker Masson) unterstützten Chor, der sang, summte und deklamierte - mit Vorsprecher und Vorsänger Wolfgang Tombeux (Bariton), der einen starken Auftritt hatte.

Mit Orgelstücken aus Max Regers „Passion” und der Motette „O Tod, wie bitter bist Du” ging ein Konzert zu Ende, das für Nachhaltigkeit sorgte. Das Publikum feierte alle Beteiligten.
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