Düren - Cappella Villa Duria: Ausverkauftes Haus zum Neuen Jahr

Cappella Villa Duria: Ausverkauftes Haus zum Neuen Jahr

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Hervorragende technische Sicherheit: Quirin Rast, der Solohornist der Düsseldorfer Symphoniker, hinterließ beim Neujahrskonzert der Cappella Villa Duria einen zwiespältigen Eindruck. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Mit der Ouvertüre „Carnaval“ von Alexander Glasnow begann die Cappella Villa Duria (CVD) ihr Neujahrskonzert im ausverkauften Haus der Stadt und sorgte mit einem Coup für irritiertes Publikum. Das hörte nämlich auf einmal Orgelklänge, mit dem der Mittelteil des Werkes im Original eingeleitet wird.

Das Orchester saß still auf den Stühlen, Dirigent Johannes Esser blickte vom Pult aus leicht verschmitzt auf die Musikerrunde und die Zuhörerschaft suchend umher. Dann nahmen der musikalische Leiter und der Klangkörper wieder Spannung auf und setzten zu den ausklingenden Orgelklängen wohltuend zu einem stilleren und nachdenklicheren Abschnitt ein.

Johannes Esser ließ Alexander Glasunow als einen Komponisten erkennen, der die Orchesterfarben beherrschte und über sehr gute Empfindungen für bestimmte Stimmungen verfügte. So könnte man sich auch Musik zum Karneval vorstellen, wenn man nicht auf Karnevalsmusik und „Kölsche Tön“ abfährt.

Überzeugende Interpretation

Mit dem Symphonieorchester der Cappella Villa Duria gelang Johannes Esser eine überzeugende Interpretation des russischen Spätromantikers. Ein mitreißendes Werk voller instrumentaler Farbigkeit zu der auch der Orgelpart gehörte.

Die Technik hatte Einzug gehalten ins „Live-Konzert“ der CVD. Dr. Gisela Hagenau vom Konzertforum klärte schließlich über die „Phantomklänge“ auf und führte gekonnt mit ihren Moderationen durch den Abend. Johannes Esser hatte in der Joachimskirche auf der Kleist-Orgel die Noten auf CD eingespielt, die dann zum entsprechenden Zeitpunkt abgespielt wurde – ein Experiment, das gelang.

Sanft und liebevoll wirkte es zu Beginn, als die CVD Gabriel Faurés „Dolly Suite“ in der Orchesterfassung von Henri Rabaud spielte. Vom Dirigentenpult wurde ein sensibler Klangteppich für die Sätze ausgelegt, die abwechslungsreich gespielt wurden: einen ausgelassenen und zugleich anmutig klingenden Walzer bis hin zu dem temperamentvollen, äußerst lebhaften spanischen Tanz. Das Orchester war in seinem Element und malte schöne Klangbilder.

Der Höhepunkt des Neujahrskonzert war vor der Pause geplant. Das Publikum sollte das Horn als Soloinstrument kennenlernen und Vorurteile vergessen, denkt man doch bei diesem Instrument oft an Jagden und den vorausgehenden Fanfaren. Die Zuhörer erlebten, dass ein Horn warm, virtuos, beweglich und unangestrengt klingen kann.

Der 19-jährige Quirin Rast, Solohornist der Düsseldorfer Symphoniker, demonstrierte eindrucksvoll beim Konzert für Waldhorn und Orchester Nr. 1 Es-Dur von Richard Strauss die warme Klangfülle des Instruments.

Einerseits überzeugte der Hornist durch seine hervorragende technische Sicherheit – die eine oder andere Unebenheit fiel nicht weiter ins Gewicht – auf der anderen Seite wirkte der Auftritt seltsam starr, eher beiläufig. Das Publikum honorierte zwar seine Leistung mit freundlichem bis starken Beifall, ohne jedoch auf eine Zugabe zu pochen. Eine wesentliche Nachhaltigkeit hatte diese Vorstellung nicht. Das Orchester blieb allerdings der engagierte und versierte Begleiter.

Mit Feuer und Schmelz

Nach der Pause ging es dann schwungvoll mit Kompositionen von Johann Straß (Sohn) mit Feuer und Schmelz ins Neue Jahr. Die Ouverture und der Einzugsmarsch aus dem „Zigeunerbaron“ gab das Tempo vor und ließ „Leichtes Blut“ bei einer schnelle Polka fließen, um dann gemächlich einige Runden bei einem Walzer im „Künstlerleben“ zu drehen. Mit der „Annen-Polka“ wurde wieder Fahrt aufgenommen, um beim „Expreß“ mithalten zu können.

Traditionell tanzte zum Ende des mit sehr großem Beifall bedachten Abends das Publikum auf den Stuhlreihen im Geiste den Kaiserwalzer mit und wartete auf den gängigen Ruf des Orchesters „Prosit Neujahr“.

Und nach den Zugaben Radetzkymarsch und Trisch-Trasch, gab es mit dem Stück „Unter Donner und Blitz“ die Wetterprognose für den Heimweg.

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